Bad Brückenau
Zusammenhalt

Bad Brückenau: Dank für Unterstützung

Im Oktober bat eine Flüchtlingsfamilie aus Bad Brückenau um Hilfe. Der todkranke Vater ist inzwischen operiert worden. Nun dankt das Ehepaar den Spendern.
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Am Smartphone verfolgen Ammar Zaidan und seine Frau Arij Cherbaij den Gesundheitszustand seines Vaters. Er wurde kürzlich in Syrien operiert. Foto: Ulrike Müller
Am Smartphone verfolgen Ammar Zaidan und seine Frau Arij Cherbaij den Gesundheitszustand seines Vaters. Er wurde kürzlich in Syrien operiert. Foto: Ulrike Müller
Ein Mann sitzt auf einem Bett, den Kopf mit weißen Verbänden umwickelt. Es ist Ammar Zaidans Vater. Am 23. Dezember wurde er in Aleppo operiert. Ein Tumor und Wasseransammlungen im Kopf hatten sein Leben bedroht. Nun zieht sich eine lange Narbe über den Kopf des 62-Jährigen. Mit dem Geld aus Deutschland konnte der Vater behandelt werden. Zaidan legt das Handy zur Seite. "Jetzt ist alles in Ordnung", sagt er, wenn auch noch Sorge in seinem Gesicht geschrieben steht. Seine Mutter, sie ist 55 Jahre alt, kümmert sich um ihren Mann.

Im Oktober wandte sich Daniela Schad, Flüchtlingsbetreuerin des Caritasverbands im Landkreis Bad Kissingen, mit der Bitte der Familie um finanzielle Unterstützung an die Öffentlichkeit.Der Mann brauche dringend Hilfe, sagte sie damals. Sie kennt die Familie seit ihrer Ankunft in der Gemeinschaftsunterkunft in Volkers. Das war im April 2016. Dass die Berichte vom kranken Vater glaubhaft seien, ist für sie keine Frage. Etwa 1500 Euro brachte die Familie aus erspartem und geliehenem Geld selbst auf. Doch es reichte noch nicht, da medizinische Behandlungen in Syrien sehr teuer sind.


Großeltern kennen Enkelin nur von Bildern

Auf ihre Initiative hin unterstützte die Caritas die Familie mit 300 Euro aus dem Nothilfefonds für Flüchtlinge. Schad vermittelte auch die Spenden aus der Bevölkerung. 1050 Euro kamen zusammen. "Ich freue mich und ich weiß, dass die Familie voller Dankbarkeit ist und das wirklich zu schätzen weiß", sagt sie am Telefon. "Vielleicht kann er nächste Woche schon nach Hause", hofft Ammar Zaidan. Er ist froh, dass sein jüngerer Bruder in Syrien geblieben ist. Er sorge für die Eltern. Dem älteren Sohn bleibt nur das Smartphone, mit dem er Kontakt in die Heimat hält.

Ende Januar wird Zaidan eine Sprachprüfung ablegen. Er hofft, dass er danach eine Arbeit findet - vielleicht als Busfahrer. Seine Frau Arij Cherbaij bleibt mit dem Kind zuhause. Die Tochter ist in Deutschland zur Welt gekommen und mittlerweile 14 Monate alt. Es ist das erste Enkelkind von Zaidans Eltern. Sie kennen die Kleine nur von Fotos.


1050 Euro spendeten Bad Brückenauer für die medizinische Behandlung des Vaters. Er wurde am 23. Dezember operiert.


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