Bad Brückenau
Kommunalpolitik

Bad Brückenau: Generationswechsel im Stadtrat?

In einem Jahr wählen die Bürger den Stadtrat neu. Gerüchten zufolge treten viele bekannte Gesichter nicht mehr an. Die Bürgermeisterin bleibt bis 2022 im Amt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Am 15. März 2020 wählen die Bad Brückenauer einen neuen Stadtrat. Foto: Bodo Schackow/ZB/dpa
Am 15. März 2020 wählen die Bad Brückenauer einen neuen Stadtrat. Foto: Bodo Schackow/ZB/dpa

Geredet wird schon lange. Aus Altersgründen ist absehbar, dass der Stadtrat im kommenden Jahr wohl einen Wechsel erleben wird. Selbst Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) äußerte bereits mehrfach die Vermutung, dass vielleicht sogar mehr als die Hälfte der Stadträte ausscheiden könnte. Darauf angesprochen halten sich viele Räte allerdings auffallend zurück. Die CSU-Fraktion schweigt geschlossen. Einzelne Stadträte geben überhaupt keine Rückmeldung.

Bürgermeisterwahl erst später

Eine lokale Besonderheit ist, dass in Bad Brückenau Stadtrats- und Bürgermeisterwahl nicht auf einen Termin fallen. Meyerdierks möchte noch bis zum Ende ihrer zweiten Amtszeit Bürgermeisterin bleiben - "unter dem Vorbehalt, dass ich gesund bleibe". Erst im Jahr 2022 stimmen die Bürger über ein neues Stadtoberhaupt ab.

Meyerdierks ist seit dem Jahr 2010 Bürgermeisterin der Stadt. Eine dritte Amtszeit möchte sie aber nicht. Theoretisch hätte sie zu einem Kniff greifen können: Entscheidet der Stadtrat, die Bürgermeisterwahl auf nächstes Jahr vorzuziehen, so hätte die 64-Jährige noch einmal kandidieren können. Denn die Altersgrenze für hauptberufliche Bürgermeister liegt ab der Kommunalwahl 2020 bei 66 Jahren bei Amtsantritt.

"Es laufen zur Zeit so viele große Projekte", sagt Meyerdierks. Sie setzt auf Kontinuität, auch vor dem Hintergrund eines Generationswechsels im Stadtrat. Einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt hat Meyerdierks, die zugleich Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes ist, noch nicht. "Ich persönlich habe mehrere im Auge, aber da ist noch nichts spruchreif", sagt sie.

Kleinhans hat Ambitionen

Claudio Kleinhans - 2016 hatte er Meyerdierks die Stirn geboten und 34,63 Prozent der Stimmen geholt - hat Ambitionen. "Ich werde mit hoher Wahrscheinlichkeit über meine eigene Liste antreten", sagt der 26-Jährige. Gerade absolviert er den zivilen Vorbereitungsdienst zum Berufsfeuerwehrmann an der Feuerwehrschule der Bundeswehr. Als Stadtrat will Kleinhans ebenfalls antreten.

Benjamin Wildenauer, der seit 2014 für die SPD im Stadtrat sitzt, wäre auch ein denkbarer Kandidat. "Dazu will ich mich aktuell noch nicht äußern", sagt der 34-Jährige. Jonathan Kirchner, der seit 2016 der PWG vorsteht, aber nicht im Stadtrat sitzt, hält sich ebenfalls zurück. "Dazu ist es noch zu früh. Ich möchte mich erst auf die Stadtratswahl konzentrieren", sagt der 31-Jährige.

Eine Umfrage unter den Bad Brückenauer Stadträten finden Sie hier.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren