Wildflecken
Weiterbildung

Wildfleckens Historie anschaulich erklärt

Großes Interesse an der Entwicklung einer "besonderen Gemeinde" zeigten 23 Studenten des Studienganges "Angewandte Human-Geografie" der Universität Würzburg.
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Bürgermeister Gerd Kleinhenz erklärt anhand der neuen Schautafel des Gewerbeparks am Kreuzberg die Veränderung und Chancen Wildfleckens im Zuge der Konversion. Foto: Regina Rinke
Bürgermeister Gerd Kleinhenz erklärt anhand der neuen Schautafel des Gewerbeparks am Kreuzberg die Veränderung und Chancen Wildfleckens im Zuge der Konversion. Foto: Regina Rinke
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Unter der Leitung von Regierungsdirektor Oliver Weidlich, Regierung von Unterfranken, statteten 23 Studenten der Universität Würzburg während einer Exkursion durch die Rhön der Marktgemeinde Wildflecken einen Besuch ab.

Zuvor hatte Cordula Kuhlmann vom Regional-Management den Studenten die besondere Situation der Marktgemeinde in einem Vortrag theoretisch nahe gebracht. Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) begrüßte die Gruppe auf dem Rathausplatz, der durch Fördermittel eine ansprechende Umgestaltung erfahren hat. Kurz schilderte der neue Rathauschef die Situation, die sich für die Gemeinde durch den Weggang von zirka 8000 Amerikanern vor genau 20 Jahren ergeben hatte. Ganze wirtschaftliche Strukturen seien damals weggebrochen, und die Gemeinde in ein tiefes Loch gefallen.

Gewerbepark am Kreuzberg

Der nächste Halt der Gruppe war im Wildfleckener Ortsteil Oberwildflecken, der sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus einem ehemaligen Munitionslager entwickelt hatte. Hier hat sich, auch bereits in den 50-er Jahren, ein Industriebetrieb etabliert, in dem es zurzeit zirka 450 Arbeitsplätze gibt. Das im Jahr 1990 eingerichtete Übergangswohnheim für Aussiedler stehe inzwischen fast leer, erläuterte Kleinhenz. Es werde nicht mehr gebraucht. Dasselbe Schicksal ereilte sämtliche Gebäude der ehemaligen Rhönkaserne sowie die Wohnhäuser in "Klein-Manhatten".

Die Bundeswehr übernahm alle Liegenschaften des alten "Lagers" Wildflecken samt Truppenübungsplatz. Die Soldaten zogen dorthin um. Die Gebäude wie Panzerhallen, Mannschaftsunterkünfte usw. werden in Oberwildflecken ebenfalls nicht mehr benötigt.

Die Gemeinde sah sich vor große Probleme gestellt, die es bis weit in die Zukunft zu lösen gilt. Zu Hilfe kommt ihr dabei das seit 2013 vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen ins Leben gerufene Konversionsmanagement für Landesentwicklung und Heimat, welches für Gemeinden, die durch den Abzug der Amerikaner beziehungsweise durch die Umstrukturierung der Bundeswehr Gebäude-Abrisse und Neu-Investitionen bewältigen muss, Fördergelder ausschüttet.
Für Investoren bereit steht somit der "Gewerbepark am Kreuzberg", dessen Anfänge bei einer Rundfahrt besichtigt werden konnten.

Positive Entwicklung

Am großen Schild, das am Eingang zum Gewerbepark angebracht worden ist, erklärte der Bürgermeister den Studenten die Geschichte der Militärgemeinde Wildflecken an Hand von negativen, aber vor allem positiven Beispielen. Zunächst müsse leider zurückgebaut werden, erst dann könne die Zukunft ins Auge gefasst werden. Die Anfänge seien dank der Fördergelder bereits gemacht. Die Privatisierung der Häuser in der Fleischauerstraße sei ein solches Beispiel der positiven Entwicklung, auch das "Haus der Schwarzen Berge" gehöre ebenso dazu wie der Jugendzeltplatz, um den die Gemeinde an einem anderen Standort weiter kämpft.

Die Studenten stellten Fragen zur Wohnungssituation, zu den Arbeitsplätzen und zum Internet-Auftritt. Managerin Kuhlmann und der Bürgermeister konnten ihren Wissensdurst stillen.

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