Wildflecken

Stramm stehen zum Kommando-Wechsel

Der Militärstandort Wildflecken ist weiterhin wichtig: Roland Reckziegel übergibt das Kommando für Kaserne und Truppenübungsplatz Wildflecken an Uwe Weinrauter.
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Die Soldaten standen stramm und das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim spielte auf zum Kommandowechsel. Foto:Gerd Schaar
Die Soldaten standen stramm und das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim spielte auf zum Kommandowechsel. Foto:Gerd Schaar
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Mit einem feierlichen Übergabeappell wechselte das Kommando über die Rhön-Kaserne und die angeschlossenen Truppenübungsplätze am Montag von Oberstleutnant Roland Reckziegel auf Oberstleutnant Uwe Weinrauter.

Dazu war der Dienstvorgesetzte, Brigadegeneral Peter Braunstein, der zuständige General für Standortaufgaben, extra aus Berlin angereist. Das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim spielte unter der Leitung von Oberstleutnant Burkhard Zenglein auf.

Freude auf neuen Einsatzort

"Wie lange mein Einsatz hier in Wildflecken dauern wird, kann ich heute noch nicht abschätzen - zwischen zwei und vier Jahren ist alles denkbar", sagt der frisch gebackene Kommandant. Sein Domizil mit Ehefrau und drei Töchtern bleibe weiterhin in Hilchenbach (bei Siegen). "Die Rhön ist nicht neu für mich, ich habe hier schon viele Leute kennengelernt und ich habe das Gefühl, hier gerne aufgenommen zu werden", freut sich Weinrauter auf seinen neuen Einsatzort.


Der Verbund zu Schwarzenborn und Ohrdruff stehe jetzt vor der Auflösung. Diese Truppenübungsplätze würden bald zu Standortübungsplätzen umgewandelt. "Dann bleiben Wildflecken und Hammelburg als Truppenübungsplätze übrig, um die ich mich dann noch intensiver kümmern kann", will Weinrauter diese Ausbildungs-drehscheibe weiterhin für die übende Truppe hoch halten.

Weinrauter trat 1981 beim Panzerartillerie-Bataillon 55 in Homburg-Efze seinen Bundeswehrdienst an. Nach dem Studium an der Bundeswehr-Universität in München folgten verschiedene Zugführerverwendungen. 1990 gab es den Wechsel der Truppengattung in Limburg (Lahn) und 1993 erfolgte der Einsatz in der zweiten Kompanie des Instandsetzungs-Batallions 71 in Neustadt am Rübenberg. Weitere Einsätze auf dem Truppenübungsplatz Lehnin bis 1997. Im Anschluss versah Weinrauter dann seinen Dienst im Logistikamt der Bundeswehr in St. Augustin. Weitere Stationen waren das Instandsetzungs- und Versorgungs-Bataillon 131 in Erfurt und als Rüstungs-Stabsoffizier im Heeresunterstützung-Kommando in Koblenz.

Truppenluft schnupperte Weinrauter bis 2003 im Instandsetzungs-Bataillon in Unna und im K-FOR-Einsatz als Leiter der Kampfmittelabwehr. Seitdem wurde Weinrauter in Köln als Sachgebietsleiter in verschiedenen Abteilungen bis 2012 eingesetzt.

Amtswechsel des Standortältesten

Verbunden mit dem Wechsel des Kommandos ist auch der Amtswechsel des Standortältesten, ein weiteres Amt, das jetzt der neue Kommandant Weinrauter ebenfalls inne hat.
Auch von ziviler Seite gab es Glückwünsche und Abschiedsworte. Bürgermeister Alfred Schrenk (SPD/ PWW) überreichte Reckziegel dankend ein rares Foto und Landrat Thomas Bold (CSU) ein weiteres Präsent. Die Einrichtungen der Bundeswehr seien für Wildflecken seit 75 Jahren von zentraler Bedeutung, hob Bold die Symbiose von Militär und Zivilbevölkerung hervor. Herzliche Abschiedsgrüße kamen ebenfalls von Oberst Fredi Müller, dem Leiter des Gefechtssimulationszentrums. Oberstleutnant Georg Gnan, stellvertretender Kommandeur und Chef des Stabes Nord/Franken vom Landeskommando Bayern, gratulierte dem neuen Standortältesten Weinrauter. "Eine professionelle Ausbildung unserer Soldaten ist hier in Wildflecken gewährleistet", bestätigte General Braunstein, der heuer seit Februar bundesweit für alle Standorte von Übungsplätzen verantwortlich zeichnet und zurzeit für viele Veränderungen aktiv ist. In Wildflecken ergänze der Übungsdienst im Gelände des Truppenübungsplatzes in idealer Weise das moderne Gefechtssimulationszentrum. Die Übungsplätze in Wildflecken, Hammelburg, Ohrdruff und Schwarzenborn hätten sich bisher als geeignete Ausbildungsplätze erwiesen. Der neue Kommandant Weinrauter bringe gute Voraussetzungen für sein neues Amt mit, bestätigte Braunstein. Vorgänger Reckziegel hinterlasse ein gutes Team von professionellen und trainierten Mitarbeitern. "Auf diese Leute können Sie sich verlassen", sagte der General. Trotz umfangreicher Arbeitspakete gelte es, die anvertrauten Übungsplätze weiterhin umzugestalten.

"Mein Vater war ein ambitionierter Wanderer", erinnert sich Braunstein an viele Tagesmärsche und Naturerlebnisse. "Von daher bin ich der Rhöner Region sehr verbunden."


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