Bad Brückenau
Fahrplanwechsel

Bad Brückenau: Bessere Verbindung nach Fulda

Ab dem 15. Dezember gilt der neue Busfahrplan. Die Linie 8054 erreicht Fulda nun schneller. Ein eigener Schnellbus über die Autobahn bleibt aber unrealistisch.
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Eine knappe Stunde benötigt der Linienbus 8054 vom Busbahnhof Bad Brückenau bis zum Bahnhof Fulda. Die Fahrzeit verkürzt sich im Vergleich zum bisherigen Fahrplan - je nach Verbindung - um bis zu zehn Minuten. Foto: Ulrike Müller
Eine knappe Stunde benötigt der Linienbus 8054 vom Busbahnhof Bad Brückenau bis zum Bahnhof Fulda. Die Fahrzeit verkürzt sich im Vergleich zum bisherigen Fahrplan - je nach Verbindung - um bis zu zehn Minuten. Foto: Ulrike Müller
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Ab Sonntag fahren die Busse im Raum Bad Brückenau zu etwas veränderten Zeiten. Die neuen Fahrpläne stehen bereits im Internet. Für Bad Brückenau ergibt sich eine Verbesserung, was die Anbindung nach Fulda betrifft. "Wir fahren nicht mehr an jedem Kirchturm vorbei", sagt Claus Schubert, Geschäftsführer des Busunternehmens KOB. Im Hessischen stehen die Orte Hattenhof, Kerzell, Löschenrod und Bronnzell in Zukunft nicht mehr auf dem Fahrplan. Etwa zehn Minuten Zeitersparnis ergibt sich dadurch.

In Motten startet der erste Bus nach Bad Brückenau morgens um 6.05 Uhr. Von Fulda aus kommen Fahrgäste frühestens um 8 Uhr mit dem Bus in die Kurstadt. Das ist ein Problem. Kürzlich berichtete Hans-Karl Diederich, Geschäftsführer des Kurstifts, dass ihm Fachpersonal für die Pflegestation fehle. Interessenten aus dem Raum Fulda könne er nicht beschäftigen, denn zur Frühschicht fährt noch kein Bus nach Bad Brückenau.

Professor Christoph Reichel, leitender Arzt der Klinik Hartwald, betonte bereits mehrfach die Notwendigkeit einer besseren Busanbindung nach Fulda für seine Patienten. Von einem der größeren Hotels im Staatsbad heißt es, die meisten Gäste reisten wegen der schlechten Erreichbarkeit mit dem eigenen Auto an. Zudem muss, wer mit dem Bus fährt, innerhalb der Stadt einmal umsteigen, um nach Fulda zu kommen. "Sicherlich wäre es ein tolles Angebot, einen abrufbaren Kleinbus oder eine Art Sammeltaxi zu haben. Hier ist aber der Bedarf vermutlich nicht groß genug", heißt es aus dem Hotel.

Es hat sich schon viel getan

Diese Dramatik nimmt Kurdirektorin Andrea Schallenkammer so nicht wahr. "Ich kenne noch Zeiten, da konnten sich Bayern und Hessen nicht einigen", erinnert sie sich. Damals mussten die Fahrgäste an der Landesgrenze umsteigen. Sie sieht es auch als außerordentlich positiv an, dass die Deutsche Bahn in ihrer Reiseauskunft die einzelnen Bushaltestellen bis ins Staatsbad aufführt. So können Kurgäste ihre Reise auch ohne Auto planen. "Paradiesische Verhältnisse" seien das, sagt sie, auch wenn ihr durchaus bewusst ist, dass der Linienverkehr sich stark am Schülertransport orientiert und mit etwa einer Stunde Fahrzeit nach Fulda deutlich länger als die Fahrt mit dem eigenen Pkw dauert.

Auch Kathrin Romeis-Merten von der Tourist-Info der Stadt kann sich noch gut daran erinnern, wie schwierig es war, überhaupt eine gute Verbindung nach Fulda einzurichten. Dennoch sieht sie auch im neuen Fahrplan Schwachstellen: "Wo es immer Unverständnis gibt, sind die Wochenenden", sagt sie. Gäste, die einen Tagesausflug nach Fulda unternehmen möchten, haben am Samstag eine und sonntags zwei Verbindungen zur Auswahl. Viel Spielraum zur Tagesgestaltung gibt es da nicht. Und auch, dass der letzte Bus unter der Woche schon um 17.20 Uhr in Fulda losfährt, findet sie für Arbeitnehmer eher ungünstig.

Für den KOB-Geschäftsführer ist ganz klar, dass manche Wünsche im ländlichen Raum einfach nicht zu realisieren sind. "Ohne die Dörfer geht es nie. Wir sind schließlich öffentlicher Nahverkehr", sagt Schubert. Sechs Linien gebe es im Altlandkreis: von Bad Brückenau aus nach Fulda, Jossa, Bad Kissingen und Bad Neustadt; zwei Rundtouren deckten den Bereich Bad Brückenau, Oberleichtersbach, Schondra sowie Modlos, Detter und Roßbach ab.

Was eine Direktverbindung nach Fulda angeht, so weist Schubert auf den Expressbus hin, der von Bad Kissingen über Bad Brückenau zum Fuldaer Bahnhof fahre, und wieder zurück. "Wenn niemand einen Rufbus anfordert, fährt der Bus über die Autobahn", erklärt Schubert. Er stellt aber gleichzeitig klar, dass der Bus auf der Autobahn auch nicht wesentlich schneller sei, denn Baustellen und die Geschwindigkeitsbegrenzung für Busse müssten berücksichtigt werden.

Neue Haltestelle etabliert

Übrigens, die neue Haltestelle am Kriegerdenkmal in Bad Brückenau scheint sich bewährt zu haben. Das Unternehmen hätten keine Beschwerden erreicht, sagt Schubert. Der Vorteil gegenüber der alten Haltestelle gegenüber vom Café Vogler sei, dass die Busse nun direkt an den Bürgersteig heranfahren können. Vorher sei immer wieder eine Lücke zwischen Bordstein und Buseinstieg entstanden, da der Bus nach dem Abbiegen noch nicht ganz parallel zum Gehweg angekommen sei.

"Das gegenseitige Vorbeifahren ist möglich", sagt Schubert. Die Fahrbahn sei mehr als 5,5 Meter breit. Aus seiner Sicht ist auch die Fahrtrichtung ins Staatsbad beispielsweise für Kurgäste gut ersichtlich. Im Vorfeld hatte es etliche Stimmen von Bürgern gegeben, die die Haltestelle gern in der Ludwigstraße gesehen hätten. Das hätte Verwirrung stiften können, wohin der Bus denn nun genau fahre, meint Schubert. Zudem hatte er im Stadtrat argumentiert, die Kurven in der Sparkassenstraße seien recht eng und für die Busfahrer umständlich zu fahren.

70 Busfahrer (inklusive Aushilfen) arbeiten beim Kissinger Omnibusbetrieb. Das Unternehmen deckt etwa 80 Prozent des Landkreises Bad Kissingen ab, darunter auch den Raum Bad Brückenau.

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