Bad Brückenau
Sport

Bad Brückenau: Fair Play auf allen Ebenen

Beim weihnachtlichen Fußballturnier im Schulzentrum mit dem Motto "Fairtrade - Fairplay" wurden neue Fußbälle eingeweiht - natürlich aus fairem Handel.
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Das Schulzentrum unterstützt den Fairtrade-Gedanken: (von links) Dirk Hönerlage, Michael Kreil, Jürgen Pfister, Birgit Herré, Margarita Huppmann-Fronczek, André Dippacher und Markus Hammerl. Julia Raab
Das Schulzentrum unterstützt den Fairtrade-Gedanken: (von links) Dirk Hönerlage, Michael Kreil, Jürgen Pfister, Birgit Herré, Margarita Huppmann-Fronczek, André Dippacher und Markus Hammerl. Julia Raab
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Seit 20 Jahren findet im Schulzentrum Bad Brückenau kurz vor Weihnachten ein Fußballturnier statt. Der sportliche Wettkampf, der ursprünglich von der Mittelschule ins Leben gerufen wurde, ist mittlerweile ein gemeinschaftliches Projekt aller drei Schulen am Standort. "Wir pflegen eine intensive Zusammenarbeit auf vielen Ebenen", sind sich die Schulleiter einig. "Die offene Ganztagsbetreuung machen wir gemeinsam, ein großes Tanzfest und ein Völkerballturnier findet jährlich statt", zählt Birgit Herré, Schulleiterin der Mittelschule, nur einige der gemeinsamen Schnittpunkte auf. Das Weihnachts-Fußballturnier hat dabei eine lange Tradition. Es spielen Mannschaften aus den 5. bis zur 10. Klasse in verschiedenen Spielen an zwei Tagen gegeneinander. Gekürt wird aus jeder Altersklasse die Siegermannschaft. Darüber hinaus werden die Mannschaften von einem Schüler der "FairPlay"-AG des Gymnasiums nach fairem Spiel beurteilt. Auch hier gibt es am Ende eine Siegermannschaft, die am fairsten gespielt hat.

Bälle übergeben

Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr: 30 neue Fußbälle durften die Kinder in der Turnhalle in Empfang nehmen. Diese stammen aus fairem Handel, das heißt "sie wurden nicht von Kinderhand gefertigt", sagt Dirk Hönerlage, stellvertretender Schulleiter des Franz Miltenberger-Gymnasiums, der ebenfalls in der Steuerungsgruppe zur Fair-Trade Stadt tätig ist. "Wir wollen dadurch ein Zeichen setzen und Farbe bekennen", so Hönerlage weiter. Denn ein normaler Fußball - aus nicht-fairem Handel - stamme meistens aus Kinderarbeit. Das sei nicht vertretbar. "Ich finde es schlimm, dass unsere Kinder in ihrer Freizeit mit Fußbällen spielen, die von Kindern unter grausamen Bedingungen hergestellt wurden", so der stellvertretende Schulleiter weiter.

Und Gerechtigkeit hat seinen Preis: stolze 30 Euro pro Ball müssen dafür hingelegt werden. Die Stadt als Fairtrade-Stadt unterstützt das Vorhaben der Mittelschule auf besondere Weise: Sie bezahlt die etwas teureren Bälle und sie tragen darüber hinaus das Logo der Stadt, eine Spezialanfertigung des Vertriebs für die fairen Bälle. "Das ist es uns wert", sagt Jürgen Pfister (PWG), 2. Bürgermeister der Stadt Bad Brückenau. "Wir hoffen einfach, dass die Kinder den Fairtrade-Gedanken von hier aus mit in die Vereine nehmen", so Pfister.

Die Bälle der Realschule und des Gymnasiums werden hingegen vom Landkreis Bad Kissingen gesponsert.

Gegen den Trend

"Je mehr wir in mit den Schülern digital arbeiten, umso wichtiger ist der Ausgleich durch Sport", bringt Michael Kreil zum Ausdruck. Als Sportlehrer sehe er eine ungünstige Entwicklung in den letzten Jahren. So hätten die Kinder heutzutage eine viel schlechtere Koordination als noch vor einigen Jahren. "Umso wichtiger sind Sportevents an der Schule und in der Freizeit, um die Kinder vom Computer weg zu bekommen", so Kreil.

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