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Bad Brückenau
Initiative

Bad Brückenau: Fußgänger fühlen sich unsicher

Die Engstelle in der Ernst-Putz-Straße ist nicht nur für Autofahrer eine Herausforderung. Für Fußgänger mit Kinderwagen oder Rollator gibt es keinen barrierefreien Weg. Eine Initiative möchte das ändern.
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Ingo Zimmermann will erreichen, dass der Verkehr an der Engstelle nur einspurig fahren darf. Dann wäre Platz für einen Fußgängerweg neben der Straße. Foto: Ulrike Müller
Ingo Zimmermann will erreichen, dass der Verkehr an der Engstelle nur einspurig fahren darf. Dann wäre Platz für einen Fußgängerweg neben der Straße. Foto: Ulrike Müller
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Insgesamt 63 Unterschriften hat Ingo Zimmermann gesammelt. Es wären noch mehr, wenn er noch einmal durchs Wohngebiet Langeller-Hart gehen würde, da ist er sich sicher. Der 78-Jährige hat früher im Baubüro der Stadt gearbeitet. Mit diesem Wissen und der Zeit, die er als Rentner nun hat, greift er ein Problem auf, das schon lange bekannt ist.

Am 6. Dezember reichte Zimmermann den ersten Antrag im Namen der Bürgerinitiative Langeller-Hart bei der Stadtverwaltung ein. Damals war die Idee, dass die Stadt bergseitig einen Fußweg zwischen dem ehemaligen Haus Waldenfels und dem Zugang Güntersgärtchen bauen lassen könnte. Dafür müssten allerdings schmale Streifen der angrenzenden Grundstücke gekauft werden.

Rat verhandelte nicht-öffentlich

Diese Grundstücksangelegenheiten sind der Grund, warum der Stadtrat in seiner Sitzung am 10. März den Antrag nicht-öffentlich behandelte. Zimmermann hatte auch Alternativvorschläge eingereicht, die laut 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG), der die Sitzung leitete, ebenfalls besprochen worden sind. Am Ende aber stimmte der Rat gegen alle Vorschläge.

Zimmermann kann das nicht nachvollziehen. Er stellte in der vergangenen Woche erneut den Antrag, eine Lösung für Fußgänger an der beschriebenen Engstelle zu finden. "Man muss nicht erst warten, bis ein tödlicher Unfall passiert", heißt es im Antrag. In seinem Schreiben fordert er den Stadtrat zudem dazu auf, das Thema öffentlich zu behandeln.

Für Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU), die im Moment wegen Corona von zu Hause aus arbeitet, ist das Thema nicht neu. Bei Bürgerversammlungen höre sie regelmäßig davon, sagt sie. "Mein Vorschlag wäre gewesen, eine Einbahnstraße einzuführen." Doch dieses Ansinnen sei am Widerstand der Anlieger gescheitert, die dann in Zukunft zumindest in einer Fahrtrichtung nur über das Staatsbad zu ihren Häusern oder in die Stadt gelangen könnten.

Bestehender Fußweg nicht barrierefrei

Die Bürgerinitiative hat dagegen einen anderen Plan. Mit einer Ampelschaltung könnte der Verkehr einspurig an der Engstelle entlanggeführt werden. Der Fußweg - so der aktuellste Vorschlag - könnte talseits auf der Straße mit Leitplanken abgegrenzt werden. Zwei Meter Breite stellt sich Zimmermann für diesen Fußweg vor. Er sagt: Als in der vergangenen Woche der Fußweg vor dem alten Haus Waldenfels erneuert worden war, habe man sehen können, dass der Platz ausreiche.

Dass es schon einen Fußweg gibt, der unten im Tal vom Haus Waldenfels bis zum Washingtonplatz führt, weiß Zimmermann. Dieser Weg ist aber nicht barrierefrei. Die steilen Treppen hinauf zum Wohngebiet seien mit Kinderwagen oder einem Rollator nicht zu bewältigen.

Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass der Antrag der Bürgerinitiative nochmals im Stadtrat behandelt wird, und zwar öffentlich. "Ich begrüße es, wenn das Thema noch einmal öffentlich behandelt wird", sagt auch ihr Stellvertreter Pfister. Wann das allerdings der Fall sein wird, kann momentan niemand sagen. Bis auf Weiteres sind die Zusammenkünfte des Stadtrats wegen der andauernden Corona-Krise abgesagt.