Bad Brückenau
Verkehrsrecht

Bad Brückenau: Abkürzungen werden teuer

Die Diskussionen um die Bad Brückenauer Fußgängerzone und den Rhönexpress Bahn-Radweg reißen nicht ab. Dabei gibt es ganz klare Regeln, wie sich die Verkehrsteilnehmer dort verhalten müssen.
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Bad Brückenaus Polizeichef Herbert Markert weist auf das deutlich sichtbare Verkehrszeichen hin, das an dieser Stelle die Einfahrt verbietet. Trotzdem nutzen Autofahrer die Untere Badersgasse (Foto) und die Obere Badersgasse weiterhin gern als unerlaubte Abkürzung. Foto: Rolf Pralle
Bad Brückenaus Polizeichef Herbert Markert weist auf das deutlich sichtbare Verkehrszeichen hin, das an dieser Stelle die Einfahrt verbietet. Trotzdem nutzen Autofahrer die Untere Badersgasse (Foto) und die Obere Badersgasse weiterhin gern als unerlaubte Abkürzung. Foto: Rolf Pralle

"Die Beschilderung der Fußgängerzone ist jetzt ausreichend und auffällig genug, so dass man sich nicht mehr auf Unwissenheit herausreden kann", sagt Erster Polizeihauptkommissar Herbert Markert. Trotzdem beobachtet der Bad Brückenauer Dienststellenleiter immer wieder, dass von den Verkehrsteilnehmern das Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt) missachtet wird. Sowohl die Untere Badersgasse als auch die Obere Badersgasse würden von den Autofahrern weiterhin viel und gern als Abkürzungsstrecken genutzt.

"Wenn das nicht nachlässt, werde ich meinen Leuten anordnen, in diesen Fällen doppeltes Verwarnungsgeld zu erheben", wird der Polizeichef konkret. Statt mit 20 Euro würden die Verkehrssünder dann mit 40 Euro zur Kasse gebeten. Durch die Gesetzgebung seien derartige Maßnahmen abgedeckt, "wenn es sich bei den Verstößen um Vorsatz handelt". Und das könne manchmal ganz einfach nachgewiesen werden, so die Erfahrung der Ordnungshüter aus diversen Vorkommnissen der jüngsten Vergangenheit.

Wesentlich entspannter sieht Markert die Situation direkt in der Ludwigstraße. "Ich saß kürzlich bei schönem Wetter oberhalb des Marktplatzes. Die Belästigung durch vorbeifahrende Autos war für mich nicht besonders störend. Das ist natürlich meine subjektive Betrachtungsweise", meint der Beamte im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Unfall am vergangenen Montag, bei dem ein Auto in einer Schaufensterscheibe gelandet war, sei vermutlich auf einen Fahrfehler zurückzuführen, der auch anderswo hätte passieren können und nicht explizit mit der Fußgängerzone in Verbindung zu bringen sei.

Unfall am Bahnübergang

Ein paar detaillierte Gedanken hat sich der Polizeichef zum Rhönexpress Bahn-Radweg gemacht: "Dort hatten wir bislang einen Unfall mit einem Kind, das beim Abfahren vom Radweg beim Bahnhof im Staatsbad ohne Fremdbeteiligung weggerutscht ist." Der Grund sei Sand auf der Fahrbahn gewesen und hätte mit dem regulärem Zweiradbetrieb nichts zu tun gehabt.

Einen Unfall verzeichnete die Polizei bisher auf dem ehemaligen Bahnübergang bei Römershag. Ein Autofahrer, der von oben den Radweg querte, war zu schnell, kam von der Fahrbahn ab, geriet auf den Radweg und knickte dort das Zeichen "Vorfahrt gewähren" ab. Glücklicherweise sei kein Pedalritter in der Nähe gewesen.

Markert spricht zum besseren Verständnis für alle Nutzer noch einmal die Fakten an. Die Beschilderung auf der Rhönexpress-Strecke zwischen Zeitlofs und Wildflecken bedeute, dass der Weg von Fußgängern und Radfahrern gleichberechtigt benutzt werden darf. Beide Verkehrsarten seien auf der gleichen Fläche unterwegs (Fußgängersymbol oben, Radfahrersymbol unten). Im Gegensatz dazu würde es andernorts die Beschilderung mit nebeneinander angeordneten Symbolen geben. "Dann ist die Fahrbahn aber so breit, dass die Verkehrsbereiche mit einer durchgezogenen Linie klar aufgeteilt sind", erläutert der Experte den Unterschied.

Radfahrer sollten sich - am besten mit einem Klingelzeichen - bemerkbar machen, wenn sie auf Fußgänger aufschließen und dann mit reduzierter Geschwindigkeit vorbei fahren. Das gelte natürlich auch, wenn sie andere überholen wollen. Fußgänger sollten Platz machen, wenn sie den Klingelton hören oder bemerken, dass sich ein Radfahrer von hinten nähert. "Wenn es das Gelände zulässt, kann man ruhig einen Schritt zur Seite neben den Asphalt machen", so Markerts Vorschlag.

Radfahrer, die nebeneinander fahren, müssten natürlich auch Platz machen, wenn ein schnellerer Drahtesel kommt. "Das Fahren mit E-Scooter ist erlaubt, nicht aber mit Mofas, denn für diese müsste mit einem Zusatzzeichen auf den Verkehrsschildern die Nutzung gestattet sein", erläutert der Polizeichef abschließend.

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