Staatsbad Brückenau
Ernährung

Bad Brückenau: Der König liebt gesundes Essen

Der Chefkoch im Restaurant des Dorint Resort und Spa, Thomas König, ist Teil einer gesunden Bewegung, die jeder im Alltag leben kann.
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Thomas König im Kräutergarten vor dem Dorint Resort und Spa. Für die Küche nimmt er - wann immer möglich - regionale Produkte. Foto:  Dorint Resort und Spa/ Burwitz und Pocha
Thomas König im Kräutergarten vor dem Dorint Resort und Spa. Für die Küche nimmt er - wann immer möglich - regionale Produkte. Foto: Dorint Resort und Spa/ Burwitz und Pocha

Schnelles Essen bekommt man überall. In der Pommesbude nebenan und in den vielen Einkaufsmärkten rundherum. Doch gegen das Fast Food ist ein Kraut gewachsen: das Slow Food. Die Bezeichnung lässt erahnen, was dahinter steht. Die zunächst langsam anwachsende Bewegung aus Köchen, die auf regionale Produkte zurückgreifen, findet seit einigen Jahren eine immer größere Resonanz. "Nach meiner Lehre in einem Sternelokal und 5 Jahren in der Gastronomie kam ich mit dem verschwenderischen Umgang mit den Lebensmitteln nicht mehr zurecht", sagt Thomas König, Chefkoch im Restaurant Ludwig´s im Dorint Resort und Spa im Staatsbad.

Persönliche Enstellung

Der aus Würzburg stammende Koch lernte seinen Beruf in den 1980er Jahren in Marktheidenfeld. Schon früh setzte er sich mit dem Sinn seiner Kochkunst auseinander. "In der Lebensmittelindustrie werden die Tiere in Richtung des höchsten Ertrags gezüchtet, auch sehr schnell, ohne Rücksicht auf das Tierwohl und vernünftige Ernährung der Tiere", so König. Seit dem Jahr 2001 kocht er im Staatsbad. Nur wenige Jahre später orientierte er sich mit seinen Essenszutaten in die Region. Heute kann er guten Gewissens sagen: "Bei uns steht die Ganztierverwertung im Vordergrund und die Region an erster Stelle". Das entspreche ihm persönlich, aber natürlich auch dem Marketingkonzept des Dorints. "Das ist kein Geheimnis, dass das Konzept auch als Werbung verwendet wird", so König. Der Verbraucher jedenfalls nimmt das Konzept gut an.

Genug Auswahl

Gemeinsam mit regionalen Produzenten führt der Koch seit 2008 Gespräche, wie und in welchem Umfang die Produkte aufbereitet werden. Besondere, veredelte Fleischstücke entstehen so in der Zusammenarbeit. Die Kosten halten sich in Grenzen, so König. Denn ein Händler ist nicht dazwischen geschaltet und der Bauer bekommt eine höhere Marge als vom Großhändler. "Natürlich muss man für gutes Essen mehr bezahlen als für massenproduzierte Ware", so König und weiter: "Für Autos und Handys wird oft so viel Geld ausgegeben, aber beim Essen soll es möglichst billig sein." Und das, obwohl das Essen so essenziell ist. Und er geht sogar noch ein Schritt weiter, denn viele Lebensmittelallergien führt er auf schlechtes Essen zurück. Möglichst wenig Fett, so wollen es die Konsumenten. "Aber Fett ist wichtig, um die Nährstoffe im Körper aufzunehmen", sagt der Chefkoch. Weniger ist mehr, so ist seine Devise: "Ich brauche nicht jeden Tag Fleisch, aber wenn es Fleisch gibt, dann sollte die Qualität stimmen". Besonders wenn er sich die fertigen Speisen in den Kindergärten und Schulen anschaut, dann graust es ihm. "Wie sollen die Kinder mit dem nährstoffarmen Essen im anstrengenden Schulalltag zurecht kommen?", fragt er sich. "Auch hier sei es möglich, mit etwas Überlegung ein gesundes, regionales und billiges Essen herzustellen.

Tipp für Verbraucher

Ob es möglich ist, das Konzept von fairen und regionalen Lebensmitteln auch Zuhause zu leben, beantwortet er ganz überzeugt: "Slow Food für den normalen Verbraucher? Definitiv Ja!". Es gebe Möglichkeiten ohne Ende, sich regional zu versorgen, man müsse nur mit offenen Augen durch die Region gehen. Und einen Tipp hat er dafür auch noch. Er zeigt auf seinem Smartphone eine App, bei der man regionale Produzenten leichter finden kann. Hier gebe es fast alles, was der Verbraucher für ein gesundes und faires Essen braut. Sogar hier im Umkreis von Bad Brückenau gebe es viele Ergebnisse.

Slow Food-Bewegung

Netzwerk Chefkoch Thomas König ist seit 2017 Mitglied in der Chef Alliance des Vereins Slow Food Deutschland. Das Netzwerk für Köche, die für faires und regionales Essen eintreten, besteht seit 2016. Die Slow Food-Bewegung selbst wurde Mitte der 1980er Jahre von dem Journalist und Soziologen Carlo Petrini als Verein zur Erhaltung der Esskultur in der norditalienischen Kleinstadt Bra gegründet. Der internationale Verein besteht seit 1989. Das anfängliche Ziel des Vereins war es, für gutes Essen, für kulinarischen Genuss und ein moderates Lebenstempo einzutreten. Aus der ursprünglichen Idee entstand bald die Einsicht, dass auch die bäuerliche Landwirtschaft, das Lebensmittelhandwerk und eine gesunde Umwelt für eine gute, saubere und faire Esskultur unerlässlich sind. Slow Food Deutschland wurde 1992 als erster nationaler Verein außerhalb Italiens gegründet. Der Verein zählt über 13.000 Mitglieder. Quelle: Slow Food Deutschland e.V.

Tipp: Mit der "RegioApp" vom Verein Bundesverband der Regionalbewegung findet jeder Verbraucher regionale Produzenten, angefangen von Milch und Fleisch bis hin zu Konfitüren und Honig.

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