Bad Brückenau

Alphorn trifft Orgel in Bad Brückenaus Stadtpfarrkirche

Ein ungewöhnliches Konzert in Bad Brückenaus Stadtpfarrkirche überraschte und begeisterte die Zuhörer.
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Ein nicht alltägliches Ambiente hatten sich die Alphornbläser Schwarze Berge für ihr Frühlingskonzert ausgesucht. In der katholischen Stadtpfarrkirche von Bad Brückenau unternahm das Ensemble zusammen mit befreundeten Musikern eine "Reise durch Raum und Zeit". Rolf Pralle
Ein nicht alltägliches Ambiente hatten sich die Alphornbläser Schwarze Berge für ihr Frühlingskonzert ausgesucht. In der katholischen Stadtpfarrkirche von Bad Brückenau unternahm das Ensemble zusammen mit befreundeten Musikern eine "Reise durch Raum und Zeit". Rolf Pralle
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"Alphorn, Orgel & mehr - eine musikalische Reise durch Zeit und Raum" hatten die Organisatoren den zahlreichen Gästen in Bad Brückenaus Stadtpfarrkirche versprochen. Und es wurde in der Tat eine eindrucksvolle Tour, auf die 14 Laienmusiker aus drei Bundesländern die Zuhörer mitnahmen. Denn das ursprünglich neunköpfige Ensemble der Alphornbläser Schwarze Berge, die seit nunmehr 20 Jahren ihre sanften Töne über die Kuppen der Rhön erklingen lassen, war für diese besondere Veranstaltung an einem ungewöhnlichen Ort extra mit dem Gesangstrio Herzensgern, Martins Stubenmusik, einer Blechbläserformation aus den eigenen Reihen, sowie mit Britta Heim an der Orgel verstärkt worden.

In ihrer kurzweiligen Begrüßung forderte Priska Kolbeck das Publikum auf, nicht so sehr auf die einzelnen Akteure zu schauen, sondern sich ganz bewusst auf die nicht alltägliche Musik zu konzentrieren: "Wir hoffen, dass wir damit die Seele berühren können". Besonders freute sie sich über die Anwesenheit vieler eingefleischter Fans, "die immer weite Fahrten auf sich nehmen, um uns zu hören".

Schon bei den ersten Klängen wurde klar, dass das Alphorn heute längst nicht mehr nur das einfache Instrument darstellt, das früher den Hirten vorbehalten war. " Da ist längst mehr draus geworden", betonte auch Willi Schüler, der den Abend moderierte und verständlich und mit Fachwissen durch das Programm führte. Mittlerweile gibt es sogar sehr bekannte Komponisten, die mit großem Erfolg spezielle Stücke für die voluminösen Klangkörper schreiben.

Wie von den Veranstaltern beabsichtigt, wehte bei den ganz atmosphärisch dichten Klängen der Instrumente symbolisch eine laue Frühlingsluft mit dem Duft von Veilchen und Birkengrün durch das Kirchenschiff. Zu diesen Impressionen passten ganz hervorragend die Stimmen der drei Damen von Herzensgern, die von dezenter Gitarrenmusik begleitet wurden. Dass Alphorn und Orgel hervorragend harmonieren, bewiesen Priska Kolbeck und Britta Heim gleich bei zwei Intonationen. Sogar ein zeitgenössischer Blues wurde gespielt.

Dem Facettenreichtum waren bei der musikalischen Reise praktisch keine Grenzen gesetzt. Immer wieder wurde das Publikum mit geschickt gesetzten Akzenten im umfangreichen Repertoire der engagierten Laien überrascht. Da hatte der getragene Choral ebenso seine Berechtigung, wie beispielsweise die barocke Fanfare oder die moderne Ballade. Und wer zum Konzert nur etwas Fantasie mitgebracht hatte, der fühlte sich spontan auf blühende Almwiesen des Allgäus oder zu Brahms und Bruckner ins Kaffeehaus nach Wien versetzt. Andere wähnten sich angesichts der intensiven Klänge auf einer Wanderung durch die Schweiz oder auf dem Tanzboden in Oberbayern. Aber soweit mussten die Gedanken gar nicht schweifen, denn ein besonderer Programmpunkt erinnerte mit seiner einprägsamen Gestaltung sogar an eine Sternschnuppennacht auf dem Kreuzberg in der Rhön.

Angesichts der hohen Qualität aller Darbietungen waren die stehenden Ovationen des Publikums für die 14 Hobbymusiker nur eine logische Konsequenz. Abschließend versäumte es Priska Kolbeck nicht, besonders dem Bad Brückenauer Kantor Markus Wollmann für dessen unermüdliche Unterstützung bei der Vorbereitung und Realisierung dieses nicht alltäglichen Abends zu danken.

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