Laden...
Schwarzenfels
Idee

Schwarzenfelser Züchterin glücklich unter Waldziegen

Idee Mit Emily und Rosalie fing alles an. Michaela Maienschein züchtet seit acht Jahren in Schwarzenfels Thüringer Waldziegen.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Nach acht Jahren gehen mir langsam die Namen aus", erzählt die Schwarzenfelser Ziegenzüchterin Michaela Maienschein inmitten ihrer 17 Thüringer Waldziegen.  Foto: Julia Kress
"Nach acht Jahren gehen mir langsam die Namen aus", erzählt die Schwarzenfelser Ziegenzüchterin Michaela Maienschein inmitten ihrer 17 Thüringer Waldziegen. Foto: Julia Kress
Sobald Michaela Maienschein die Stalltür aufmacht, hört man flugs das Läuten von kleinen Glöckchen und raschelndes Stroh: Dann hält es keine ihrer 17 Ziegen, alle stürmen auf ihre "Ziegen-Mama" zu. Seit acht Jahren züchtet die 48-Jährige die bedrohte Thüringer Waldziege.

"Mein damals zehnjähriger Sohn wollte gerne zwei Ziegen halten", erinnert sich Michaela Maienschein. Für die Schwarzenfelserin kein Problem: Die gelernte Gärtnerin hatte in einen Bauernhof eingeheiratet, die Ställe der Mutterkühe waren seit dem Tod ihres Schwiegervaters leer. Sie selbst "fand Ziegen schon immer gut", verbrachte in ihrer Kindheit die Ferien auf dem Bauernhof oder bei Verwandten mit Haustieren.


Damals noch bunt Gemischte

"Als ich dann meinen Mann geheiratet habe, hatte ich alles: Schweine, Kühe, Hühner, Katzen, Hunde - was eben zu einem Bauernhof gehört", erzählt Maienschein schmunzelnd. Und so zogen vor acht Jahren die ersten beiden Ziegen bei Maienscheins ein. "Emily und Rosalie hießen unsere beiden Ziegen, damals noch bunt gemischte", erinnert sich die 48-Jährige, die seit zweieinhalb Jahren in der Klosterhöfer Ziegenkäserei arbeitet.

Die Schwarzenfelserin kaufte dann einen Bock, Freddy. Und weil Ziegen relativ schnell - mit vier Monaten - geschlechtsreif werden und Zwillings- und Drillingsgeburten der Normalfall sind, wuchs die kleine "kunterbunte Misch-Masch-Herde" schnell an. "Beim ersten Mal hatten wir gleich vier Lämmer", erzählt Maienschein, die ihren Ziegen aber rund eineinhalb Jahre Zeit lässt, bis sie "zum Bock kommen". "Da achte ich schon auf die richtige Entwicklung", informiert Maienschein. Doch die bunten Ziegen gefielen der 48-Jährigen irgendwann nicht, sie hatte die Thüringer Waldziege, eine bedrohte Haustierrasse, ins Auge gefasst. "Seit zwei Jahren nun haben wir nur noch Thüringer Waldziegen", erklärt die Ziegenzüchterin, die Mitglied im Hessischen Ziegenzucht-Verband ist.


Bock alle zwei Jahre austauschen

"Um besonders schöne Tiere zu bekommen, war ich damals sogar in Thüringen und Sachsen", berichtet die 48-Jährige, die aber auch von einem Züchter aus Weiperz Tiere erhält. "Der Bock muss etwa alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Behält man die Nachzucht, braucht man eben auch mal neues Blut", erklärt die Ziegenzüchterin, die ihre Tiere im ersten Jahr auch gemolken und aus der Milch Frischkäse gemacht hat. "Ziegenmilch ist viel wertvoller und gesünder für den Menschen, weil sie besser aufgespalten werden kann."


Verkauf an Privatleute

Jedes Jahr verkauft Michaela Maienschein Ziegen an Züchter oder Privatleute, fünf bis sechs werden geschlachtet. "Je nachdem, wie viele Böckchen geboren wurden", erklärt die Schwarzenfelserin. Denn die kann sie nicht behalten. Bis auf Horst. "Ihn habe ich selbst aufgepäppelt, und er hat die ersten drei Tage bei uns im Haus verbracht", verrät die gelernte Gärtnerin, die bei den meisten Geburten dabei ist. "Allerdings musste er dann kastriert werden, damit er nicht so stinkt", gesteht sie lachend.

Bei ihren Züchtungen achtet Maienschein darauf, bockige und schlecht gebärende Ziegen auszusortieren. Die, die bleiben dürfen, werden rund acht bis neun Jahre alt, sollen "ruhig fünf Mal ablammen". "Zum Schlachten bringe ich sie zusammen mit meinem Sohn selbst weg", berichtet die 48-Jährige. "Ich will mich vergewissern, dass es ihnen auch bis zum Ende gut geht." Generell achte sie darauf, Ziegen nur an vernünftige Halter abzugeben.


Tieren soll es gut gehen

"Den Tieren, die bei mir sind, soll es gut gehen", sagt Maienschein und erzählt, dass die Ziegen von etwa April bis November draußen sind, den Winter verbringen sie im Stall. In Zukunft werden ihre Tiere auch in der Landschaftspflege für den Naturschutzbund "tätig" sein und etwa Flächen in Quellgebieten freihalten. Jeden Tag schaut sie nach ihnen. "Ich verbringe schon viel Zeit bei meinen Tieren. Nach einer Woche Urlaub bekomme ich Sehnsucht", lacht sie. "Jeden Tag setze ich mich dazu, gucke, ob es ihnen gut geht, und baue so Vertrauen auf."


Macht einfach Spaß

Besonders im Sommer sei es schön: "Ich sitze dann auf einer Decke auf der Wiese und genieße den Abend. Mir macht es einfach Spaß". Julia Kreß


Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren