Laden...
Sinntal
Neue Energien

Planungen für einen Windpark in Sinntal

Die meisten Bad Brückenauer kennen die Straße von Züntersbach nach Schwarzenfels. Nun plant ein Investor aus Brandenburg in dem Gebiet einen Windpark. Die Gemeinde Sinntal lehnt das Projekt ab.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Straße von Züntersbach nach Schwarzenfels. Nun plant ein Investor aus Brandenburg in dem Gebiet einen Windpark. Foto: Ulrike Müller
Die Straße von Züntersbach nach Schwarzenfels. Nun plant ein Investor aus Brandenburg in dem Gebiet einen Windpark. Foto: Ulrike Müller
Wenn es nach dem Willen des Planungsbüros Wenger-Rosenau aus dem brandenburgischen Neuruppin geht, soll zwischen Züntersbach und Schwarzenfels ein Windpark mit neun Anlagen entstehen. Das RhönEnergie-Tochterunternehmen SynEnergie, das den Windpark Buchonia zwischen Ramholz und Sterbfritz bauen will, entwickelt unterdessen ein weiteres Projekt 1,6 Kilometer östlich von Gundhelm.

"Es ist wahrscheinlich, dass hier ein Windpark entsteht, aber ich kann nicht sagen, wann", sagt Christian Wenger-Rosenau, Geschäftsführer des gleichnamigen Planungsbüros. Für 35 Millionen Euro will das Unternehmen neun Anlagen mit einer Gesamthöhe von 185 Metern errichten. Wenger-Rosenau habe bislang in 18 Jahren 40 Projekte realisiert - viele davon in Brandenburg.

Seit sieben Jahren baut das Unternehmen auch in Hes sen Windkraftanlagen, ein Windrad steht in Schlüchtern.

Vorrangfläche für Windenergie

Die Bedingungen zwischen Schwarzenfels und Züntersbach bezeichnet der Geschäftsführer als gut. Das Areal sei vom Regierungspräsidium Darmstadt (RP) als Vorrangfläche für Windenergie ausgewiesen. "Hier wurden wenige Konflikte bezüglich des Naturschutzes und des Artenvorkommens festgestellt", erklärt Wenger-Rosenau.

Allerdings lässt er auch durchblicken, dass er mit dem Verlauf der Gespräche mit der Gemeinde Sinntal nicht wirklich zufrieden ist. "Es gibt in Deutschland die Energiewende, und die ist auch vom Land Hessen gewollt", betont der Brandenburger. Deshalb habe das RP als der Gemeinde übergeordnete Behörde auch die Flächen ausgewiesen. Sinntal habe hingegen lediglich einen Aufstellungsbeschluss gefasst.

Verteilung von Standorten

"Das ist aus unserer Sicht unbefriedigend. Es gab zwar Gespräche, aber wir haben nur gesagt bekommen, dass wir abwarten sollen", berichtet Wenger-Rosenau. Er habe den Eindruck, dass die Verwaltung in Sinntal das von seinem Unternehmen geplante Projekt hinauszögere.

"Wir haben bereits eine Absage erteilt. Und klargestellt, dass wir das Projekt nicht unterstützen", erklärt Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD), der die Gemeindevertreter am Montagabend über die Bauabsicht unterrichtet hatte. Die Kommune verfolge mit ihrem Aufstellungsbeschluss eine Verteilung von Standorten, in der die von Wenger-Rosenau präferierten Flächen nicht vorgesehen seien.

Konkret hatte die Gemeinde Flächen nordöstlich von Sterb fritz im Bereich Sense Berg/ Breite First und östlich von Oberzell im Bereich Sandberg als "sehr gut geeignet" ausgewiesen. Der Bereich zwischen Züntersbach und Schwarzenfels zeige laut einem Gutachten, das die Kommunalverwaltung in Auftrag gegeben hatte, hingegen nur eine "gute Eignung".

Stelle der brandenburgische Investor beim Regierungpräsidium dennoch einen Genehmigungsantrag, wolle die Gemeinde - wie aktuell im Fall Buchonia - auf eine zurückstellende Wirkung klagen, kündigt Ullrich an. Und er zog noch eine Parallele: Zwischen Schwarzenfels und Züntersbach beplane der Investor keine gemeindlichen Flächen. "Nach meiner Kenntnis soll das Brandenburger Unternehmen Vorverträge mit Grundstückseigentümern geschlossen haben", sagt der Rathauschef.

Gerüchte

In der Region machen bereits die Gerüchte um einen Windpark "Breite First 2" oder "Buchonia 2" die Runde. Auf Anfrage der Kinzigtal Nachrichten bestätigt die RhönEnergie Fulda, dass deren Tochterunternehmen SynEnergie GmbH derzeit Pläne für einen Windpark in einem benachbarten Gebiet entwickelt. "Dieses liegt im Bereich eines alten Munitionsdepots, 1,6 Kilometer östlich von Gundhelm auf dem Stadtgebiet Schlüchtern", heißt es dazu aus Fulda. Da sich die Flächen mindestens zwei Kilometer nordöstlich der Grenze des Windparks "Buchonia" befinden, dürfte der dort geplante Windpark von den Ortschaften in der Nähe des Windparks "Buchonia", also Sterbfritz und Ramholz, gar nicht und von Vollmerz und Hinkelhof kaum wahrnehmbar sein. Zudem würden zu diesen Ortschaften Abstände von mehreren Kilometern bestehen. Zur geplanten Anzahl und Nabenhöhe der Anlagen sowie zur Investitionssumme konnte die Pressestelle der RhönEnergie zunächst keine Angaben machen, da der zuständige Mitarbeiter nicht im Hause war.

Vorbereitungen laufen

Die Vorbereitungen für den Bau des Windparks Buchonia zwischen Ramholz und Sterbfritz laufen indes. Wie der Fuldaer Energieversorger mitteilt, könnten in den kommenden Tagen und Wochen auf den dafür benötigten Flächen Fäll- und Rodungsarbeiten stattfinden. Andreas Ungermann

Verwandte Artikel