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Bad Brückenau
Städtepartnerschaft

Bad Brückenau: Busreise nach Kirkham abgesagt

Schweren Herzens hat die englische Partnerstadt Kirkham das nächste Treffen im August abgesagt. Grund ist die unkalkulierbare Situation durch das Coronavirus.
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Bad Brückenau pflegt zu zwei Städten eine Partnerschaft: dem englischen Kirkham und Ancenis in Frankreich. Foto: Archiv/Ulrike Müller
Bad Brückenau pflegt zu zwei Städten eine Partnerschaft: dem englischen Kirkham und Ancenis in Frankreich. Foto: Archiv/Ulrike Müller
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Eigentlich wären die Bad Brückenauer vom 21. bis 24. August in die Partnerstadt Kirkham gereist. Doch angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sagte das englische Partnerschaftskomitee den Besuch nun ab. Der Tradition gemäß wären Deutsche sowie eine Delegation aus dem französischen Ancenis von den Engländern empfangen worden. Die drei Städte pflegen seit Jahren untereinander ein freundschaftliches Verhältnis und besuchen sich wechselseitig.

Barbara Glanc, Vorsitzende des Fördervereins Europäische Städtepartnerschaften Bad Brückenau, steht hinter der Entscheidung. Explizit lobt sie die Vorarbeit der Ehrenamtlichen für den geplanten Besuch, die nun leider vergeblich gewesen sei. Christian Prévot aus Ancenis ergänzt: "Passen wir also gut auf uns auf, seien wir solidarisch!" Er hoffe auf ein Treffen in Frankreich im Jahr 2021. Die Entscheidung sei "unvermeidbar", schrieb Adrian Long, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Kirkham, auf Facebook.

Gegenüber dieser Zeitung beschreibt Long die aktuelle Situation in der Partnerstadt: "Hier in Kirkham und dem Distrikt ist alles sehr ruhig und verlassen, seitdem die Regierung die Schließung aller nicht notwendiger Geschäfte am Montag [vor einer Woche; Anm. d. Red.] verkündet hat. Die offizielle Zahl der Infizierten liegt in der Region immer noch bei nur 100, aber es wird angenommen, dass sich tausende Menschen mehr unerkannt angesteckt haben."

Millionen applaudieren

Ähnlich wie in Deutschland seien viele Arbeitsstätten geschlossen und die Menschen arbeiteten - wenn möglich - von zuhause aus. "Alle unsere Schulen sind geschlossen, mit Ausnahme der Kinder, deren Eltern in wesentlichen Berufszweigen arbeiten, vor allem im Gesundheitssystem. Lehrer unterrichten online", berichtet Long. Auch in England ist die gegenseitige Unterstützung groß. Wie der Vorsitzende erzählt, sei am Donnerstagabend das ganze Land aufgerufen gewesen, um 18 Uhr vor ihren Häusern den zahlreichen Hilfskräften zu applaudieren. "Das konnte man überall hören, sogar in den eher ruhigen ländlichen Gebieten."

Interessanter Nebeneffekt: Longs Wahrnehmung nach festige sich die Zustimmung der Bevölkerung gegenüber Premierminister Boris Johnson durch die aktuelle Situation. Die Regierung, die wegen des Austritts aus der EU umstritten war, werde nun von den meisten Menschen stark unterstützt. Long nennt ein Beispiel: "Der neue Finanzminister Rishi Sunak, der noch vor wenigen Wochen weitgehend unbekannt war, wird weithin bewundert und sogar schon als nächster Premierminister gehandelt."