Bad Brückenau
Untersuchung

Bad Brückenau: Bilder aus 300 Metern Tiefe

Mit einer Kamera überprüften Experten den Georgi-Sprudel. Der erste Eindruck ist gut. Das Ergebnis bekommt die Stadtverwaltung in wenigen Wochen.
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Der Georgi-Sprudel wurde im Jahr 1907 gebohrt und ist 554 Meter tief. Foto: Ulrike Müller
Der Georgi-Sprudel wurde im Jahr 1907 gebohrt und ist 554 Meter tief. Foto: Ulrike Müller
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Es ist ganz still. Konzentriert schaut Roland Ritschel auf den Bildschirm. "Diese knollenartigen Gebilde, das sind Ablagerungen", sagt er. Der Geschäftsführer der Aqua Brunnen Service Regenerierungstechnik GmbH aus Eltmann untersucht mit seinem Team den Georgi-Sprudel. "Eine Korrosion, die da reingeht, sehe ich jetzt nicht", lässt Horst Roßmann vom Büro für Hydrogeologie und Umwelt aus Gießen fallen. Er ist für die Auswertung dessen, was Ritschel sichtbar macht, zuständig. Und zumindest mit den ersten Bildern ist er zufrieden.

554 Meter tief ist der Georgi-Sprudel. Bis in eine Tiefe von etwa 300 Metern kommt die Kamera. Danach verengt sich das Rohr auf einen Durchmesser von sechs Zentimetern - zu eng für die Technik. "Der Druck wird irgendwann auch zu groß", erklärt Roßmann. Die Experten suchen nach Ablagerungen und Schäden, denn seit ein paar Jahren dringt Fremdwasser ein und vermischt sich mit dem Heilwasser des Georgi-Sprudels. Das Fremdwasser wurde schon vor dem Baubeginn für das neue Haus Waldenfels und dem verhängnisvollen Hangrutsch nachgewiesen, das sagte Leo Romeis von der Stadtverwaltung im Januar 2016.


Stadt möchte Heilquellen besser vermarkten

Aktuell arbeitet die Stadt an einem Heilquellenkonzept, mit dem die Wirkung des Bad Brückenauer Heilwassers aus Georgi-Sprudel und Siebener besser vermarktet werden soll. Krankenhaus und Weckbecker-Klinik sowie weitere Partner bringen sich bei der Entwicklung neuer Angebote ein. Dafür ist es natürlich wichtig zu wissen, in welchem Zustand sich der Georgi-Sprudel befindet. "Wir möchten den möglichen Sanierungsbedarf erkunden", erklärt Karin Bauer, Leiterin der Tourist-Info, die für das Heilquellenkonzept verantwortlich ist.

Zwei bis drei Stunden lang beobachten Ritschel und Roßmann den Weg der Kamera in die Tiefe und protokollieren, wenn sie Auffälligkeiten entdecken. Das Ergebnis wird zeigen, ob und wie umfangreich der Georgi-Sprudel saniert werden muss.

110 Jahre ist der Georgi-Sprudel alt. Die Heilquelle wurde im Jahr 1907 gebohrt und 1969 erneuert.

554 Meter ist der Georgi-Sprudel tief. Ab 300 Metern verengt sich das Rohr auf sechs Zentimeter Durchmesser.

0,2 bis 0,3 Liter pro Sekunde schüttet der Georgi-Sprudel normalerweise. Das Wasser kommt von selbst nach oben.

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