Volkersberg
Jugendbildung

Volkersberg: Junge Artisten in der Zirkuswelt

130 Klassen im Jahr besuchen die Jugendbildungsstätte auf dem Volkersberg. Sie zählt zu den wichtigsten Anlaufstellen für Jugendliche in Unterfranken.
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Gemeinsam führen die Kinder eine Feuer-Show auf. Foto: Ulrike Müller
Gemeinsam führen die Kinder eine Feuer-Show auf. Foto: Ulrike Müller
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Wer die Zeltplane beiseite schiebt, tritt in eine andere Welt. Warm ist die Luft in der Manege des Zirkus Schnipp. Viele Menschen - Schüler, Lehrer, Eltern, Geschwister und Großeltern - applaudieren. Die Gesichter der Kinder glühen vor Eifer, manche sind auch etwas angespannt, ob auch alles klappt. Konzentriert legt sich ein Schüler aus dem Großraum Würzburg auf ein Nagelbett. Wie ein Profi.


Unterstützung des Teams

Bis zu 130 Schulklassen betreut die Jugendbildungsstätte pro Jahr. Insgesamt zählt das Haus Volkersberg ungefähr 33.000 Übernachtungen jährlich. Ein Großteil davon seien Kinder und Jugendliche, sagt Rektor Klaus Hofmann. Die Schülern schnuppern Zirkusluft, nutzen die "Tage der Orientierung" oder lernen auf dem Hochseilgarten, ihre Ängste zu überwinden - und wie das Team dabei hilft.

Auch Lui Böhler ist das Team wichtig. Seit zehn Jahren macht "Herr Lui" Zirkusarbeit auf dem Volkersberg. Erst kurz vor den Sommerferien eroberten 45 Schüler aus dem Großraum Würzburg die Manege. Auch ein gelähmter Junge war dabei. Ganz selbstverständlich machte er bei den Zirkusnummern mit. "Inklusion geht dann los, wenn man nicht darüber spricht", ist Böhler überzeugt.


Teamer-Modell eingeführt

Schon seit dem Gründungsjahr 1956 sei die Arbeit mit Schülern für die Jugendbildungsstätte wichtig gewesen, sagt Hofmann. Im Jahr 2006 führte das Haus das Teamer-Modell ein: Seitdem arbeiten die hauptamtlichen Bildungsreferenten nicht mehr direkt mit Klassen, sondern betreuen ehrenamtliche Teamer, die die Schüler anleiten. In der Regel sind das Studenten, inzwischen schaut sich die Einrichtung auch nach anderen Freiwilligen um.
"Durch diese Umstellung konnten wir nicht nur zwei Klassen pro Woche bei uns aufnehmen sondern bis zu acht pro Woche", freut sich Hofmann.

Auch das "Centrum für Erlebnispädagogik" habe sich mittlerweile deutschlandweit einen Namen gemacht, pro Jahr bilde das Haus Volkersberg fast 20 Erlebnispädagogen berufsbegleitend aus. "Wir haben aufgezeigt, dass Erlebnispädagogik auch ohne hohe Berge, tiefe Schluchten und reißende Wassermassen gelehrt und betrieben werden kann", betont Hofmann. Persönlichkeitsentwicklung und Orientierung im Leben, das seien die Schwerpunkte der Jugendarbeit auf dem Volkersberg.

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