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Bad Brückenau
Praxis

Mittelschüler präsentieren in Brückenau betriebliche Lernaufgaben

Mittelschüler der 8. Klassen präsentierten ihre betrieblichen Lernaufgaben in Bad Brückenau. Beim Projekt profitieren Schüler und Betriebe gleichermaßen.
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Veronika Melser hat ein Praktikum in der Physiotherapie Szczesniak gemacht und hält sich auch privat mit dem Thera-Band fit. Foto: Stephanie Elm
Veronika Melser hat ein Praktikum in der Physiotherapie Szczesniak gemacht und hält sich auch privat mit dem Thera-Band fit. Foto: Stephanie Elm
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Die Schüler der 8. Klassen der Mittelschule präsentierten ihre betrieblichen Lernaufgaben, die sie in einem halben Jahr in einem Betrieb ihrer Wahl erarbeitet hatten. Die Gesellschaft für berufliche Förderung (GbF) und das Berufsorientierungsnetzwerk (BON) hatten die Achtklässler darauf vorbereitet und begleitet.

Der Abend gestaltete sich nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam und abwechslungsreich, so wie die meisten Schüler ihre Praktikumszeit erfahren hatten. Melanie Grunau, Steffen Galimov und Rahul Kumar hatten sich für den Ausbildungsberuf des Werkzeugmechanikers entschieden und haben bei GKN Sinter Metals die Praktikumszeit auf ein ganzes Jahr verlängert. Jeden Dienstag drückten die drei nicht die Schulbank, sondern sammelten direkt Berufserfahrungen. Anschaulich und begeistert präsentierten sie die Herstellung der Weltzeituhr. Von der Planung über die Durchführung bis zur Qualitätsprüfung bewiesen die Achtklässler ihr gesammeltes Fachwissen. Melanie Grunau wollte vor allem wissen: "Ist der Job wirklich nichts für Frauen?" Zwar bewies sie das Gegenteil, möchte sich vor einer endgültigen Berufswahl allerdings noch anderweitig umschauen.
Dimitrij Balashenko war ein halbes Jahr beim Installations-Betrieb von Olaf Brust mit den Installateuren unterwegs. Sein Chef erklärt: "Natürlich stehen der Kunde und die Arbeit im Vordergrund, aber wenn vom Praktikanten Fragen oder neue Ideen kommen, werden die natürlich aufgenommen."

Betriebe suchen Lehrlinge

"Learning on the job" war Dimitrijs wöchentliche Praxiserfahrung. Olaf Brust sieht in den Praktika, die vom Berufsorientierungsnetzwerk des Landkreises begleitet werden, eine Win-Win-Situation für Schüler und Betriebe, die immer auf Suche nach Lehrlingen seien und so auf ihr Berufsfeld aufmerksam machen können. Ausbildungsleiter Lutz Schäfer von GKN Sinter Metals berichtete Ähnliches. Vor zehn Jahren nahm GKN zum ersten Mal an dem Praktikumsprojekt teil, da das Werk "keinen geeigneten Nachwuchs" fand. Das Werk möchte Schülern der Hauptschule die "Chance geben, Fuß zu fassen". So können Schüler, die ein betriebliches Praktikum geleistet haben, ohne Eignungstest einen Ausbildungsplatz bekommen.

Seit der 5. Klasse hatten die Schüler die Möglichkeit, beim Girls-und Boys-Day Einblicke in unterschiedliche Berufe zu erhalten. Die Siebtklässler konnten in einer Berufsorientierungswoche Einblicke in verschiedene Tätigkeitsfelder erhalten. In diesem Schuljahr wurden sie von Angelika Eckert vom Berufsorientierungsnetzwerk (BON) über Stellensuche, Bewerbungsunterlagen und Jugendarbeitsschutz informiert und betreut.

Das Projekt wird begleitet und unterstützt von zahlreichen Befürwortern, berichtete Birgit Herré, Rektorin der Mittelschule. So setzen sich Thomas Stelzer, Vorsitzender der Agentur für Arbeit in Schweinfurt, und der stellvertretende Landrat Alfred Schrenk (SPD) für das Projekt ein. Gertrud Türk, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur beruflichen Förderung, sowie Schulamtsleiter des Landkreises Bad Kissingen, Rupert Kestler, "stehen hinter dem Konzept", sagte Herré.

Engagement und Inbrunst

Ohne das "unermüdliche Engagement" von Schulamtsdirektor Josef Hammerl "gäbe es dieses Netzwerk wohl nicht". Und Kreishandwerksmeister Werner Paltian "hat sich mit überzeugender Inbrunst eingesetzt".

Neben den Bürgermeistern Brigitte Meyerdierks (Bad Brückenau), Dieter Muth (Oberleichtersbach), Gerd Kleinhenz (Wildflecken) und Wilhelm Friedrich (Zeitlofs) begrüßte die Schulleiterin zwei weitere "Ehrengäste". Walter Volkmuth und Frank Hauswald hatten den Praxistag als "Pilotprojekt in Bad Brückenau ausprobiert", das "nun als Erfolgsprojekt fest im Netzwerk verankert" ist, lobte Herré die beiden Mittelschullehrer.

Sehr intensive Betreuung

Zum Erfolgsprojekt tragen auch die Betriebe bei, die die Schüler ein halbes Jahr begleiten und "sehr intensiv betreuen", so Birgit Herré. Sie lobte den "Mut und die Überwindung" der Schüler, ihre Lernaufgaben vor Publikum zu präsentieren.

Nach den professionellen Präsentationen der Schüler war es an den prominenten Gästen, es ihnen gleichzutun. Beim Lockenwickler-Eindrehen, Draht-Biegen und Eischnee-Schlagen kamen die Teams unter der Moderation von Ingo Göller, Netzwerkbetreuer der GbF, zu einem unentschiedenen "harmonischen Ergebnis und einem Sonderlob".

Nur Lob für das Praktikum

In der Podiumsbefragung gaben Schüler auf Fragen von Thomas Stelzer und Alfred Schrenk einstimmig an, das betriebliche Praktikum weiterempfehlen zu können. Den künstlerischen Rahmen bildeten die Schulband und die Tanzgruppe der fünften Klassen. Die siebten Klassen sorgten für das leibliche Wohl.


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