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Staatsbad Brückenau
Kultur

Kammerorchester präsentiert Jahresprogramm 2014

Noch nie gab es eine Konzertankündigung des Bayerischen Kammerorchesters, wo weder Tag noch Solist bekannt waren. Orchestermanager Pavol Tkac wagte es trotzdem - und setzte ein großes Fragezeichen ins Programmheft.
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Als Publikumslotsen begleiten "Die Stelzer" die Besucher bei den "Wandelkonzerten à la carte", die am 19. Juli im Schlosspark stattfinden. Foto: PR
Als Publikumslotsen begleiten "Die Stelzer" die Besucher bei den "Wandelkonzerten à la carte", die am 19. Juli im Schlosspark stattfinden. Foto: PR
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Viele Freunde und Förderer halten es schon in den Händen: Das Jahresprogramm 2014 des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau (BKO). Orchestermanager Pavol Tkac ist es wieder gelungen, hochkarätige Solisten in die Kurstadt zu holen. Außerdem hält das Programm die ein oder andere Überraschung parat, mit der sich nicht zuletzt das BKO selbst auf Neuland wagt.

Im Gespräch mit der Saale-Zeitung spricht Tkac über die Konzert-Highlights, erklärt, warum es kein Klassik Open Air mehr geben wird, und verwickelt die Redakteurin in ein Gespräch über "kulturelle Eventisierung"...

Herr Tkac, der Freundeskreis des Bayerischen Kammerorchesters hat mittlerweile mehr als 200 Mitglieder. Wer ist denn der prominenteste Förderer der Kammermusik in der Kurstadt?
Für uns ist es nicht entscheidend, wie prominent jemand ist. Bekannte Namen aus der Politik, Wirtschaft und Medienwelt sind aber hilfreich. Wir können uns glücklich schätzen, dass uns zum Beispiel Dr. Thomas Goppel, MdL, unterstützt. Als Staatsminister a. D. und Präsident des Bayerischen Musikrates ist er in der Landeshauptstadt eine sehr starke Stimme für das Orchester und die Region.

Das Jahresprogramm 2014 bietet einige Überraschungen. Die erste: Gibt's gar kein Neujahrskonzert?
Natürlich gibt es ein Neujahrskonzert in Bad Brückenau, nur etwas später als sonst. Es findet am 18. Januar statt. Davor gastiert das Orchester am 5. Januar beim "Kissinger Winterzauber" und am 12. Januar geben wir ein Neujahrskonzert im Mainfränkischen Museum in Würzburg.

Die zweite Überraschung steht auf Seite 28. So spielt beim 4. Jahreszeiten-Konzert ein "bekannter Unbekannter"...
Tja, wir sind auch gespannt, wer es sein wird. Wir geben im November ein Benefiz-Konzert in der Berliner Philharmonie. Der Solist wird von Sony Classical beziehungsweise einer großen Agentur vermittelt. Im Austausch wird der Musiker dann auch bei uns in Bad Brückenau auftreten. Wann genau das sein wird, sollte bis Ende Februar geklärt sein.

Viele Brückenauer bedauern, dass das beliebte Open Air gestrichen wurde. Warum eigentlich?
Der logistische Aufwand und das finanzielle Risiko waren einfach zu groß. Zudem meinte es der Rhöner Wettergott nur selten gut mit uns und wir hatten ja keine Schlechtwetter-Variante. Ein weiterer Grund: Früher gab es nicht so viele Open Air-Veranstaltungen, mittlerweile schießen sie wie Pilze aus dem Boden. Da wurde es Zeit, etwas anderes auszuprobieren - auch um der kulturellen Eventisierung entgegen zu wirken.

Was meinen Sie genau, wenn Sie von "kultureller Eventisierung" sprechen?
Es ist doch heute wie bei den olympischen Spielen, alles muss immer größer, höher und weiter sein. Das gilt leider auch für die Kultur. Deshalb bieten wir im nächsten Jahr statt des Open Airs "Wandelkonzerte à la carte" an. Das ist ein Testlauf für uns sozusagen.

Was verbirgt sich hinter dem Prinzip "à la carte"?
Bei freiem Eintritt können sich die Besucher das musikalische Menü selbst zusammen stellen, je nach Lust und Laune. Von der Klassik über Tango und Volksmusik bis hin zu Music-Comedy mit dem Clown Gabor Vosteen, der auf fünf Blockflöten gleichzeitig spielen kann. Man kann aber auch nur im Schlosspark sitzen und picknicken. Es ist die absolute Freiheit. Ein Angebot für jedermann.

Jetzt mal ein ganz anderes Thema. Die Schulen profitieren in besonderer Weise vom Kammerorchester. Für 2014 kündigen Sie das Projekt "Rhapsody in School" an...
Das haben wir schon 2013 mit zwei Pilotprojekten gestartet. Die Resonanz war unglaublich positiv. Umso schöner, dass für 2014 alle Solisten zugesagt haben. Sie reisen einen Tag eher an und besuchen verschiedene Bad Brückenauer Schulen. Das Ganze wird von der Stiftung "Rhapsody in School" koordiniert. Die Musiker engagieren sich ehrenamtlich.

Am 26. Februar finden wieder Schulkonzerte statt. Wer kommt diesmal?
Die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Carlos Domínguez-Nieto wird fortgesetzt. Er beherrscht nämlich die große Kunst, Konzerte kindgerecht zu gestalten. Im neuen Programm "Mein Name ist Wolferl und ich bin ein Musikus" geht es um die Familie Mozart. Das Interesse der Schulen ist enorm, zwei von drei geplanten Aufführungen sind bereits ausgebucht.

Wie sieht's denn generell mit dem Vorverkauf aus? Wie ich hörte, soll es inzwischen Wartelisten für die Konzerte geben...
Das stimmt. Seit dem Sommerkonzert waren tatsächlich alle unsere Jahreszeiten-Konzerte ausverkauft und wir mussten Wartelisten führen. Wir sind sehr stolz darauf und tun alles dafür, dass dieser Trend lange anhält. Das Neujahrskonzert verkauft sich jedenfalls gut. Wer also noch eine Karte haben möchte, sollte sich wirklich beeilen.

Vielen Dank für das Gespräch!



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