Laden...
Bad Brückenau
Renovierung

Neues Kreuz auf dem Kirchturm

Nur durch Zufall war die rostige Kirchturmspitze auf der evangelischen Friedenskirche entdeckt worden. So konnten die notwendigen Erneuerungsarbeiten rechtzeitig erfolgen, bevor das Kreuz vielleicht sogar heruntergestürzt wäre.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf geht's: 30 Meter Auszugshöhe hat der Rettungskorb der Feuerwehr. Damit ging es auf die Kirchturmspitze.  Fotos: Gerd Kirchner
Auf geht's: 30 Meter Auszugshöhe hat der Rettungskorb der Feuerwehr. Damit ging es auf die Kirchturmspitze. Fotos: Gerd Kirchner
+14 Bilder
Einer Feuerwehrübung ist es zu verdanken, dass das rostige Kreuz auf dem Turm der evangelischen Friedenskirche rechtzeitig entdeckt wurde. Inzwischen wurde es ausgetauscht, und am Sonntag bedankt sich die Kirchengemeinde mit einem Gottesdienst bei allen Beteiligten.
Die Brückenauer Feuerwehr verfügt über eine Auszugsleiter mit annähernd 30 Meter Auszugshöhe, um auch bei Häusern mit extremen Hanglagen die Personenrettung erfolgreich durchführen zu können. Die Bedienung dieses Gerätes muss regelmäßig geübt werden, auch unter oft komplizierten Einsatzszenarien.
Eine Übung in diesem Sinne fand im Sommer dieses Jahres am Turm der Friedenskirche statt. Bei dieser Übung entdeckten die Feuerwehrleute rein zufällig, dass Rost und Frost die Konstruktion des Turmkreuzes aufgesprengt hatten - keine Niete konnte da standhalten. Außerdem hatte der Rost einen großen Teil des Sockelquerschnitts weggefressen.
Eine Frage der Zeit, ein oder zwei Frostwinter, bis das Kreuz ungebremst den Weg in die Tiefe gesucht hätte. Am Samstag, 27. September, ersetzten die Feuerwehrleute der Gruppe 5 das alte Kreuz durch ein neues - jetzt aus rostfeiem Stahl und verhinderten somit einen zu befürchtenden Unfall und gaben dem evangelischen Kirchturm wieder das zurück, was er als das Wichtigste zeigen möchte: das Zeichen des Erbarmens für die Welt und die Menschen, die in ihr leben, so Pfarrer Gerd Kirchner.
Und so grüßt das Kreuz der evangelischen Kirche auch hinüber zur katholischen Partnerkirche, ohne deren Gemeindemitglieder die Erneuerung nicht stattgefunden hätte, denn die Gruppe 5 der Feuerwehr ist natürlich ökumenisch.

Tag des Gedenkens

An diesem Sonntag, 9. November möchte sich die evangelische Gemeinde bei der Feuerwehr und der Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks für die Rettungsaktion im September bedanken. Gleichzeitig wird auch an diesem besonderen Tag der deutschen Geschichte gedacht.
Erinnert wird in dem Gottesdienst daran: unter dem alten Kreuz besuchten Menschen die Friedenskirche, die Zeitzeugen des 9. Novembers 1918 waren, an dem das Ende des alten Kaiserreiches verkündet wurde. Unter diesem Kreuz besuchten Menschen das Gotteshaus, die die Dramatik des 9. Novembers 1938 miterlebten. Unter diesem Kreuz wurde gebangt und gebetet als die Menschen in den neuen Bundesländern demonstrierten und mit dem 9. November das Aufbrechen der üblen Strukturen des DDR-Staates erlebten. Unter diesem Kreuz konnten Menschen aber auch eine neue geistliche Heimat finden, die als Übersiedler nach Russland wieder zurücksiedelten in das Land, aus dem sie vor vielen Generationen auf der Suche nach Bleibe und Wohlstand ausgesiedelt waren. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr in der Friedenskirche.


Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren