Oberleichtersbach
Spendenaktion

Oberleichtersbacher spenden ihre Trikots und Bälle für arme Kinder

Oberleichtersbachs Fußballer räumten mal richtig auf - und hatten eine Idee, sehr zur Freude für die Kinder in Rumänien. Der Verein will damit auch ein Zeichen setzen.
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Der Vorsitzende der SG Oberleichtersbach, Ullrich Geppert (von links), übergibt die gespendete Fußballausrüstung an Kai Handel. Die beiden Abteilungsleiter Volker Enders und Christian Zirkelbach räumten zusammen das Sportheim aus und verpackten die Sachen. Foto: SG Oberleichtersbach
Der Vorsitzende der SG Oberleichtersbach, Ullrich Geppert (von links), übergibt die gespendete Fußballausrüstung an Kai Handel. Die beiden Abteilungsleiter Volker Enders und Christian Zirkelbach räumten zusammen das Sportheim aus und verpackten die Sachen. Foto: SG Oberleichtersbach
Über die Jahre bleibt in so manchen Sportvereinen einiges liegen. Mal vergisst jemand seine Trainingsbekleidung. Ein anderer denkt nicht an seine Fußballschuhe. Und ein Dritter lässt Schienbeinschoner liegen, die man eigentlich noch benutzen könnte.

Die Sachen wandern dann erst einmal gesammelt in einen Abstellraum. Aber wenn niemand danach fragt, dann liegen sie dort oft jahrelang und verstauben. Auch ausrangierte Trikotsätze aus vergangenen Spielzeiten lassen sich dort oftmals sauber verpackt finden.

Doch was soll man irgendwann mit den ganzen Sachen machen, wenn der Raum aus allen Nähten platzt? Zum Wegwerfen sind die meisten Ausrüstungsgegenstände noch zu schade, denn viel zu teuer war deren Anschaffung.

Sieben Trikotsätze und 25 Bälle

Auch bei der SG Oberleichtersbach gab es dieses Problem. Als Christian Zirkelbach den überfüllten Raum ausräumen wollte, kam ihm jedoch eine ganz besondere Idee. "Viele Sachen sind noch gut erhalten und zu schade zum Wegwerfen. Man könnte die Ausrüstung ja für einen guten Zweck spenden", erzählt der Abteilungsleiter. Prompt sprach er den Vorschlag bei der nächsten Vereinssitzung an und bekam rege Zustimmung aus der Vorstandsriege. "Wir könnten damit da helfen, wo es auch nötig ist. Fußballsachen sind doch das Größte für ein Kind und könnten das Leid ein wenig lindern", erzählt Vorsitzender Ullrich Geppert.

Doch welcher Organisation könnte man die Sachen vermachen? Diese Frage stellte sich auch den Verantwortlichen der SG Oberleichtersbach. Nach kurzer Überlegung hatte Geppert dann die Idee: "Eine meiner Angestellten hat mir schon viel über "das kunterbunte Kinderzelt" in Schlüchtern erzählt. Dann habe ich da einfach mal angerufen." Der erste Kontakt mit Kai Handel, der einer von drei Vorsitzenden des "kunterbunten Kinderzelt" ist, verlief sehr positiv, und die Idee konnte prompt umgesetzt werden.

Nur einige Tage später begannen die beiden Abteilungsleiter der SG Oberleichtersbach, Volker Enders und Christian Zirkelbach, damit, die Sachen zu verpacken. "Erschreckend, was bei uns so alles liegen bleibt", sagt Zirkelbach. Sieben Trikotsätze, 25 Fußbälle und jede Menge Jacken, Pullover und T-Shirts wurden anschließend an Handel übergeben. "Ich habe mich sehr über die Sachen gefreut", erzählt dieser.

Auf Vorbildfunktion hinweisen

"Fußballschuhe, Bälle und komplette Trikotsätze werden uns eher selten gespendet", betont der 37-Jährige. Die Sportsachen werden im nächsten Frühjahr nach Rumänien geliefert. In eine Stadt namens Blan, im Osten von Rumänien. Dort leben die meisten der etwa 7000 Einwohner unterhalb der Armutsgrenze. Aber es gibt dort einen kleinen Fußballverein. "Die Sachen werden dann in dem Verein verteilt, vorwiegend natürlich an Kinder. Die bekommen immer leuchtende Augen, wenn sie einen Fußball sehen", berichtet Handel.

Das soll aber keine einmalige Sache bleiben. Der Verein will damit auch ein Zeichen setzen. "Wir haben eine Vorbildfunktion und wollen gerade jetzt in der Weihnachtszeit auch mal zum Nachdenken anregen", erzählt Christian Zirkelbach. Zudem gibt es auch Überlegungen über eine längerfristige Fußballpatenschaft. Doch eine konkrete Umsetzung gibt es dafür noch nicht. "Eine Patenschaft über die Grenzen hinaus, das wäre doch was. Dann könnten wir uns sicher sein, dass die Sachen auch da ankommen, wo sie helfen können", erzählt Geppert.
Mit der Spendenaktion sind der SG Oberleichtersbach keinerlei Kosten entstanden. Ein Grund mehr, sich darüber Gedanken zu machen und um das Leid auf der Welt ein wenig zu lindern. Sport kann über Landesgrenzen hinaus verbinden, und selbst mit einfachen Dingen und Mitteln kann man Bedürftige in anderen Ländern unterstützen, wie das Beispiel der SG Oberleichtersbach eindrucksvoll zeigt.




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