Motten
Kultur

Motten: Mit den Waffeln einer Frau

Heimspiel hieß es für Marianne Blum am Samstagabend. Gemeinsam mit Marina Gajda präsentierte sie das Klischee Frau in allen Facetten.
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Das Klischee der Frau füllte das Programm "Waffeln der Frau" mit dem Duo Marianne Blum und Marina Gajda. Foto Petra Heurich
Das Klischee der Frau füllte das Programm "Waffeln der Frau" mit dem Duo Marianne Blum und Marina Gajda. Foto Petra Heurich
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Nach der Premiere in Rügen vor 260 Zuhörern im Theater Putbus, zwei Auftritten in Fulda, wurde das neue Programm "Waffeln der Frau" auf der Kleinkunstbühne in Motten, in Marianne Blums selbst ernannten Kulturgaststätte "Grüne Au" präsentiert. Mit dabei Marina Gajda, gemeinsam sind sie das Duett "Duelle". Mit dem Klischee der Frau versprechen sie ein abendfüllendes Programm, das Männer einschließt, was bereits die Begrüßung erkennen lässt: "Sehr verehrte Geschlechtsgenossinnen, seltene Herren!"


Jede hat eine andere Waffel...

In der ersten Testreihe beginnt Blum mit der Charmeoffensive. Laut Blum ein Gesundheitsfaktor, der unter anderem die Verdauung fördert und die Blutfettwerte senkt. Bei dieser Offensive muss "Mann" schon mal die Frage aushalten: "Gibt es noch mehr Sehenswürdigkeiten in Motten oder sind Sie die einzige?" Wie Spielbälle werfen sich Blum und Gajda Fragen und Antworten zu. Unterbrochen werden die Dialoge von Blums Gesangseinlagen und einer scheinbar unbeteiligten Pianistin Gajda. Deren knappe Antworten sorgen stets für Gelächter. 15 gemeinsame Bühnenjahre honoriert Gajda im Übrigen mit einer Torte, die im Gesicht von Blum landet und das ausgerechnet auf den Liedtext der Sopranistin "Sei doch mal lieb."

Sie resümieren weiter. Frau muss erkennen, dass ihr wahrer Karrierekiller "zu wenig Hemmungslosigkeit" ist. "Ich wünsch' mit eine Putzfrau" singt die "immerwährende 39-Jährige". Und auf die Frage der gebürtigen Ukrainerin: "Warum keinen Putzmann?" Folgt Blums Antwort: "Männer kommen nicht in die Ecken!"


Themenwechsel im Sekundentak

Und dann waren da noch die Waffeln..., wo bekommt das Publikum die schon auf der Bühne gebacken. Marianne Blum selbst legte die Schürze an, um dem Programms "Waffeln der Frau" den Namen zu geben. Nichts Besonderes, wie Gajda empfand, schließlich hätte jede Frau eine andere Waffel.Blum verteilt die Waffeln, nimmt Platz auf dem Schoß eines Mannes, der erhält zum Dank, na was: "Eine Waffel!" Die Beiden wechseln die Themen beinahe im Sekundentakt. Vom Mensch, der nicht automatisch friedlich ist. Hin zum einfachen Anfassen des Partners am Genick, ohne ihn umzubringen und Angela Merkel die Erdogan das steife Genick.... Ja, auch unsere Bundeskanzlerin zählt zum Klischee der Frau und darf da nicht fehlen.

"Beige macht unsichtbar", trägt Blum für einen Moment "die Uniform der 60-Jährigen" und macht auf die Problematik aufmerksam. Und während Blum das wichtige Thema Sex ansprechen will, sind Gajdas deutliche Worte: "Waffeln sind mir wichtiger!" So verteilt die Künstlerin weiter Waffeln und man unterhält sich über Schönes, wie Schuhe, über die jeder Komiker spricht und das Einparken, die zum Klischee der Frau gehören.


Seitenhieb auf Nachbargemeinde

Nicht unbedingt Klischee der Frau, aber immer einen Lacher wert, der kleine Seitenhieb auf die Nachbargemeinde Kothen. Marianne Blum weiß das. Marina Gajdas Hinweis auf die Internetnachricht: "Die Welt ist schlecht und voller Gefahren" quittiert sie daher mit einem: "Im Internet steht auch, dass wir von Aliens aus Kothen beobachtet werden!" Am Ende steht ein Abend über Frauen, in dem auch über Männer geredet wurde. Langanhaltender Applaus beider Seiten ist ihnen sicher, in diesem so heimeligen Ambiente. Wer es versäumt hat Marianne Blum und Marina Gajda zu sehen, hat eventuell die Gelegenheit während des Urlaubsaufenthaltes auf Mallorca: Samstag, 17. Juni 2017, 20 Uhr, Kulturfinca in Son Baulo.
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