Bad Brückenau
Rhönallianz

Wie realistisch ist eine einleitungsfreie Sinn?

Am Donnerstag trafen sich die acht Bürgermeister der Brückenauer Rhönallianz, um über das Abwasser zu beraten.
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Die Sinn in Bad Brückenau: Gereinigtes Abwasser wurde hier schon eingeleitet. Deshalb darf der Wasserspielplatz am Siebener auch nicht mit Wasser aus dem Wildbach gespeist werden. Foto: Ulrike Müller
Die Sinn in Bad Brückenau: Gereinigtes Abwasser wurde hier schon eingeleitet. Deshalb darf der Wasserspielplatz am Siebener auch nicht mit Wasser aus dem Wildbach gespeist werden. Foto: Ulrike Müller
Gedankenspiele über eine gemeinsame Lösung für das Abwasser im Sinngrund wecken bei Naturschützern die Hoffnung auf eine einleitungsfreie Sinn. Erst in Trübenbrunn bei Zeitlofs würde dann das ge reinigte Abwasser in den Wildbach fließen.


Betriebsabwasser kein Problem

Große Unternehmen wie Paul und Co oder GNK Sinter Metals leiten schon jetzt nicht in die Sinn ein. "Betriebswässer und Kühlwässer sind an die kommunale Abwasserbehandlung angeschlossen", gibt Birgit Imhof Auskunft. Sie ist am Wasserwirtschaftsamt Abteilungsleiterin für den Landkreis Bad Kissingen und kennt die Sinn genau. Eine Ausnahme aber gibt es: GKN habe die Erlaubnis, Kühlwasser direkt in die Sinn abzuleiten. Dadurch gehe aber keine Belastung des Wassers einher, es werde lediglich Wärme abgegeben, erklärt Imhof.

Völlige Reinheit des Wassers könne aber niemand garantieren, auch nicht im Fall einer gemeinsamen Abwasserlösung der Gemeinden im Sinntal. Das liegt dar an, dass im Altlandkreis Bad Brückenau Mischwasserkanalisation gebaut worden ist. Das bedeutet, dass neben häuslichen und betrieblichen Abwässern auch Regenwasser im Kanalnetz aufgefangen wird. Nur vereinzelt gebe es Trennkanalisation im Landkreis, etwa in Teilbereichen von Euerdorf.


Wasserschutzgebiet erschwert Anschluss

"Die Kanalisation wird nur bis zu einer gewissen Größe bemessen", sagt Imhof. Ist dieses Maß voll, dann laufen Stauraumkanäle oder Regenrückhaltebecken kontrolliert über - in die Sinn. So gelangt beispielsweise Schmutzwasser von den Straßen in die Sinn, auch häusliches oder betriebliches Abwassers kann darin enthalten sein, wenn auch stark verdünnt.

Wie oft so ein Becken überläuft, kann Imhof nicht sagen. "Es kommt auf das Alter der Anlage und natürlich auch die Witterung an." Sie geht von wenigen Malen im Jahr aus. Eine Hürde allerdings gibt es für eine gemeinsame Abwasserlösung. Das Wasserschutzgebiet zwischen Römershag und Riedenberg ist im Januar 2016 erheblich vergrößert worden. Damit gelten deutlich strengere Kriterien für den Bau von Leitungen - welchen Inhalts auch immer.

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