Bad Brückenau
Polizei

Unfallstatistik: Das sicherste Jahr seit langem

Rückgang der Unfallzahlen, erhöhte Aufmerksamkeit bei Wild am Straßenrand und kein Verkehrstoter - das ist die Bilanz der Verkehrsstatistik 2014. Es gibt aber auch eine Schattenseite.
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Kurios: Am 23. August landete dieser Trabi bei einer Speicherzerin im Vorgarten. Der 20-jährige Fahrer erlitt nur leichte Blessuren. Foto: Polizei
Kurios: Am 23. August landete dieser Trabi bei einer Speicherzerin im Vorgarten. Der 20-jährige Fahrer erlitt nur leichte Blessuren. Foto: Polizei
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Herbert Markert ist zufrieden, doch. "Wir haben einen sehr starken Rückgang an Unfällen", sagt der Polizeichef der Dienststelle in Bad Brückenau, die für den gesamten Bereich des Altlandkreises Bad Brückenau - ausgenommen der Autobahn - zuständig ist. 458 Unfälle passierten vergangenes Jahr, das sind 69 weniger als 2013 und damit ein Rückgang um rund 13 Prozent. Es ist der zweitniedrigstes Wert nach 455 Unfällen (2007) in einem Zeitraum von zehn Jahren.

Langsam fahren bei Dämmerung

Besonders erfreulich ist für Markert, dass sich die Zahl der Wildunfälle drastisch reduziert hat. Nachdem es im Jahr 2013 223 Wildunfälle gegeben hatte, legte die Polizei den Fokus der Präventionsarbeit auf dieses Thema. Mit Erfolg: 2014 waren es nur noch 187 Wildunfälle.

Auf der besonders gefährdeten Strecke zwischen Riedenberg und Oberweißenbrunn ging die Zahl gar von 43 (2013) auf 18 (2014) zurück. Gerade hier hatten die Beamten mit einer besonderen Aktion darauf aufmerksam gemacht, dass in der Dämmerung grundsätzlich langsamer als die erlaubten 100 Kilometer pro Stunde gefahren werden sollte.

Kurioser Unfall in Speicherz

Besonders in Erinnerung geblieben ist Markert ein Unfall in Speicherz. Ende August landete ein Trabi im Vorgarten einer Speicherzerin - und zwar auf dem Dach. Der 20 Jahre junge Fahrer kam glücklicherweise mit leichten Blessuren davon, aber "da waren Drogen im Spiel", berichtet Markert.

Der Polizeichef erkennt einen Trend: Während die Anzahl der Fahrten unter Alkoholeinfluss seit Jahren stetig sinkt, so nähert sich die Zahl der Drogenfahrten den Trunkenheitsfahrten an. Ein Beispiel: 2014 wurden 20 Verkehrsteilnehmer mit Alkohol im Blut erwischt. Darüber hinaus wurde ein Unfall durch eine alkoholisierte Fahrerin verursacht - beim Ausparken vor einem Supermarkt.

Ganz ähnlich lesen sich die Zahlen der Verkehrsteilnehmer, die durch Drogenkonsum auffallen: 16 zog die Polizei bei Kontrollen aus dem Verkehr, zwei weitere strandeten mit ihren Fahrzeugen am Straßenrand - oder eben im Vorgarten in Speicherz.

Zunahme bei Verletzten

Die Schattenseite der ansonsten recht erfreulichen Zahlen ist der Anteil der Verletzten. Im Jahr 2013 habe es mit 35 sensationell wenig Verletzte gegeben, erklärt Markert. Allerdings seien auch drei Verkehrstote zu beklagen gewesen.

2014 sah es da schon wieder ganz anders aus: Bei 42 der 458 Unfälle verletzten sich 66 Personen - 46 davon leicht, 20 trugen schwere Verletzungen davon. Erstmals seit 2011 hatte es im vergangenen Jahr keinen Verkehrstoten gegeben, so dass Markert insgesamt von einem der sichersten Jahre in der vergangenen Dekade spricht.

Senioren und Jugend gleichauf

Einem ewigen Streitthema kann Markert allerdings ein Ende bereiten: Im Jahr 2014 fielen sowohl ältere als auch jüngere Fahrer gleichermaßen auf. 18 Unfälle verursachten Senioren über 65 Jahre. Bei ebenfalls 18 waren junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren schuld. Bei den jüngeren wogen die Folgen allerdings schwerer - was mit dem Tritt aufs Gaspedal zu tun haben könnte.
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