Bad Brückenau

Bad Brückenau: Des Briten klares Urteil

Rappelvoll ist der Saal in der Galerie Form und Farbe. Der Verein Kunsthaus feiert sein fünfjähriges Bestehen mit vielen Glückwünschen. Einer aber nimmt kein Blatt vor den Mund: der Kabarettist Theo Kuhn.
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Boris Johnson, die SPD, der Verkehrsminister: Jeder bekommt sein Fett weg, wenn Kabarettist Peter Kuhn zu Höchstform aufläuft. Foto: Ulrike Müller
Boris Johnson, die SPD, der Verkehrsminister: Jeder bekommt sein Fett weg, wenn Kabarettist Peter Kuhn zu Höchstform aufläuft. Foto: Ulrike Müller
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Wie vor drei Jahren schon einmal nutzt Peter Kuhn die Galerie als Bühne für die Generalprobe seines Auftritts zur Fastnacht in Franken. Stilecht als Brite verkleidet lässt sich der Kabarettist über Politik und Gesellschaft aus. Jeder bekommt sein Fett weg, seien es Boris Johnson, die SPD oder der Verkehrsminister. Anschließend blickt Vereinsvorsitzende Cornelia Borowski auf fünf Jahre Kulturarbeit zurück. "Wir haben uns etabliert", sagt sie stolz und berichtet, dass die Galerie gar nicht alle Künstleranfragen annehmen könne.

Zahlreiche Gäste, darunter auch Felix Gantner vom Projektmanagement Kultur des Landkreises, füllen die Reihen. Karin Ott, Zweite Vorsitzende des Vereins, ist ebenfalls sehr zufrieden: "Unsere Galerie ist mittlerweile eine Kleinkunstbühne unter dem Dach des Kunstvereins geworden." Das sei einmalig im Landkreis.

Viele Helfer im Hintergrund

Still am Rande stehen Martina und Andreas Hohmann. Ihnen gehört das Gebäude. Die Galerie darf kostenfrei das Haus nutzen. Die beiden sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass so etwas Lebendiges in der Kurstadt entstehen konnte. Aber auch alle anderen Helfer unterstützen die Kulturarbeit des Vereins. In diesem Jahr bittet der Vorstand zwei von ihnen stellvertretend auf die Bühne: Klaus Heinle und Ralf Tischbirek bauten mit viel Engagement eine Damentoilette. Nun gibt es zwei stille Örtchen in der Galerie.

Zum Schluss gibt Hans Dietrich Unger einen Vorgeschmack auf das Jahresprogramm. Die nächste Ausstellung unter dem Titel "Der Wald in mir" beginnt am 1. März. Unter einer Reihe von Konzerten sticht ein Künstler-Duo heraus, das die Walisische Tripelharfe spielt - ein "Experiment" für die Galerie, wie Unger sagt. Als Höhepunkt des Kabaretts gilt das Jubiläumsprogramm 20 Jahre Bühne von Josef Pretterer am 7. März.

Ein großes Ausrufezeichen

"Fünf Jahre Kunsthaus mit einem solchen Programm - das hat wirklich Gratulation und ein großes Ausrufezeichen verdient", sagte Bezirksvizepräsidentin und Stadträtin Adelheid Zimmermann (FDP). Sie bezeichnete Kultur als "großes Projekt der Menschen durch Raum und Zeit". Die Arbeit des Vereins Kunsthaus sei der Beweis dafür, dass das auch in Bad Brückenau möglich sei. "Wir sind stolz darauf, dass es euch gibt", schloss Adelheid Zimmermann ihre Rede.

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) erinnerte daran, wie Galerie-Initiator Hans Dietrich Unger sich zunächst daran gemacht hatte, die Bestände des ehemaligen Museums aufzuräumen. Dass er dann aber eine Galerie aus dem Boden stampfte, erfülle sie mit Dankbarkeit. Die Galerie sei "der größte Schatz, den wir hier haben" und "einzigartig aus dem Engagement vieler heraus". Da sie bald mehr Zeit habe, kündigte sie an, sich einbringen zu wollen.

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