Wildflecken
Gemeinderat

Neues Mitglied kurz vor der Wahl

Oliver Masso rückt bei der CSU/PWG-Fraktion für Hansi Heil nach. Diskutiert wurden die Jahresrechnung 2011 und die Internet-Versorgung der Gemeindeteile.
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Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Jahresrechnung 2011 beschlossen. Größtes Projekt war damals die Neugestaltung des Kirchenumfelds im Gemeindeteil Oberbach. Fotos: Sebastian Schmitt-Mathea
Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Jahresrechnung 2011 beschlossen. Größtes Projekt war damals die Neugestaltung des Kirchenumfelds im Gemeindeteil Oberbach. Fotos: Sebastian Schmitt-Mathea
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Wenige Wochen vor der Kommunalwahl gab es im Wildfleckener Marktgemeinderat eine personelle Veränderung: Oliver Masso aus Wildflecken rückte als neues Mitglied für Hansi Heil (CSU/PWG) nach, der sein Amt niedergelegt hatte. Masso wird auch in den Ausschüssen den Platz für Heil einnehmen. Bürgermeister Alfred Schrenk (SPD) nahm die Vereidigung vor. Das Gremium beschloss einstimmig, Masso auch für die verbleibenden Sitzungen der Ausschüsse zu laden.
"Die meisten Zahlen decken sich mit dem Haushalt", sagte Kämmerer Dieter Feller zur Jahresrechnung 2011. Bei der Gewerbesteuer hatte sich eine unerwartete Steigerung ergeben. Im Mittelpunkt der gemeindlichen Investitionen standen das Kirchenumfeld in Oberbach sowie die Sanierung des Oberbacher Kindergartens und der Wildfleckener Jahnstraße.

Leerstand bereitet Probleme

Problematisch waren laut Kämmerer Feller die zahlreichen leer stehenden Gebäude bei der Erhebung von Steuern und Gebühren: "Wir wissen manchmal nicht, wie wir an unser Geld kommen sollen." Dennoch könne die Kommune insgesamt zufrieden sein: "2011 war ein gutes Jahr, die Rücklagen konnten seinerzeit sogar erhöht werden."
Nachfragen gab es zu den unterschiedlichen Gebühren für die Schwimmbadnutzung durch Gruppen und Vereine. Feller erläuterte, dass die Gemeinde immer daran interessiert sei, möglichst langfristig Gruppen für eine regelmäßige Hallenbadnutzung zu interessieren. "Das ist natürlich immer ein Balanceakt. Man muss versuchen, allen Gruppen gerecht zu werden." Der Rechnungsprüfungsausschuss um Wolfgang Illek (CSU) hatte keine Beanstandungen.

Kommune hofft auf Zuschüsse

Zum Thema schnelles Internet sagte Schrenk, dass die Gemeinde nicht mehr allzu lange warten solle, auch wenn die künftigen Fördermöglichkeiten derzeit ungewiss seien. Nun hofft Schrenk auf Unterstützung durch den Landkreis und das Konversionsmanagement.
Kämmerer Feller erläuterte, dass im Wesentlichen die Außenbereiche und der Gemeindeteil Oberwildflecken verbesserungsbedürftig seien. Extrem teuer werde es allerdings, wenn man auch die ganz weit vom Ort entfernten Gehöfte, Weiler und Gebäude neu anschließen müsste. "Wir dürfen Leuten keine falsche Hoffnung machen, wenn wir die Hoffnung dann nicht erfüllen können", sagte Schrenk. Kämmerer Feller erklärte, dass in einem Förderprogramm die versorgte Fläche eingeschränkt werden müsse, um die Wirtschaftlichkeit zu wahren und Zuschüsse zu bekommen.
Thomas Helfrich (CSU/ PWG) kritisierte, dass man die weit vom Ortskern entfernten Gebäude von vornherein kategorisch ausschließt. "Man muss den Bürgern doch erklären, welche technischen Möglichkeiten es geben könnte und welche wirtschaftlichen Hindernisse bestehen. Dann ist es für jeden nachvollziehbar."

Beschwerden der Bürger

Feller plädierte dafür, die extrem unwirtschaftlichen Bereiche aus dem Erschließungsgebiet auszuschließen. Schrenk will dieses Thema noch einmal mit den Netzexperten besprechen. Laut Schrenk steht eine Gesamtsumme von grob geschätzt 450 000 Euro für den Netzausbau im Raum mit einer eventuellen Förderung über 80 Prozent. Gemäß Gemeinderat Illek besteht in Oberwildflecken großer Handlungsbedarf: "Von einer einigermaßen ausreichenden Versorgung kann dort wirklich keine Rede sein. Es gibt massive Beschwerden von Bürgern." Bürgermeister Schrenk sagte, dass in Gemeinden mit sehr vielen Ortsteilen die Problematik einer gleichmäßigen Versorgung noch deutlich schärfer sei. "Da können wir froh sein, dass es letztlich nur um drei Ortsteile geht."

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