Bad Brückenau
Medizin

Neues Zentrum für Plastische und Handchirurgie in Brückenau

Die Capio Franz von Prümmer Klinik besitzt seit dem 1. Januar ein neues Zentrum für Plastische und Handchirurgie. Thomas Feldhaus ist der neue Chefarzt dieser Abteilung.
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Die Plastische Chirurgie bietet moderne Methoden zur Defektdeckung nach Unfällen oder Krankheiten. Auch in der Capio Franz von Prümmer Klinik in Bad Brückenau ist dies nun möglich.  Foto: C3 Public Relations Klinikkommunikation und Litigation PR
Die Plastische Chirurgie bietet moderne Methoden zur Defektdeckung nach Unfällen oder Krankheiten. Auch in der Capio Franz von Prümmer Klinik in Bad Brückenau ist dies nun möglich. Foto: C3 Public Relations Klinikkommunikation und Litigation PR
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Mit dem Angebot eines weiteren Spezialgebiets der medizinischen Versorgung will sich die Capio Franz von Prümmer Klinik weit über die Grenzen der Region einen Namen machen. Auch will sie damit zugleich den Bestand des Akutkrankenhauses in Bad Brückenau sichern.

Seit 1. Januar verstärkt der gebürtige Westfale Thomas Feldhaus (55) als Chefarzt des neuen Zentrums für Plastische und Handchirurgie das Fachärzteteam. Als "hochqualifiziert und kompetent" lobte ärztlicher Direktor Wes Nakchbandi im Pressegespräch seinen neuen Kollegen. Mit seiner umfassenden Ausbildung und Erfahrung in den verschiedenen Fachgebieten der Plastischen Chirurgie biete die Brückenauer Klinik eine in der Region einmalige chirurgische Versorgung. "Das ist nicht selbstverständlich."

Auch die Stadt profitiere von neuen Patienten und deren Begleitpersonen durch zusätzliche Übernachtungen und Umsatz in der Gastronomie. "Wir müssen uns in keiner Weise verstecken", bestätigte Feldhaus die Vielfalt seines neuen Leistungsangebots. Es sei das Ergebnis 25-jähriger Berufserfahrung in allen Bereichen der Plastischen Chirurgie. Um dies zu erreichen, wechselte Feldhaus seit seinem Start als Stipendiat an der Chirurgischen Uniklinik Würzburg alle paar Jahre den Arbeitsplatz. "Ich bin ehrgeizig und zielstrebig", nannte er als Grund. Jede Klinik sei auf ein Fachgebiet spezialisiert. Ein umfassendes Wissen könne man sich deshalb nur durch Wechsel aneignen.

So war Feldhaus Ende der 90er-Jahre leitender Oberarzt in Bremerhaven, bis ihm dort 1999 die kommissarische Leitung der Abteilung übertragen wurde. Weitere Leitungsfunktionen folgten in Fulda, Bad Hersfeld, Magdeburg und zuletzt von 2004 bis 2014 als Chefarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederher stellungschirurgie am Klinikum in Tuttlingen (Baden-Württemberg). Feldhaus betonte: "In der Plastischen Chirurgie ist man nur gut, wenn man alt ist." Denn hier sei Erfahrung gefordert.

Patienten die Schmerzen nehmen

Ein Spezialgebiet des neuen Chirurgen liegt in der Versorgung von Patienten mit schwerwiegenden Gelenkschäden der Hand- und Fingergelenke bei Erkrankungen wie Morbus Bechterew oder der rheumatoiden oder verschleißbedingten Arthritis, die an der Klinik künftig mit innovativen Verfahren der Fingergelenksimplantation versorgt werden können. "Damit ist es heute möglich, die Funktionsfähigkeit der Finger auch bei schweren Gelenkschäden deutlich zu verbessern, und vor allem den Patienten die Schmerzen zu nehmen, die durch Gelenkerkrankungen verursacht werden können", beschreibt Feldhaus sein Verfahren. Seit vielen Jahren ist er in Zusammenarbeit mit einem Tuttlinger Medizintechnikzentrum an der Weiterentwicklung moderner Implantate und Techniken beteiligt und zählt nach Angaben der Klinik zu den führenden Experten auf diesem Gebiet.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Plastische und Rekonstruktive Chirurgie. Dazu zählen die Wiederherstellung von Defekten nach Tumoren oder Unfällen sowie Eingriffe für ästhetische Korrekturen. "Es bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen unserer Klinik", versicherte der Chefarzt.

Mit dem Zentrum für Plastische und Handchirurgie verfügt die Prümmer-Klinik zudem über einen weiteren Bereich zur Unterstützung der "Altersmedizin", wodurch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der 30 Betten großen geriatrischen Abteilung möglich ist. "Wir können in Zukunft mehr im eigenen Haus machen und brauchen unsere Patienten nicht mehr zu verlegen", freut sich deren Chefarzt Tobias Goebel.

Akutkrankenhaus sichern

Das neue Zentrum für Plastische Chirurgie ist nach dem erfolgreichen Start des Venenzentrums vor gut einem Jahr ein weiterer Schritt, den Bestand des Akutkrankenhauses und dessen Arbeitsplätze zu sichern. "Um unser Brückenauer Haus rentabel führen zu können, brauchen wir 50 000 bis 70 000 Einwohner in der Region", rechnete Capio-Geschäftsführer Klaus Wöhrle vor. "Wir haben hier aber nur 20 000." Allein als Akutkrankenhaus sei die Capio Franz von Prümmer Klinik mit ihren 90 Betten deshalb nicht lebensfähig. Noch immer arbeite das Brückenauer Haus mit Verlust, der Jahr für Jahr vom Träger Capio Deutsche Klinik GmbH ausgeglichen wird. "Wir brauchen diese zusätzliche Spezialisierung, um unseren Wirkungskreis erweitern und dadurch den Bewohnern die Basisversorgung sichern zu können."

Bürgermeisterin freut sich

Darüber freut sich besonders Bad Brückenaus Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). "Die Plastische Chirurgie passt doch gut in unsere Stadt und zum Staatsbad." Wichtig ist ihr der Erhalt des Akutkrankenhauses für alle Brückenauer, bei nur 6600 Einwohnern nicht selbstverständlich. Sie konstatierte: "Das ist schon etwas Besonderes." Nicht jedem in der Stadt sei dies bewusst. "Daran müssen wir Brückenauer noch arbeiten: Es ist unser Krankenhaus."

Info-Veranstaltung

Die erste Patienten-Informationsveranstaltung "Aktuelles aus der Handchirurgie" mit Chefarzt Dr. Thomas Feldhaus ist am Mittwoch, 28. Januar, 18 Uhr, in der Capio Franz von Prümmer Klinik (Konferenzraum).

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