Bad Brückenau
Freizeit

Mit dem Rad durch die Natur

Unterwegs mit dem Bund Naturschutz entlang der Disbach: da gab es für Kinder und Erwachsene interessante Entdeckungen. In und um den kleinen Wildbach leben unzählige Insekten und besondere Moose und Flechten.
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Durch schattigen Wald und sonnige Täler führte Ingo Queck (rechts) die Radlgruppe.  Fotos: Elisabeth Assmann
Durch schattigen Wald und sonnige Täler führte Ingo Queck (rechts) die Radlgruppe. Fotos: Elisabeth Assmann
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Der Bund Naturschutz hatte zu einer Familien-Radeltour entlang der Disbach eingeladen. Auf der insgesamt 13 kilometerlangen Strecke gab es einiges zu entdecken. Es ging stetig bergauf an den Resten der Disbachmühle vorbei in den schattigen Wald. Mitten im Wald machte die Radlergruppe um Ingo Queck Halt, um nach dem anstrengenden Aufstieg zu dem kleinen, abgelegenen Wildbach Disbach abzusteigen. Vielen ist er nur bekannt als Weg zum Hirschgraben und zu den Großen Steinen. Der Bach entspringt südlich des kleinen Auersberges im Truppenübungsplatz Wildflecken und hat mit über 200 Meter Höhendifferenz ein starkes Gefälle. Er fließt schnell abwärts.

Steinfliegen, Käfer und Spinnen

In seinem beschatteten Bachlauf und fließend, kühlem Wasser birgt er Spezialisten für schnell fließende, kühle und sauerstoffreicher Gewässer. Hierfür typisch sind Steinfliegenlarven: Die meisten Arten benötigen sauerstoffreiches Wasser, möglichst bei gleichbleibend niedriger Temperatur. Bei den Eintagsfliegenlarven war ein drucks voll zu sehen, dass sie sich ganz eng an die Steine anschmiegen und sich daran mit gut ausgebildeten Fußkrallen festhalten. So nutzen sie den dünnen Wasserfilm mit nur geringer Strömung aus, der die Steine umgibt. Gut sichtbar waren unter der Stereolupe auch die Bewegungen der Tracheenkiemen am Hinterleib, mit denen sie ihre Sauerstoffversorgung gewährleisten.
Auch bei den Köcherfliegenlarven zeigte sich eine Vielfalt an Baumaterialien für ihren Köcher, in dem sie sich für gewöhnlich verbergen. Je turbulenter die Strömung, desto schwerer die verwendeten Materialien. Auch die schlaue Frage eines Kindes ließ sich mit Hilfe von Nachschlagewerken lösen.
Wie können die Köcherfliegenlarven unter Wasser das Material für die Köcher zusammenkleben? Ganz schön raffiniert: Durch ein Sekret, welches an der Spitze der Unterlippe austritt - quasi ein natürlicher Mehrkomponentenkleber.
Auch außerhalb des Wassers fanden die Teilnehmer einige Käferarten (aus den Gruppen der Mistkäfer, Laufkäfer...) und einige Spinnen (Baldachin-, Trichterspinnen). Unter der Lupe wurden acht Augen sichtbar; so genannte Linsenaugen; nah am Objekt erklärte Queck, den Fokussiermechanismus der Netzhaut der Spinnen.
Auch Moose und Pilze wurden gefunden und genauer betrachtet. So etwa das Kegelkopfmoos (Conocephalon conicum): ein Lebermoos auf größeren, beschatteten Steinen im Bachlauf. Die innere Gliederung in Atemkammern ist schon äußerlich durch die netzartige Oberfläche sichtbar; unter der Lupe Atemporen für die Kohlendioxid-Aufnahme erkennbar. Auch den Rotbraunen Scheidenstreifling (Amanita fulva), der kennzeichnend für bodensaure Laubwälder ist oder den Stachelbeertäubling (Russula queletii) als Fichtenbegleiter wuchsen am Disbach. Viel zu schnell verging die Zeit am Bach. Auch der Heimweg nach Bad Brückenau dauerte nicht lang, denn es ging ja bachabwärts.
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