Oberbach
Aktion

Wandern auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken

Der Wandertag 2015 auf dem Wildfleckener Truppenübungsplatz zog am Wochenende weit über 2000 Besucher auf das sonst strengstens abgeschirmte Gelände. Der Lohn war ein herrlicher Rundumblick vom Kleinen Auersberg.
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Klar und deutlich: Auf dem Truppenübungsplatz geht es nicht immer friedlich zu. Am Wochenende durfte aber auf ausgewiesenen Strecken wieder einmal gewandert werden. Foto: Joachim Rübel
Klar und deutlich: Auf dem Truppenübungsplatz geht es nicht immer friedlich zu. Am Wochenende durfte aber auf ausgewiesenen Strecken wieder einmal gewandert werden. Foto: Joachim Rübel
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Herrliche Fernsicht, gut ausgebaute Wanderstrecken, Freude an der Bewegung in frischer Luft sowie leckere Erfrischungen: Das genossen am Wochenende Wanderfreunde aus den Landkreisen rund um die Rhön. Einige waren sogar aus Frankfurt und von weiter her angereist. Wieder einmal hatte die Bundeswehr eingeladen, im Truppenübungsplatz Wildflecken auf Tour zu gehen.

Zwar war der Samstag wetterbedingt etwas "verblasen", aber auch an diesem Tag nutzten etwa 700 bis 800 Besucher die seltene Gelegenheit, hier Natur und Landschaft zu genießen. Wesentlich besser lief der Sonntag: Bilderbuchwetter und Temperaturen um die 20 Grad lockten nach Schätzungen mehr als 1500 Menschen in die Rhön. Auf einigen Streckenabschnitten herrschte regelrechter Hochbetrieb. Die Wege waren leicht angeweicht, aber nicht matschig.

Maßnahmen vorbereitet

Auch Bernhard Hohmann aus Fulda hatte sich schon frühmorgens auf den Weg gemacht, er hielt Rast auf dem 808 Meter hohen Kleinen Auersberg. "Ich gehe immer wieder gerne hierher. Aber heuer macht mir mein Knie Probleme, und da bin ich eine kürzere Strecke gegangen", sagte der 61-Jährige. Drei Tourenvorschläge hatte die Bundeswehr in ihrem informativen Flyer gemacht, Start war für alle drei in Oberbach: Die erste war 12,4 Kilometer lang, die zweite 16,9 Kilometer, und die Strecke für die ganz Harten brachte es auf 20,65 Kilometer - aber auch auf dieser doch etwas strapaziösen Tour waren die Wege gut gefüllt, klar dominierte hier der sportliche Typus. Damit auch alle wieder gut zum Ausgangspunkt Oberbach zurückkamen, hatte die Bundeswehr einige Maßnahmen vorbereitet: Vom gesamten Areal aus waren im Bedarfsfall telefonisch Helfer zu erreichen, Dixi-Klos waren aufgestellt, es gab mehrere gutbesuchte Erfrischungs-Stationen, und regelmäßig war eine Patrouille unterwegs, um eventuell geschwächten Wanderern unter die Arme zu greifen.

Viele Senioren und Familien

Kein Wunder, dass bei diesen günstigen Bedingungen auch viele Senioren unterwegs waren sowie Familien mit kleinen Kindern. Die Routen waren zunächst für alle gleich. Anfangs ging es nach Nordwesten in Richtung der Kleinen Sinn und dann diesem kleinen Tal entlang nach Westen, vorbei an den in den 1930er Jahren abgesiedelten Ortschaften Altglashütten, Dörrenberg und Neuglashütten.

Friedhöfe besucht

Viele Wanderer besuchten den hier gelegenen alten Friedhof. Unterwegs waren auch etwa 20 Geschichtsinteressierte aus Oberleichtersbach, die privat unter Leitung von Matthias Elm eine Tour auf den Spuren der früheren Bewohner in dieser Region unternommen hatten. Dann teilten sich die Routen.

Farbmarkierungen auf Hinweispfeilen sorgten dafür, dass jeder leicht seinen Weg finden konnte. Immer wieder warnten Hinweistafeln davor, die Wege zu verlassen, an etlichen Stellen des Truppenübungsplatzes gibt es noch unentdeckte Kampfmittel-Reste aus vergangenen Zeiten, mit denen nicht zu spaßen ist. Treffpunkt für alle war schließlich der Kleine Auersberg, der etwas abseits vom Hauptweg lag. Aber die letzte Kraftanstrengung an den Hängen nahmen die meisten gerne in Kauf, denn von oben bietet sich ein herrlicher Rundumblick: zur mit Weideröschen bewachsenen Dammersfeldkuppe, zum Kaliberg in Hessen, zu Mettermich, Schildecker Kuppe, Pilsterköpfen und Dreistelz im Bad Kissinger Landkreis und nach Westen bis in das Vogelsberg-Gebiet.
Wanderer Hohmann zeigte sich begeistert: "Wenn meine Knie mitmachen, bin ich nächstes Jahr wieder dabei."


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