Wildflecken
Wechsel

Wildfleckener engagiert im Einsatz

Bei den Neuwahlen des Feuerwehrvereins gibt es eine komplett neue Führung. Wildfleckens Kommandant beklagt zahlreiche Mängel am Feuerwehrgebäude.
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Zahlreiche Einsätze und Übungen standen bei der Wildfleckener Feuerwehr an. Hier konnten Atemschutzträger bei der Großübung am Bekleidungszentrum der Bundeswehr bei Wildflecken in das Gebäude vordringen. Foto: Sebastian Schmitt-Mathea
Zahlreiche Einsätze und Übungen standen bei der Wildfleckener Feuerwehr an. Hier konnten Atemschutzträger bei der Großübung am Bekleidungszentrum der Bundeswehr bei Wildflecken in das Gebäude vordringen. Foto: Sebastian Schmitt-Mathea
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Eine umfangreiche Statistik rund um die Freiwillige Feuerwehr in Wildflecken legte Kommandant Georg Helfrich bei der Jahresversammlung vor. So wurden bei 31 Einsätzen und Ernstfällen im vergangenen Jahr rund 297 Stunden Dienst geleistet. Für Ausbildung und Übungen ergab sich eine Summe von stolzen 1509 Stunden. Mit den Fahrzeugen der Wehr wurden 2803 Kilometer zurückgelegt. Von insgesamt 81 Mitgliedern der Feuerwehr sind 42 aktiv.

Auch standen Neuwahlen im Feuerwehrverein an, wobei nun ein kompletter neuer Vorstand amtiert: Vorsitzender Harry Schäfer, Stellvertreter Michael Frank, Schriftführerin Jule Frank, Kassier Georg Helfrich. Sandra Kleinheinz heißt die neue Vertrauensfrau.

Das Einsatzgeschehen im vergangenen Jahr war umfangreich. Unter anderem brannte im März ein Wohnhaus in Oberbach. Das stark verrauchte Gebäude musste von den Atemschutzgeräteträgern durchsucht werden. Ein Hausbewohner konnte nur noch tot geborgen werden. Als im November ein Nebengebäude im Sinntal in Oberbach brannte, unterstützte die Wildfleckener Feuerwehr die Oberbacher Kameraden bei den Löscharbeiten. Immer wieder war die Feuerwehr auch bei Prozessionen und sportlichen Veranstaltungen gefragt, um die Verkehrssicherung zu gewährleisten.

"Die Fülle der vorhandenen Geräte und die sich daraus ergebenden Einsatzmöglichkeiten sind für alle Feuerwehrleute eine große Herausforderung. Nur regelmäßige Übungen können den sicheren Einsatz im Ernstfall gewährleisten", appellierte der Kommandant.

In seinem Ausblick 2017 und 2018 ging Kommandant Helfrich auf die Leistungsprüfung "Gruppe im Löscheinsatz" ein, die zusammen mit der Feuerwehr in Oberbach im Mai stattfinden wird. Am 8. und 9. Juli wird die Feuerwehr zusammen mit dem Musikzug das Lindenfest in Wildflecken wieder aufleben lassen. Die Vorbereitungen laufen schon an, es soll diesmal aber kein großes Festzelt, keine teuren Kapellen und keine kostspielige Werbung geben. Das Lindenfest soll von Samstagnachmittag bis Sonntagabend dauern. Auch die regionale Veranstaltungsreihe Saale Musicum wird dabei einbezogen. Am 21. und 22. Juli findet das Übungswochenende im Truppenlager statt.

Für die Atemschutzgeräträger sind zwei Termine im Brandübungscontainer vorgesehen. Die Aktionswoche der Feuerwehren wird vom 17. bis 25. September über die Bühne gehen. "Im letzten Jahr wollten wir uns besonders um die Mitgliederwerbung kümmern. Obwohl es nicht geklappt hat, denke ich, dass ein Werbungssamstag am Rewe-Markt mit Geräteschau, kleiner Übung, technischer Hilfeleistung, Flyer verteilen und potenzielle neue Mitglieder persönlich ansprechen - gut wäre, weil die Nachwuchsgewinnung auch weiterhin eines unserer wichtigsten Ziele sein muss."


Es gibt keine Ersatzteile mehr

Wie schon in den vergangenen Jahren vom Kommandanten angekündigt, sind größere Investitionen für Reparaturen im und am Feuerwehrhaus, sowie Ersatzbeschaffungen dringend notwendig. 2017 steht zum Beispiel die Überholung der Atemschutzgeräte an. "Da die Grundgeräte jetzt 35 Jahre alt sind und es keine Ersatzteile mehr gibt, ist der Austausch angeraten." Dringend notwendig sei aus Sicherheitsgründen der Austausch des Tores für das Löschfahrzeug. "Ich lehne jede Verantwortung bei einem Unfall ab, da bereits mehrfach darauf verwiesen wurde." Aus energetischer Sicht müsste die Heizungsanlage in der Fahrzeughalle und natürlich alle Tore, eventuell auch die Fenster ausgetauscht werden, ist Helfrich überzeugt.

"Im gesamten Gebäude sind Wasserhähne teilweise nicht mehr funktionstüchtig. Der Boden in der Feuerwehrhalle bekommt Löcher und wird zum Problem, weil die Hohlkammern der Fliesen brechen." Er informierte, dass bei einem Alarm demnächst der Zugang zum Feuerwehrhaus für jeden Aktiven am Haupteingang möglich sein wird. "Ein dort angebrachter Fingerprintsensor schließt die Türe auf und nach dem Zutritt auch wieder ab."

Über die Arbeit und die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger berichtete Jürgen Köstler. Derzeit gibt es 14 einsatztaugliche Mitglieder im Bereich Atemschutz. Es sei wichtig, dass wir weiterhin alles daransetzen, auch im Bereich Atemschutz Nachwuchs zu gewinnen, lautete Köstlers Aufruf. Er teilte mit, dass er "nach 35 Jahren aktivem Dienst als Atemschutzgeräteräger aus gesundheitlichen Gründen und natürlich auch altersbedingt als Geräteträger ausscheiden werde".

Seit Anfang 2017 ist die Homepage unter www.feuerwehr-wildflecken.de online. "Mit dem Wegzug von Fabian Beck wurde ich mehr oder weniger gezwungen, unseren Internetauftritt selbst zu pflegen", betont der Kommandantg. Er ging auf den Wilden Sommer 2016 ein, der für alle Vereine zu einem echten Minusgeschäft geworden war.


Ehrungen

Langjährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Wildflecken: Ottmar Bohn (55 Jahre), Otto Kirchner (50 Jahre), Walter Höhl (65 Jahre) und Erich Schmidt (55 Jahre) wurden bei der Versammlung geehrt. In Abwesenheit wurden Klaus Enders, Roland Fröhlich (beide 40 Jahre) und Heinrich Gundelach (55 Jahre) ausgezeichnet.
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