Wildflecken
Einstimmig

Wildfleckens Turnhalle und Hallenbad werden abgerissen

Wildfleckener Marktgemeinderat um Bürgermeister Gerd Kleinhenz will die Grundschule sanieren und die Turnhalle neu bauen.
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Nun hat es auch Wildfleckens Marktgemeinderat um Bürgermeister Gerd Kleinhenz (Bild) beschlossen, dass das Hallenbad abgerissen wird. Foto: Ulrike Müller
Nun hat es auch Wildfleckens Marktgemeinderat um Bürgermeister Gerd Kleinhenz (Bild) beschlossen, dass das Hallenbad abgerissen wird. Foto: Ulrike Müller
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Hallenbad, Turnhalle und Grundschule. Dieser Dreiklang, der mittlerweile zum Zweiklang abgeklungen ist, beschäftigt weiterhin den Wildfleckener Marktgemeinderat ausführlich in jeder Sitzung. "Ich möchte die lange Geschichte noch einmal in die richtige Reihenfolge bringen und erklären, wie es dazu gekommen ist, dass wir das Hallenbad leider schließen müssen", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). Er hatte bei der jüngsten Sitzung eigentlich mit einer großen Zuschauerzahl gerechnet.

So vernahm ein überschaubarer Kreis den einstimmigen Beschluss des Gremiums, Turnhalle und Schwimmbad abzureißen und das bestehende Grundschulgebäude zu sanieren. Zudem wird eine kleinere Turnhalle auf dem Schulgelände neu gebaut. "5,3 Millionen, 5,6 Millionen und letztendlich 7,9 Millionen Euro. Das ist der rote Faden, der sich durch die Planungen und Schätzungen zieht", sagte Kleinhenz. Zwei ganztägige Workshops wurden schließlich im Rathaus durchgeführt, mit allen betroffenen Planern. "So sind wir am Ende bei fast acht Millionen Euro als realistische Gesamtsumme gelandet. Ein Betrag, den wir nicht mehr stemmen können", betonte der Bürgermeister: "Die früheren Planungen hatten doch erhebliche Lücken."


Mit Komplettabriss beschäftigt

In nicht öffentlichen Sitzungen hat sich das Wildfleckener Gremium mit unterschiedlichen Varianten für das weitere Vorgehen beschäftigt. Nicht alle waren realisierbar, manche erschienen schlicht abwegig. Auch mit dem Abbruch sämtlicher Gebäudeteile haben sich die Räte intensiv befasst. "Die Kosten für einen kompletten Abriss mit anschließendem Neubau waren allerdings bei der nicht öffentlichen Sitzung noch nicht ganz klar", konstatierte der Rathauschef. Die Regierung von Unterfranken jedenfalls forderte aufgrund der überraschenden Kostenexplosion ein komplett neues Konzept für das ganze Bauvorhaben. "Ein Neubau des Hallenbades wäre aber sowieso nicht förderfähig, das hat die Regierung ganz deutlich gemacht."

Der Marktgemeinderat beschloss also unter Ausschluss der Öffentlichkeit die endgültige Schließung des Hallenbades genau zum Ende des Jahres. "Wir haben uns für diesen sehr frühen Zeitpunkt entschieden, um zum Beispiel unnötige, überraschende oder unvermeidbare Reparaturen zu verhindern. Und wir vermeiden so, dass die Decke des Hallenbades weiter mit Chlorid belastet wird", sagte Kleinhenz.


Halle am Sportplatz verworfen

Alle Nutzergruppen des Hallenbades wurden in den zurückliegenden Tagen über den klaren Beschluss des Gemeinderats informiert. "So haben alle Planungssicherheit."

Doch wie geht es nun eigentlich weiter? 5,2 Millionen Euro kostet eine General-Sanierung der Grundschule, wenn Turnhalle und Schwimmbad zunächst abgerissen werden, um eine deutlich kleinere Turnhalle ohne Schwimmbad wieder neu auf dem Schulgelände aufzubauen. Auf rund 5,3 Millionen Euro kommt die Variante des Komplettabbruchs von Grundschule, Hallenbad und Turnhalle mit anschließendem Neubau einer räumlich wesentlich kleineren Grundschule und Turnhalle. Wobei dabei wieder viele unbekannte Einflussgrößen auftreten können. Denn ein kompletter Neubau wurde bislang nie im Detail geplant. Längere Diskussionen im Gremium gab es darüber, ob man eventuell eine neue Turnhalle im Bereich des Wildfleckener Sportplatzes errichtet, die dann per Fußmarsch von den Schülern erreicht wird. Mit dieser Variante könnte man an das bestehende Betriebsgebäude der Gemeinde anbauen.


Wieder direkt neben der Schule

"Dann müssten die Kinder aber natürlich auch im Winter zur Turnhalle laufen. Das ist immer auch ein großer Zeitverlust. Da bleibt von der Sportstunde nicht mehr viel übrig. Und durch die grüne Lunge können die Schüler im Winter nicht laufen, weil die Wege dort nicht geräumt werden", machte Bürgermeister Kleinhenz klar. Dann stellte sich die Frage, wie man eine klare räumliche Trennung zum Sportheim des SV Wildflecken hinbekommen könnte. Unter Umständen würden zudem Kosten auch auf den SV zukommen, um zum Beispiel Wasserversorgung, Kanalisation, Gasanschluss, Duschen, Umkleiden und Heizung zu trennen. Diese Variante wurde im Verlauf der Sitzung aufgrund zahlreicher ungeklärter Fragen verworfen. Die Turnhalle wird also auch künftig direkt neben der Schule beheimatet sein. Daher ging es letztlich nur noch darum, ob man das Grundschulgebäude abreißt oder erhält und grundlegend saniert. "Bei einem Neubau können wir das Raumprogramm in der jetzigen Größe nicht mehr erhalten", informierte Kleinhenz. So wird also die Grundschule saniert.


Keine Gebührenerhöhung

Eine neue Friedhofsatzung hat der Rat verabschiedet. Der Friedhof bringt ein jährliches Defizit von rund 20.000 Euro. "Wir wollten aber keine Gebühren erhöhen, weil wir nicht den Anreiz für alternative Bestattungsformen schaffen wollen", sagte Kämmerer Dieter Feller. So ergeben sich nur redaktionelle Änderungen und die Erweiterung um Baumbestattungen.
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