Klosterkreuzberg
Konzert

Am Schluss ein Hallelujah

Der Gesangverein Frohsinn aus Riedenberg gab am Kreuzberg ein beeindruckendes Konzert.
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Der Gesangverein Frohsinn aus Riedenberg hat am Kreuzberg ein beeindruckendes Konzert gegeben. Foto: Regina Rinke
Der Gesangverein Frohsinn aus Riedenberg hat am Kreuzberg ein beeindruckendes Konzert gegeben. Foto: Regina Rinke

Ganz zart begannen die Frauenstimmen mit dem ältesten Kirchenlied - es ist aus dem 11. Jahrhundert überliefert - "Sei nun willkommen, Herre Christ". Bald fügten sich die Männerstimmen ein. Der enthaltene Kyrie-Ruf kam fast schüchtern, verhalten und leise und steigerte sich schließlich bis zu dem Willkommensgruß "Sei nun willkommen, Herre Christ" ins Fortissimo. 48 Sänger und Sängerinnen des Gesangverein Frohsinn gaben in der Klosterkirche am Kreuzberg ein Konzert.

Pater Georg Andlinger hieß sowohl die Zuhörer als auch die Sängerschar auf dem Kreuzberg herzlich willkommen, und der Vorsitzende Hubert Dorn bat die Besucher, sich den Applaus für den Schluss des Konzertes aufzuheben.

Großartige Liedauswahl

Der nächste Beitrag führte in die Gegenwart, denn der Satz zu einem Uhland-Text stammt vom Bundes-Chorleiter Gerald Fink. Der Text des folgenden Liedes war wohl vielen Anwesenden bekannt, handelte sich doch um Goethes "Wanderers Nachtlied" (Über allen Gipfeln ist Ruh, in allen Wipfel spürest du kaum einen Hauch...). Bei "Lobe den Herren" hatten viele wohl an das allseits bekannte aus dem Gotteslob gedacht, aber es erschall ein sehr frischer, verwinkelter Satz von Hugo Distler, bei dem besonders die Männerstimmer stark hervortraten und dem Lob enorme Kraft verliehen.

Der Organist Franz Wolf verschaffte mit zwei Beiträgen ganz unterschiedlicher Art den Sängern eine kleine Pause. Beim "Trio G-Dur" von Georg A. Sorge konnten die Zuhörer sich dank der getragenen Weise zur inneren Einkehr zurücklehnen, wurden aber durch Johann Sebastian Bach mit furiosen und forschen Klängen, bei welchen die Kreuzbergorgel zeigen konnte, was in ihr steckt, in die Gegenwart zurückgeholt.

Was nun folgte, wissen nur Besucher abzuschätzen, die selbst schon einmal in einem Chor mitgesungen haben. Der Chorsatz "O Magnum Mysterium" von Morten Lauridsen ist neunstimmig gesetzt, heißt für alle, es müssen aus 48 Sängerinnen und Sängern insgesamt neun "Gruppen" gebildet werden. Deutlich war durch die unterschiedliche Intonation das Mysterium zu spüren. Chorleiter Erhard Schumm hatte hervorragende Vorarbeit bei den intensiven Proben geleistet. Des vor einem Jahr verstorbenen Chorleiters und Musikerziehers Karl Haus, Schweinfurt, wurde mit "Komm stiller Abend nieder" gedacht. Er beschreibt in diesem Lied mit Texten von Matthias Claudius die Natur am Abend mit zarten und leisen Tönen, die zu Ruhe und innerer Freude und Dankbarkeit einluden. Der Schlussakkord war nur ein Hauch. Großartig!

Mozart, Gounod, Händel und Pachelbel, die Komponisten ließen Großes erwarten. "Laudate Dominum" von Mozart wurde von den beiden Solistinnen Evelyn Schneider und Ellen Hüther hervorragend, teilweise mit kräftiger Unterstützung des Chores, dargeboten. Auch hier das Amen grandios. Aus der "Messe breve" von Gounod kamen das Gloria, O Salutaris und das Agnus Die zu Gehör, unterstützt von Erhard Schumm am Keyboard. Ergreifend der zarte Schlusston.

Die Orgel verhalf den Sängerinnen und Sängern mit dem "Largo" von Händel und einer "Toccata" von Pachelbel (beide Komponisten waren Zeitgenossen) zu einer Verschnaufpause, der sich ein Schluss mit zeitgenössischen Werken anschloss.

Aus dem Film "Sister Act" erklang von den Frauen und den beiden Solistinnen abwechselnd vorgetragen "Hail holy Queen". Der moderne Rhythmus, sauber vorgetragen, ging ins Blut, ebenso "I have a dream". Den Schlusspunkt setzte das bekannte "Halleluja" von Leonard Cohen. Nun ließen sich die Besucher nicht mehr bremsen und forderten schließlich mit Standing Ovations eine Zugabe, die sie mit "O Happy Day" auch erhielten.

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