Rupboden
Chronik

Stolzer Blick zurück in Rupboden

Die Rupbodener haben zur 700-Jahr-Feier Zeitungsartikel, Fotos und Daten gesammelt. Herausgekommen ist ein ganzes Buch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Haben soeben den ersten Blick in die druckfrische Chronik geworfen und sind mehr als zufrieden (von links): Adam Reusch, Thomas Hüfner, Karl Kohlhepp, Erika Hänlein.  Foto: Stephanie Elm
Haben soeben den ersten Blick in die druckfrische Chronik geworfen und sind mehr als zufrieden (von links): Adam Reusch, Thomas Hüfner, Karl Kohlhepp, Erika Hänlein. Foto: Stephanie Elm
+2 Bilder
"Es ist eine einmalige Chance, das mal anzupacken", erzählt Thomas Hüfner, "Hauptverantwortlicher, Initiator und Planer" der Rupbodener Chronik. Die 700-Jahr-Feier war zum Anlass genommen worden, endlich ein solches Geschichtswerk zu erstellen.

Am Anfang stand eine Bilder-Sammel-Aktion im ganzen Dorf und viel Skepsis seitens einiger Rupbodener: "Was hat Rupboden denn für eine Geschichte?" und "Das gibt höchstens ein Heftchen" bekam die Gruppe zu hören, die das in Angriff nehmen wollte. "Das spornte uns an", sagt Thomas Hüfner. Gut 1000 Fotos kamen zusammen sowie eine ungeahnte Fülle an Daten und Informationen, die nun auf 216 Hochglanzseiten gebunden wurden.


Geschichtsnachmittage

In drei für das ganze Dorf organisierten Geschichtsnachmittagen warfen die Verantwortlichen die gesammelten und eingescannten Bilder mit einem Beamer an die Wand. Jeder kannte jemanden auf den Fotos, so dass Namen, Orte und Jahreszahlen nahezu lückenlos zusammen getragen werden konnten.

Thomas Hüfner war viel unterwegs. Zwischen Staatsarchiv in Würzburg, dem Henneberg-Archiv in Meiningen und dem Merck-Archiv in Darmstadt pendelte er hin und her. Großen Dank zollt er Freiherr Lutz von Thüngen, der ihm Nachforschungen in seinem Familienarchiv ermöglichte.

Adam Reusch hatte bereits einen Fundus vom ehemaligen Förster Wilhelm Müller übernommen. Müller selbst hatte bereits viele Daten, Bilder und Zeitungsartikel gesammelt und dazu Informationen an Adam Reusch weitergegeben. "Die alten Hausnamen, alles von der Schule und der Post... da hatte ich schon 20 Seiten zusammen", erzählt Reusch. Darüber hinaus war Wilhelm Müller unersetzlich bei der Übersetzung der altdeutschen Schrift in alten Urkunden.

Erika Hänlein war später von der Geschichts-Gruppe einfach "rekrutiert" worden. Die Einzige aus der Gruppe, die eine echte Rupbodener "Ureinwohnerin" ist, konnte in den Aufzeichnungen ihrer Mutter, Tante und Großeltern kramen, auf diese Weise 200 Jahre zurückblicken und die historischen Fakten mit lebendigen Geschichten anreichern: "Viele werden über ihre Wurzeln mehr erfahren", ist sich die ehemalige Lehrerin sicher.

Im Zuge der Arbeit an der Chronik habe sie "Respekt vor dem Tun und den Leistungen unserer Vorfahren" bekommen. Jeder Einzelne hatte in Folge der ehrenamtlichen Recherche einen für sich unersetzbaren individuellen Nutzen.


Harmonische Teamarbeit

Karl Kohlhepp war wegen seiner Erfahrungen im Buchdruck für das Layout verantwortlich, betont aber die gute Teamarbeit: "Wir waren immer offen und ehrlich zueinander. Es gab keine Probleme, nur Lösungen."

Mitte des vergangenen Jahres habe die Gruppe den zeitlichen Druck zu spüren bekommen. Man traf sich öfter und bekam auch "Hausaufgaben" auf, wie zum Beispiel Lektorenarbeit.

Entgegen aller Unkenrufe hatten die Rupbodener Chronisten am Ende mehr Daten, als sie selbst zu hoffen gewagt hatten. "Man hätte noch mehr Infos und Bilder in das Buch packen können, aber irgendwo muss man mal einen Cut machen", so Thomas Hüfner.


Einiges zu bieten

Stand am Anfang die Frage, welche geschichtlich relevanten Ereignisse Rupboden vorzuweisen hätte, besteht jetzt kein Zweifel mehr daran, dass Rupboden einiges zu bieten hat. So ist Rupboden wohl der "einzige Ort, der eine Eisenbahn, als auch eine Autobahn hatte - fast", scherzt Karl Kohlhepp mit Verweis auf die "Strecke 46". Thomas Hüfner stimmt zu: "Das ist einmalig und ein Wahrzeichen für Rupboden."

Erika Hänlein stieß bei ihren Forschungen auf ein Gebäude, das niemand mehr kannte. Im heutigen "Schafgrund" war etwa im Jahr 1620 ein ungewöhnlich großer Bau errichtet worden, der etwa 300 Jahre lang Schafherden Schutz bot.
Nicht nur historisch belegte Daten waren von Interesse, sondern "es ging uns um das Leben der Menschen", berichtet Hänlein. Nachdem auch die jüngere Geschichte mit der Poolparty, Rupbodener Gewerbe und der Weltrekord im Tischfußball Teil der Chronik sind, möchten zumindest Thomas Hüfner und Karl Kohlhepp weitermachen. Auf zwei Festplatten ist die enorme Datenmenge gespeichert und soll weiter gepflegt werden.

Die 700-Jahrfeier in Rupboden
Chronik
Die Vorstellung der Rupbodener Chronik findet am Sonntag, den 14. Mai um 15 Uhr in der Festhalle statt. Gleich danach kann die Chronik erworben werden, später auch bei der 700-Jahr-Feier sowie im Rathaus und bei Zweirad Bohn. Unter www.rupboden.de kann das Buch reserviert werden.

Festprogramm Das Dorf feiert vom 27. bis zum 29. Mai. Los geht es am Samstag ab 18 Uhr, um 21 Uhr spielt die "Münchner Zwietracht". Der Festgottesdienst eröffnet den Sonntag um 9 Uhr, danach kann die begehbare Chronik besichtigt werden. Ab 11.30 Uhr gibt es Mittagessen, dazu spielt der Musikverein Zeitlofs. Um 15 Uhr startet der Familiennachmittag mit dem "Kunterbunten Kinderzelt". Es werden geführte Planwagenfahrten organisiert sowie Führungen zur historischen Reichsautobahn "Strecke 46". Am Montag ist ab 15 Uhr ein Heimatnachmittag mit den Waldfensterer Rucksackmusikanten. Ab 17 Uhr klingt mit Schlachtschüsselessen und den "Original Weißenbacher Schlosshofmusikanten" das Fest aus.

Tickets Weitere Informationen sowie Tickets und Tischreservierungen für das Festprogramm am Samstagabend gibt es unter https://rupboden700.wordpress.com/eine-seite/festprogramm/

Geschichte Rupboden wird erstmals 1317 im Lehenbrief der Herren Henneberg genannt. In verschiedenen Quellen wandelt sich der Name von "Siedlung des Ruodboto" über "Zum Rapoten" sowie weiteren Varianten zu der heutigen Bezeichnung. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Rupboden zur Thüngenschen Cent. Bis zur Gebietsreform 1978 bestand die politische Gemeinde "Eckarts-Rupboden", seitdem ist Rupboden Teil der Gemeinde Zeitlofs. blm
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren