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Sinntal
Bildung

Keine Einigung zur Verbundschule Sinntal

Oberzell und Sterbfritz lehnen das Konzept fürs Sinntal bislang ab. Die Kritiker sehen noch viele offene Fragen. Elternbeiratsvorsitzender Frank Baier sieht Unklarheiten beim Unterrichtsmaterial, das nicht einheitlich sei.
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Als Viertklässler gehörte Besmir (links) 2013 schon zu den "Großen". Er erklärt Vivian und Ben, beide in der 2. Klasse, wie die Rechentafel funktioniert.  Foto: Ulrike Müller/ Archiv
Als Viertklässler gehörte Besmir (links) 2013 schon zu den "Großen". Er erklärt Vivian und Ben, beide in der 2. Klasse, wie die Rechentafel funktioniert. Foto: Ulrike Müller/ Archiv
Viele offene Fragen auf der einen Seite in Oberzell, Verunsicherungen auf der anderen in Sannerz und Züntersbach: Ob es tatsächlich zur Errichtung der geplanten Verbundschule mit den Standorten Sterbfritz, Mottgers, Oberzell, Sannerz, Weichersbach und Züntersbach kommt, ist derzeit ungewiss.

Die Verbundschulen Hintersteinau-Wallroth, Romsthal-Kerbersdorf sowie Altengronau-Marjoß können voraussichtlich zum 1. August an den Start gehen. "Auch mit der geplanten Verbundschule Sinntal-Sterb fritz haben sich nunmehr alle Schulkonferenzen befasst. Zusammenfassend hat sich dabei kein einheitliches Bild ergeben", heißt es in einem Schreiben des Kreisschuldezernenten Matthias Zach (Grüne) und Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD). "Kein einheitliches Bild" heißt, die Schulkonferenzen der Alfred-Kühnert-Schule Oberzell und der Mittelpunktschule Sterbfritz haben ihre Zustimmung verweigert. Zu viele offene Fragen sieht der Oberzeller Elternbeiratsvorsitzende Frank Baier.

"Die Verbundschule hätte für Sinntal Vorteile bringen können. Mit dem derzeitigen rudimentären Konzept, das eher einem Fragenkatalog gleicht, ist das aber nicht der Fall", begründet Baier. Zudem spricht er von "gegenläufigen Argumentationen bei Schulamt und Main-Kinzig-Kreis als Schulträger" und davon, dass die Eltern entgegen den Forderungen aus dem Mediationsergebnis nicht wirklich eingebunden gewesen seien. Unklarheiten sieht er zudem beim Unterrichtsmaterial, das nicht einheitlich sei.

"Was passiert bei unterschiedlichem Fortschrittsstand zwischen Schulen und gemischten Klassen im Vertretungsfall?", fragt Baier. Lehrerzuweisung und Budgetierung seien ebenfalls nicht abschließend geregelt. Baier befürchtet, dass das östliche Sinntal mit Züntersbach, Weichersbach und Oberzell durch die Verbundschule eher geschwächt als gestärkt wird. "Es besteht die Gefahr, dass wir in Züntersbach, Sannerz und Oberzell drei einklassige Schulen haben. Und dann beginnt das große Aufräumen mit dem nächsten Schulentwicklungsplan", sagt der Elternvertreter, dem auch unklar ist, warum jeder Schulstandort einen eigenen Förderverein unterhalten soll, statt die Arbeit zu bündeln.

Hoffnung auf Einlenken

In Sannerz, wo der Betreuungsverein gerade seine Arbeit vorantreibt und Räume für die Mittagsbetreuung in der einstigen Hausmeisterwohnung der Schule hergerichtet wurden, und auch in Züntersbach indes hofft man, dass die Oberzeller und Sterbfritzer doch noch einlenken. Ansonsten wäre die Folge im Erlass des Kultusministeriums vom 10. Oktober 2013 geregelt: "Scheitert die Bildung dieses Verbundschulprojekts, kommt zum Schuljahr 2015/ 16 die im Schulentwicklungsplan auf Seite 151 aufgeführte Handlungsvariante (Aufhebung der Grundschulstandorte Sannerz und Züntersbach) zum Tragen", so zitieren es Zach und Ullrich im Brief, mit dem sie anregen, "dass sich die Schulkonferenzen nochmals mit der Thematik befassen mit dem Ziel, aus der Region ein einhelliges Votum abzugeben". Landrat Erich Pipa (SPD) sowie die Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD) und Matthias Zach haben eine Gesprächsrunde einberufen, um den Verbund zu retten.

Wechsel nach Sterbfritz?

Für Baier spiegelt sich hierin der unbedingte politische Wille zum Erhalt der kleinen Schulen wider. Von der pragmatischen Seite betrachten es hingegen die Sannerzer, die bereits in Betracht gezogen haben, dass auch Kinder aus Nachbarorten ihre kleine Schule besuchen könnten. Solche Gestattungsanträge werde das Staatliche Schulamt aber nicht bewilligen, ist Baier überzeugt. Die Behörde habe signalisiert, dass sie lediglich den Wechsel von Schülern zum größten Standort - sprich Sterbfritz - genehmigen werde. Andreas Ungermann






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