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Bad Brückenau
Fernsehen

Kochprofis von RTL II krempeln "Fussgänger" in Bad Brückenau um

Für die RTL II Doku-Soap haben sich "Die Kochprofis" den "Fussgänger" in Bad Brückenau vorgeknöpft.
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Köchin Jessica Gavin hat die Zeit mit den Sterneköchen an den Töpfen genossen: "Man lernt nie aus." Alexander Walther (links) will die Verbesserungsvorschläge der "Kochprofis" Andreas Schweiger, Nils Egtermeyer und Frank Oehler in den nächsten Wochen umsetzen. Foto: Carmen Schmitt
Köchin Jessica Gavin hat die Zeit mit den Sterneköchen an den Töpfen genossen: "Man lernt nie aus." Alexander Walther (links) will die Verbesserungsvorschläge der "Kochprofis" Andreas Schweiger, Nils Egtermeyer und Frank Oehler in den nächsten Wochen umsetzen. Foto: Carmen Schmitt
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Der Speckstreifen kräuselt sich unter der Holzzange von Jessica Gavin. Der Dunstabzug ist überfordert. Es dampft aus Töpfen und blubbert in Pfannen. Wallung auf wenig Quadratmetern. Es wird gehackt, gebrutzelt, gerollt und gewürzt. Die Köchin hat heute besondere Gesellschaft: Drei Sterneköche der RTL II-Doku-Soap "Die Kochprofis" wuseln mit ihr um die Herdplatten. Alexander Walther hat sie gerufen. Er will mit ihrer Hilfe seine Gaststätte umkrempeln. Volldampf in der Edelstahl-Küche - alles für diesen einen Abend. Und das, obwohl das größte Problem des "Fussgänger" nach Meinung der Koch-Experten nicht mal in der Küche liegt.

Vor ein paar Monaten hat sich Alexander Walther bei dem Privatsender beworben. Der verspricht, Gaststättenbetreibern mit den "Kochprofis" unter die Arme zu greifen. Für das TV-Format wird das Restaurant hinterfragt: Essen, Zahlen, Gäste und Konzept. Woran hat es in Bad Brückenau gehakt?


Produktion ohne Drehbuch

"Das Essen ist gut. Das war schon mal ein gutes Zeichen. Oft ist das das größte Problem", sagt Sternekoch Nils Egtermeyer. Zu Beginn einer Sendung steht die Analyse vor Ort, erklärt eine Autorin. Restaurant-Inhaber bewerben sich beim Sender, werden gecastet und irgendwann rückt vielleicht das Film-Team an. So wie im "Fussgänger". Was dann passiert, ist nicht vorhersehbar, meint die Autorin der Münchner Produktionsfirma, die die Doku-Soap an "RTL II" liefert. "Es ist eine echte Sendung", sagt sie.

Die Untersuchung beginnt damit, dass sich die "Kochprofis" einmal durch die Karte essen. "Fussgänger"-Köchin Jessica Gavin schwitzte für die Fernsehköche Andreas Schweiger, Nils Egtermeyer und Frank Oehler hinterm Herd. Aufgeregt war sie nie, erzählt sie, als sie für das Abschlussessen Fleisch grillt. Die prominente Unterstützung - für sie "wie ein Traum". Zu dem Format gehört die direkte Art der Fernsehköche - ob sie keine Angst hatte vor dem Urteil der Profis? "Meine Kritik war fair und gerecht - man lernt nie aus", sagt sie und strahlt. Für die 50-Jährige war klar: "Es war höchste Zeit, dass das jemand anpackt. Es kann nur besser werden." Die Haupt-Verantwortung sieht sie bei ihrem Chef.

"Der Laden läuft nicht wie er soll", sagt Alexander Walther. Trinkgelage, Schlägereien - der Ruf des Lokals ist angekratzt. Das Film-Team brauchte nicht lange, um das herauszufinden: "Es war schnell klar - es liegt am Image", sagt eine der beiden Autoren der TV-Produktion. Die Umfrage in der Fußgängerzone sei einigermaßen deutlich ausgefallen. "Wir wollen ihm einen neuen Weg zeigen. Er muss seriöser rangehen", sagt Sternekoch Nils Egtermeyer.


Restaurant statt Bar

Genau das will Alexander Walther. Selber nur noch hinter und nicht vor der Theke stehen, eine Sperrzeit einrichten, eigene Fehler eingestehen und konsequenter sein - das hat sich der 33-jährige Inhaber vorgenommen. "Ich habe den Arschtritt gebraucht", sagt er. Während der drei Tage mit der zwölfköpfigen Film-Crew hat er viele Tipps und Lösungsansätze von den Restaurant-Experten bekommen - nicht nur auf fachlicher, auch auf persönlicher Ebene. Alexander Walther will künftig ein anderes Klientel ansprechen: mehr Restaurant, weniger Bar. Bei Karin Schnürer kam das neue Konzept gut an.

Sie war eine von 60 ausgelosten Gästen, die das 6-Gänge-Menü am Abschlussabend verköstigen durften. Sie selbst hat vor 30 Jahren in dem Lokal als Bedienung gearbeitet. Vom Essen ist sie begeistert: "Wenn die Stadt und die Bürger hinter ihm stehen, könnte er es packen. Gestern ist beim Pächter der Groschen gefallen", sagt sie. Alexander Walther hat beim Abschlussabend neuen Mut gefunden - und neue Gäste, die wiederkommen wollen.

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