Bad Brückenau
Wettbewerb

Jugendliche Drogenprävention

Was macht gute Präventionsarbeit aus? Das versuchen Fachleute unterschiedlicher Einrichtungen im Landkreis mit Jugendlichen herauszufinden.
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Die meisten Blicke zog der Gewinnerbeitrag der St. Martin Förderschule Riedenberg auf sich. Die Zigarettenschachtel mit abschreckenden Bildern und grausigem Inhalt schaffte es auf den 1. Platz.  Foto: Julia Raab
Die meisten Blicke zog der Gewinnerbeitrag der St. Martin Förderschule Riedenberg auf sich. Die Zigarettenschachtel mit abschreckenden Bildern und grausigem Inhalt schaffte es auf den 1. Platz. Foto: Julia Raab
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Zum 13. Mal wurden in der Georgi-Kurhalle die Beiträge des Präventions-Wettbewerbs "L.U.T.SCH." ("Legal und trotzdem Scheiße") ausgezeichnet. Emil Müller, stellvertretender Landrat, Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks und die Vertreter des Arbeitskreises, Rabea Daniel (Kommunale Jugendarbeit), Christian Fenn (Drogenhilfe), Rainer Müller (Gesundheitsamt) und Jenny Heuss (Polizei) lobten die Jugendlichen für ihr Engagement und betrachteten gemeinsam die sechs eingereichten Werke der Schüler.
Gezeigt wurden vier Filme, eine bewegte Power-Point-Präsentation und eine übergroße Zigarettenschachtel mit abschreckender Raucherlunge als Inhalt, die während der Veranstaltung alle Blicke auf sich zog. Verantwortlich dafür war die Klasse F 7/8 der St. Martin Förderschule Riedenberg, die damit bewies, dass es nicht immer Filme sein müssen, um eine große Wirkung zu erzielen. Genau damit begründete die Jury auch die Entscheidung für den 1. Platz für die Riedenberger Schüler. Vertreterinnen der Klasse F 7/8 und Projektlehrerin Sabrina Weismantel nahmen erfreut den Preis entgegen.
Den 2. Platz erzielten die Schüler der 8 c des Frobenius-Gymnasiums aus Hammelburg. Mit ihrem Film stimmten sie nicht nur die sechsköpfige Jury - bestehend aus vier Erwachsenen des Arbeitskreises und drei Jugendlichen -, sondern die gesamten Besucher der Preisverleihung nachdenklich. Denn bis zum Schluss war nicht ersichtlich, worauf der Film hinauslaufen würde. Doch schließlich war die Aussage klar: Du bist nicht allein! Sinnvolle Betätigung helfen den Jugendlichen, um Süchte nicht groß werden zu lassen.


Verändertes Konsumverhalten

Der dritte Platz ging an die Film AG der Mittelschule Bad Brückenau. Mit ihrem fantasievollen Film "Besuch aus Hogwarts" konnten die Schüler auf humorvolle Art und Weise die Folgen von Zigarettenkonsum aufzeigen.
Welche legalen Drogen spielen heutzutage bei den Jugendlichen überhaupt eine Rolle? "Aus meiner Erfahrung hat sich im Konsumverhalten einiges verändert", sagt Rabea Daniel vom Landratsamt Bad Kissingen. "Durch den hohen Preis und den zunehmenden Nichtraucherschutz nehme ich den Zigarettenkonsum als rückläufig wahr", sagt sie. Im Gegensatz dazu sieht sie große Gefahren durch ein verändertes Verhalten beim Alkoholkonsum. "Es wird viel exzessiver und mehr auf einmal getrunken als früher", ergänzt sie. Der Schaden für den Körper der Heranwachsenden kann enorm sein in dieser Wachstumsphase.
Dort setzt auch der Präventionsgedanke von L.U.T.SCH an. "Der Haupteffekt ist natürlich, dass sich die Jugendlichen selbst mit Konsum, Sucht und den langfristigen Auswirkungen auseinandersetzen", sagt Daniel. In ihrer Funktion in der kommunalen Jugendarbeit klärt sie Schulen, Eltern, Gewerbetreibende und Veranstalter über die gesetzlichen und erzieherischen Grundlagen auf. "Präventionsarbeit von Erwachsenen für Jugendliche trifft oft nicht den Nerv der jungen Leute, sie denken ganz anders", stellt sie fest. Der Grundgedanke des Wettbewerbes sei es, dass die Jugendlichen für ihre Altersgenossen ein Medium finden, das sie anspricht.


Filme als Vorspann im Kino

Ein großer Teil der Schülerbeiträge sind Filme, die sich mit den legalen Süchten wie Tabak und Alkohol auseinandersetzen. Aber auch Mager-, Medien- oder Kaufsucht sind immer wieder Thema. "Für die Jugendlichen ist es ein toller Erfolg, wenn ihr Film im Vorspann in den regionalen Kinos läuft", sagt Rainer Müller vom Gesundheitsamt Bad Kissingen. Denn die prämierten Filme werden einen Monat lang unter anderem in Bad Kissingen und Bad Brückenau öffentlich gezeigt.
Einen messbaren Erfolg in Zahlen gibt es nicht. Dafür ist das Thema zu weitläufig. Doch die Leistung des Projekts zeigt sich von einer anderen Seite: "Für uns ist es schon ein Erfolg, wenn sich die Jugendlichen außerhalb ihrer Schulzeit etwas ihrer kostbaren Zeit abknapsen und sich mit dem Thema beschäftigen", ist Daniel überzeugt. Damit sei schon viel erreicht.
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