Bad Brückenau
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Rhönklub - wie geht es weiter?

Der bisherige Vize-Präsident Bernd Müller-Strauß will bei der nächsten Hauptversammlung seine Ämter zur Verfügung stellen. Es gehe ihm nicht nur um seine Person, sondern auch um die Zukunft des Rhönklubs.
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Bernd Müller-Strauß möchte mit seiner Ankündigung erreichen, dass sich die Mitglieder Gedanken über den Verein machen.  Foto: Daniela Petersen
Bernd Müller-Strauß möchte mit seiner Ankündigung erreichen, dass sich die Mitglieder Gedanken über den Verein machen. Foto: Daniela Petersen
Wie geht es personell mit dem Rhönklub weiter? Wird der bisherige Vize-Präsident und Schriftleiter Bernd Müller-Strauß dem neuen Gremium des Hauptvorstandes noch angehören? Noch gut drei Wochen, dann wird der Rhönklub zu seiner 138. Hauptversammlung in Schlüchtern zusammenkommen. Einer der Hauptpunkte wird die Neuwahl des Hauptvorstandes sein. Überraschungen sollte es eigentlich keine mehr geben, denn die Personalien sind bekannt, die Kandidaten haben sich bereits öffentlich über die Presse und die erste Ausgabe der Rhönklub-Zeitschrift "Die Rhön - wandern und mehr" zu Beginn des Jahres 2014 vorgestellt. Doch in der neuen Ausgabe, die jetzt den Mitgliedern zugestellt wird, kündigt Bernd Müller-Strauß an, seine Ämter zur Verfügung zu stellen. Was hat Bernd Müller-Strauß zu diesem Schritt veranlasst? In einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärte er die Hintergründe.
Viele Gespräche und Beratungen seien der Kandidatensuche vorausgegangen, erinnerte der Vize-Präsident Bernd Müller-Strauß an die vergangenen Monate, die für den Gesamt-Rhönklub nicht einfach waren. Die Hauptversammlung in Schlüchtern sei für ihn Wegweisend für die Zukunft des Rhönklubs, aber auch für seine eigene Zukunft im Rhönklub. "Es ist kein Rücktritt. Ich stelle lediglich die Ämter für andere Kandidaten zur Verfügung", erklärte er. "Gerade in den letzten Monaten habe ich mir viel Zeit genommen, zu reflektieren und nachzudenken." Einerseits führte er seine Gesundheit und Lebensqualität als Grund an, doch das allein sei nicht ausreichend und nicht der alleinige Grund. Die Suche der neuen Kandidaten habe er mit großem persönlichem Einsatz betrieben und er habe auch viel Zustimmung erfahren. Bitter sei jedoch, dass es noch mehr Kritik und noch mehr "hinten herum" gab.

Diskussion über die Zukunft

Diese Art der Stimmungsmache, der zermürbenden Kritik und Unehrlichkeit möchte sich Bernd Müller-Strauß nicht länger aussetzen. Doch es gehe ihm nicht nur um seine Person, sondern auch um den Rhönklub an und für sich. "Mit meiner Ankündigung möchte ich erreichen, dass sich die Mitglieder Gedanken über die Zukunft des Rhönklubs machen und das diskutiert wird. Es ist nicht egal, wie wir weiter machen und das muss allen klar sein." Der Rhönklub habe mit dem Erhalt der Milseburghütte, der Erarbeitung einer neuen Satzung und der Herausforderung die Mitgliederzahlen zumindest stabil zu halten, genügend Herausforderungen vor sich, die im vergangenen Jahr nur sehr begrenzt angegangen worden seien.
Die zur Verfügung stehenden Kräfte in Grabenkämpfen, in haltloser Kritik und durch Reden hinter dem Rücken anderer zu zermürben, dazu sei der Rhönklub nicht da und dazu möchte sich Bernd Müller-Strauß nicht mehr hergeben. Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz - das müsse der Weg in die Zukunft des Rhönklubs sein. Natürlich gehöre dazu auch Kritik, aber keine verletzende oder unsachliche, sondern konstruktive. "Ich mag das Gejammer nicht mehr hören, wenn kritisiert wird, dann so, dass auch gleich Alternativen aufgezeigt werden." Wichtig ist Bernd Müller-Strauß, dass die negativen Emotionen im Rhönklub endlich zur Ruhe kommen, vor allem dass die Lagerbildung Ost-West endlich aufhöre. "Es kann doch nicht sein, dass im Vorfeld der Wahl moniert wird woher Kandidaten kommen. Der Rhönklub hat es nicht nötig einen Streit zwischen Bundesländern zu kreieren."
In der Hauptversammlung möchte Bernd Müller-Strauß seine Ankündigung öffentlich vortragen. "Ich hänge an keinem Posten. Und ich stelle alle zur Verfügung weil ich konsequent bleiben will." Eine erneute Kandidatur hänge von den Diskussionen und Reaktionen vor Ort ab. "Ich möchte eine Reaktion haben und ich möchte Diskussionen haben. Aber wenn alte Rechnungen aufgemacht werden, die Emotionen hochkochen, wenn verletzend miteinander umgegangen und die Vergangenheit wieder Thema wird, dann werde ich mich nicht mehr zur Wahl stellen. Das habe ich für mich klar entschieden." Weitere Jahre möchte er sich nicht wieder so belasten, wie das zuletzt der Fall war. "Ich bin über meine persönliche Schmerzgrenze gegangen. Sicher, ich habe auch Fehler gemacht, aus Überforderung heraus, weil die Kommunikation nicht stimmte, aus menschlichen Emotionen heraus", räumte er ein. Darüber könne nun trefflich gestritten werden, ebenso über die Rolle des verstorbenen Ewald Klüber als Präsident des Rhönklubs, wie auch über künftige Personalien. Er sei mit Herz und Leidenschaft Rhönklubler, übe das Ehrenamt gerne aus, aber nicht mehr um jeden Preis.

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