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Wildflecken
Jugendwerkstatt

Wildflecken: Pumptrack für die Jugend

Der Markt Wildflecken versammelte seine Jugend im Sportheim. Es ging um den neuen Pumptrack. Auch die Jugendlichen hatten viele Ideen.
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Gespräch mit der Jugend: Antje Rink vom Regionalmanagement des Landkreises und Gemeindejugendpfleger Boris Höttinger Foto: Sebastian Schmitt
Gespräch mit der Jugend: Antje Rink vom Regionalmanagement des Landkreises und Gemeindejugendpfleger Boris Höttinger Foto: Sebastian Schmitt
Groß war die Resonanz bei der ersten Jugendwerkstatt in Wildflecken. "Ihr seid nun gefordert. Ihr müsst eure Wünsche formulieren. Nur dann kann man etwas verändern und bewegen. Jammern alleine reicht nicht", sagte Wildfleckens Gemeindejugendpfleger Boris Höttinger. Erstes großes Gesprächsthema der mehrstündigen Veranstaltung im Sportheim war die Planung für einen sogenannten "Pumptrack".

Auf dem ehemaligen Pumpwerksgelände in Wildflecken könnte schon bald ein Parcours für Mountainbiker, Longboarder, Skateboarder, BMXer oder auch Inline-Skater und Rollschuhfahrer entstehen. Ein "Pumptrack" ist eine ganz speziell geschaffene, künstliche Strecke. Das Ziel ist es, durch Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Fahrrad Geschwindigkeit aufzubauen. Der im Regelfall etwa ein Meter breite Parcours wird mit Wellen und weiteren Elementen wie Steilwandkurven oder Sprüngen versehen.


Jugend wünscht sich eigenen Raum

Matthias Endres vom Bad Kissinger Landratsamt stellte das Projekt vor. Das Freizeitangebot soll sich an Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen richten. "Alles, was Rollen hat, kann auf dieser Strecke fahren", so Endres. Kinder und Jugendliche sollen bei der Planung des Parcours aktiv einbezogen werden. "Das ganze Projekt wird natürlich nicht ganz billig", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). Denn für die Errichtung des "Pumptracks" sind zum Beispiel der Abriss des ehemaligen Pumpwerksgebäudes und streckenweise die Verlegung der Sinn notwendig. Läuft alles nach Plan, könnte der Parcours bereits im Sommer 2017 komplett verwirklicht sein. Bis dahin können die Jugendlichen ihre Ideen und Wünsche in einem eigenen Filmprojekt einbringen, das die Bauphase begleiten wird.

In der Diskussionsrunde stellte sich heraus, dass sich die Wildfleckener Jugendlichen einen eigenen Raum wünschen, der möglichst täglich geöffnet werden kann. Patrick Müller von der Jugendinitiative Oberbach berichtete über den Jugendraum "Kern" in Oberbach. Weil der Raum im Eigentum der Kirchenverwaltung ist, entstehen immer wieder Probleme hinsichtlich der regelmäßigen Nutzung und der Hausordnung. "Es kommt immer erheblicher Druck von oben. Es müsste mehr Freiraum für die Jugendlichen geschaffen werden", so Müller.


Zustand der Spielplätze

Aus Oberwildflecken kam von den Jugendlichen die Info, dass es im kleinsten Wildfleckener Ortsteil überhaupt keinen eigenen Raum für die Jugend mehr gibt. Die Kids treffen sich deshalb an der Bushaltestelle am Frankenplatz oder am Kriegerdenkmal, also zwangsläufig immer im Freien. Das ist aber bei schlechtem Wetter beziehungsweise im Winter keine Lösung.

Lange diskutiert wurde über den Zustand der Spielplätze in allen drei Ortsteilen. Groß war der Wunsch nach attraktiveren Spielmöglichkeiten wie Hängematten, modernen Schaukeln und nach besseren Unterstellmöglichkeiten. Für Boris Höttinger war klar, dass die Spielplätze derzeit als Ausweichmöglichkeiten dienen, weil Alternativen fehlen. So rücken beispielsweise auch die Sportplätze in den Fokus, weil sie als Treffpunkte zumindest in den Sommermonaten genutzt werden können.


Via Whatsapp ins Rathaus

Doch auch eine ganz andere Grundsatzfrage tauchte auf: Wie kann man den Entscheidungsträgern überhaupt die eigene Meinung mitteilen? Welche Möglichkeiten der Kommunikation gibt es? Wo kann man seine Wünsche einbringen? Moderne Kommunikationsmöglichkeiten wie Whatsapp oder Facebook nutzen die Jugendlichen zwar sehr gerne, doch nicht immer kommen die Antworten zeitnah und zuverlässig zurück, weil sich das Nutzerverhalten der Jugendlichen sehr stark unterscheidet. Manche Heranwachsende nutzen Facebook nach eigenen Angaben grundsätzlich nicht oder nur sehr selten.

Auch die Vereinbarung von festen Öffnungszeiten für den Jugendraum gestaltet sich nicht ganz unkompliziert. Schule, Hausaufgaben, Ausbildung, Familie, Vereine - die Zeit der Jugendlichen ist teilweise bereits sehr stark eingeschränkt. Einige Kids wünschten sich Öffnungszeiten vor allem an den Wochenenden. Zum Abschluss des vierstündigen Workshops mit unterschiedlichen Gruppenarbeiten haben die Jugendlichen ganz konkrete Ziele formuliert. Dabei ging es zum Beispiel um eine eigene "App" beziehungsweise Plattform für Smartphones, mit der Informationen für Wildfleckener, Oberbacher und Oberwildfleckener Jugendliche ausgetauscht werden können.

Auf dem Gelände des geplanten "Pumptracks" wünschen sich die Jugendlichen auch alternative Möglichkeiten zum Grillen, Fußball und Basketball spielen und Feiern. Weil es in Oberwildflecken derzeit keinen festen Anlaufpunkt für die Jugend gibt, wird die Gemeinde prüfen, ob sich im ehemaligen Integrationszentrum nach dem Bau des Bürgerparks wieder ein Jugendraum ins Leben rufen lässt. In den "Wildfleckener Nachrichten" soll künftig eine eigene Seite beziehungsweise eine besondere Rubrik für die Jugend gestaltet werden. Auch hierbei werden die Kids gefordert sein, um die Rubrik mit Leben zu füllen.

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