Schönderling
Bauarbeiten

Aktuell wird in Schönderling die Ortsdurchfahrt ausgebaut

Der Landkreis und der Markt Schondra greifen in Schönderling in ihre Taschen. Beim Vollausbau gibt es Glasfaser, einen neuen Kanal und neue Leitungen.
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Steffen Kiesel (von links), Thomas Bold, Bernold Martin, Enrico Meierhof, Johannes Hahn und Björn Katzenberger  begutachten die Pläne der Schönderlinger Ortsdurchfahrt. Johannes Schlereth
Steffen Kiesel (von links), Thomas Bold, Bernold Martin, Enrico Meierhof, Johannes Hahn und Björn Katzenberger begutachten die Pläne der Schönderlinger Ortsdurchfahrt. Johannes Schlereth
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Seit dem 15. Oktober herrscht in Schönderling Baustellenchaos. Aktuell wird dort die Ortsdurchfahrt ausgebaut. Das Bauvorhaben ist eine Gemeinschaftsmaßnahme von Landkreis und dem Markt Schondra. "Dabei handelt es sich um einen Vollausbau", sagte Steffen Kiesel vom kreiseigenen Tiefbau. "Das heißt, dass wir die Straße auf einer Strecke von mehr als 700 Metern nicht nur neu asphaltieren, sondern auch das Leitungsnetz erneuern."

Neue Versorgungsleitungen

Aktuell laufen die Arbeiten im Untergrund: Die Firma Hell verlegt die Wasserleitung im ersten von drei Bauabschnitten. Der erstreckt sich vom Sportheim bis zur Brücke im Ort. "Bei den Wasserleitungen hat sich der Markt Schondra für gusseiserne entschieden", informierte Bürgermeister Bernold Martin (CSU). "Als nächstes kommen dann die Hausanschlüsse", erklärte Kiesel. Mit in den Boden kommen auch Leerrohre für Glasfaserkabel. Landrat Thomas Bold (CSU) dazu: "Damit ist Schönderling fit für die Zukunft."

Aller guten Dinge sind drei

Bei der Digitalisierung geht der Markt Schondra zunächst in die Vorkasse. Für die Glasfasern gibt es mehrere Möglichkeiten. "Die Gemeinde kann das Netz zum Beispiel verkaufen, muss aber später zahlen, um das Netz nutzen zu können", sagte Enrico Meierhof, von der Firma Reuther NetConsulting aus Bad Staffelstein. Reuther NetConsulting ist in Schönderling mit der Planung des Glasfaserausbaus betraut. "Eine zweite Möglichkeit ist die Vermietung der Rohrstruktur." Bei der dritten Variante müssen die Glasfasern in den Leerrohren sein. "Dann lassen sich einzelne Fasern verpachten, während man Restfasern für eigene Zwecke nutzen kann." Mit den eigenen Fasern lassen sich beispielsweise kommunale Gebäude vernetzen. "Allerdings ist die Gemeinde dann auch für die Wartung verantwortlich", informierte Meierhof.

Asphaltdecke im nächsten Jahr

Erneuert wird außerdem der Kanal. "Es gibt zwar die Inliner-Methode, um einen Kanal zu sanieren, aber die hat eine rechnerische Lebensdauer von 40 Jahren. Ein Neubau ist besser: Da rechnen wir mit einer Lebensdauer von 80 Jahren", sagte Johannes Hahn vom Ingenieurbüro Hahn aus Bad Kissingen. Das Büro ist mit der Bauplanung und Bauleitung betraut. Nach den Arbeiten am Kanal, beginnen die Arbeiter mit dem 60 Zentimeter hohen Fahrbahnaufbau.

Die Asphaltdeckschicht gibt es erst im nächsten Jahr. "Die Vorarbeiten dafür sind aber fast alle erledigt", gab Björn Kleinhenz, Straßenbaumeister von der Firma Hell, bekannt.

Winterruhe

Wann die Baustelle fertig ist steht noch nicht fest. "Wir peilen aktuell Ende Dezember nächsten Jahres an", sagte Kiesel vom kreiseigenen Tiefbau. Über die Wintermonate ruht die Baustelle. "Dieses Jahr geht es laut Plan noch bis Ende Dezember. Mitte März 2019 soll es dann weitergehen." Allerdings spiele die Witterung dabei eine Rolle. "Ist das Wetter vorher schon geeignet, um weiter zu arbeiten, dann fangen wir früher wieder an".

Bürgermeister Bernold Martin ist vom Vollausbau begeistert. "Die Straße muss dann nicht mehr aufgemacht werden, weil ja schon alles drinnen liegt." Bis zur Fertigstellung bewege man sich allerdings in einem Spannungsfeld. "Wir müssen zügig fertig werden und dabei die Bürger so wenig wie möglich beeinträchtigen."

Freistaat unterstützt

Bei anderen Baustellen im Landkreis gab es wegen der Abschaffung der Straßenausbaubeiträge finanzielle Unklarheiten. In Schönderling war das anders. "Hier haben wir weiter gemacht, weil der Freistaat Bayern signalisiert hat, dass er mithilft", sagte Landrat Bold rückblickend. Die Hilfe kommt gut an, denn: "Mit Kosten von 3.531.000 Euro in 14 Monaten handelt es sich um eine größere Sache." Der Landkreis zahlt davon 1.282.000 Euro, der Markt Schondra 2.114.000 Euro. Mit 1.280.000 Euro will der Freistaat das Projekt fördern.

Baustelle in Zahlen

6 Meter breit wird die neue Fahrbahn.

766 Meter misst der Vollausbau in seiner Länge.

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