Wildflecken
Bildung

Auszeichnung für Schule in Wildflecken: Im zweiten Anlauf hat es geklappt

Für Ihre Bemühungen rund um die Inklusion hat die Grundschule Wildflecken eine Urkunde des Kultusministers erhalten.
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Kultusminister Bernd Sibler (links) und Staatssekretärin Carolina Trautner  (rechts) haben unter anderem der Grundschule Wildflecken eine Urkunde für  die besondere Förderung der Inklusion verliehen. Wildfleckens Schulleiterin Christiane Helfrich (2. von links) nahm die  Auszeichnung freudestrahlend entgegen.  Bayerisches Kultusministerium/Steffen Leiprecht
Kultusminister Bernd Sibler (links) und Staatssekretärin Carolina Trautner (rechts) haben unter anderem der Grundschule Wildflecken eine Urkunde für die besondere Förderung der Inklusion verliehen. Wildfleckens Schulleiterin Christiane Helfrich (2. von links) nahm die Auszeichnung freudestrahlend entgegen. Bayerisches Kultusministerium/Steffen Leiprecht

Inklusion ist an der Grundschule in Wildflecken nicht nur ein Schlagwort, sondern wird bereits seit Jahren gelebt. Kultusminister Bernd Sibler und Staatssekretärin Carolina Trautner haben der Grundschule Wildflecken daher die Urkunde "Schule mit dem Profil Inklusion" verliehen. Schulleiterin Christiane Helfrich nahm die Auszeichnung in München entgegen.

"Wir sind schon ein bisschen stolz auf diese Urkunde", sagt sie. Im vergangenen Jahr, als man sich zum ersten Mal als Profilschule Inklusion mit einem eigenen Konzept für die begehrte Auszeichnung beworben hatte, kamen die Wildfleckener noch nicht zum Zug. "Wir sind umso glücklicher, dass es im zweiten Anlauf doch noch geklappt hat", sagt die Schulleiterin. Denn verbunden mit der Urkunde sind zum Beispiel auch zehn zusätzliche Wochenstunden durch einen ausgebildeten Förderlehrer, die der Wildfleckener Grundschule künftig zustehen.

Grundsätzlich bedeutet Inklusion, dass zum Beispiel Kinder mit und ohne Behinderung, mit und ohne gewisse Handicaps, mit und ohne besonderen Förderbedarf zusammen an einer Schule unterrichtet werden. "Wir arbeiten dabei schon lange mit der Sankt-Martin-Schule in Riedenberg zusammen, die uns sehr gut unterstützt und ein wichtiger Ansprechpartner ist." Denn Inklusion ist eine Aufgabe, die Kinder, Mitschüler, Eltern, Lehrer und das gesamte Umfeld besonders herausfordert.

Je nach Unterrichtsfach unterscheidet sich der zusätzliche Förderbedarf doch ganz erheblich. Auch bei der Notengebung muss unter gewissen Umständen auf die besonderen Voraussetzungen des Kindes eingegangen werden. "Wir besprechen natürlich immer vorab mit den Eltern, ob wir die individuelle Aufgabe aus eigener Kraft überhaupt bewältigen können. Es geht ja darum, die langfristig beste Lösung für das Kind zu finden. Wir müssen uns sicher sein, dass wir die richtige Schule für das Kind sind."

Bislang waren alle Bemühungen zur Inklusion von Erfolg gekrönt. "Es hängt natürlich immer auch davon ab, was die Eltern wollen und unterstützen. In bestimmten Fällen geht es eben nicht ohne die Unterstützung der Förderzentren und Förderschulen."

Die Zahl der bayerischen Regel-Schulen mit dem Profil Inklusion wächst auf jeden Fall weiter an. Mit der Urkundenverleihung ist die Anzahl der Schulen, die dieses besondere Profil ausgebildet haben, zum aktuellen Schuljahr auf 356 angestiegen. Schulen mit dem Profil Inklusion gibt es in verschiedenen Schularten. In diesem Jahr kommen neu 14 Grundschulen, elf Mittelschulen, vier Realschulen, ein Gymnasium, 14 berufliche Schulen aus dem Regelschulbereich (neun Berufsschulen, drei Fachoberschulen und zwei Berufsfachschulen) sowie 14 Förderschulen, darunter fünf Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung, dazu. "Sie alle unterstützen vorbildlich das gemeinsame Lernen von jungen Menschen mit oder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf", lobte Kultusminister Sibler.

Zur Unterstützung der Inklusion stellt der Freistaat seit 2011 jedes Jahr zusätzliche 100 Lehrerstellen zur Verfügung, sagte Staatssekretärin Trautner. Außerdem nimmt Bayern gezielte Investitionen in die Lehrerbildung vor: So werden die Kapazitäten der bayerischen Universitäten zur Ausbildung von Lehrkräften für Sonderpädagogik deutlich ausgebaut: München und Würzburg erhalten jeweils einen zusätzlichen Lehrstuhl, am neuen Standort Regensburg entstehen drei Lehrstühle. Ein Basiswissen Inklusion ist für alle Lehramtsstudierenden verpflichtender Studieninhalt.

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