Bad Brückenau
Protest

Geschlossen für den Radweg auf der Sinntal-Bahntrasse

Radsportbegeisterte und Kommunalpolitiker haben ein gemeinsames Ziel vor Augen. Die alte Bahnlinie im Sinntal soll zum Radweg ausgebaut werden. Nach einer Sternfahrt trafen sie sich auf dem Brückenauer Marktplatz zur Kundgebung.
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Bad Brückenaus Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks unterstützt die Radfahrer bei ihrem Anliegen, einen durchgehenden Tourismusweg durch das Sinntal zu fordern. Die Radsportler sprechen sich dafür aus, die verwaiste Bahntrasse für einen Rad- und Freizeitweg zu nutzen. Foto: Sebastian Schmitt-Mathea
Bad Brückenaus Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks unterstützt die Radfahrer bei ihrem Anliegen, einen durchgehenden Tourismusweg durch das Sinntal zu fordern. Die Radsportler sprechen sich dafür aus, die verwaiste Bahntrasse für einen Rad- und Freizeitweg zu nutzen. Foto: Sebastian Schmitt-Mathea
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Einen möglichst durchgehenden Radweg entlang beziehungsweise auf der verwaisten Bahnlinie durch das Sinntal wünschen sich viele einheimische Radfahrer. Auf dieses Anliegen haben Radsportbegeisterte aus der Rhön bei einer Sternfahrt mit abschließender Informationsveranstaltung auf dem Marktplatz in Bad Brückenau aufmerksam gemacht.

Die Interessengemeinschaft Rhön-Sinntal-Radweg um Wolfgang Weller und den Initiator der Sternfahrt, Wolfgang Il lek (Wildflecken), leitete die Kundgebung. Bad Brückenaus Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) und der Zeitlofser Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) zeigten sich als Unterstützer der Radsportfreunde.
"Es war eine tolle Fahrt, wir haben auf unserem Weg von Wildflecken nach Bad Brückenau noch einige Begleiter gefunden und diese auch gerne mitgenommen", berichtete Wildfleckens 2. Bürgermeister Wolfgang Illek (CSU), der natürlich selbst mit dem Mountainbike gekommen war.

"Wir wollen die Umnutzung der alten Bahnstrecke", betonte Illek. Natürlich habe jede Gemeinde unterschiedliche Bedürfnisse. Die einen brauchen eine Entlastungsstraße, die anderen wollen die Bundesstraße erweitern oder brauchen nur Teilstücke. "Aber ich denke, wir müssen ein deutliches Signal nach außen setzen", forderte Illek. "Die Rhön braucht Tourismus. Sie lebt von Tourismus. Im Tourismus liegt eine Riesenchance. An der Vermarktung sollten wir alle arbeiten", war seine Aussage. Radfahren sei weitaus mehr als ein kurzfristiger Trend, konstatierte Illek weiter. Gerade auch die ältere Generation erfahre jetzt durch die E-Bikes ein Stück Lebensqualität.

Lücke schließen

Die Reaktivierungsbemühungen der Bahnfreunde seien ein zielloses und sinnloses Unterfangen. "Wir wollen endlich einen sicheren, durchgehenden und vernünftigen Radweg von Jossa bis zum Kreuzberg", sagte Wolfgang Weller von der Interessengemeinschaft "Rhön-Sinntal-Radweg". Ein Radweg auf der alten Bahntrasse könne die Lücke zum Main-Rhön-Radweg schließen. Der Verfall von Bahnhofsgebäuden und der Wildwuchs auf der Bahnlinie mitten durch die Ortschaften im Sinntal dürften so nicht mehr hingenommen werden.
Das gleichmäßige Gefälle beziehungsweise die gleichmäßige Steigung der Bahnstrecke komme gerade Kindern und weniger sportlich ambitionierten Radfahrern entgegen, ist Weller überzeugt.

In Deutschland gebe es mittlerweile über 600 Bahntrassen-Radwege. Es sei sinnlos, die Strecke nur für eine weitere Nostalgiebahn wieder herzurichten oder noch weitere Jahre auf einen rentablen Bahnverkehr zu hoffen. "Es gibt Nachrichten, dass die Verhandlungen über einen Pachtvertrag zwischen der DB Netz AG und dem Bahnreaktivierungsverein gescheitert sind. Das sind gute Nachrichten", so Weller weiter. "Wir dürfen die Chance nicht verstreichen lassen", Brigitte Meyerdierks machte deutlich, dass es nicht nur um einen reinen Radweg, sondern auch um eine Art Tourismus- und Freizeitweg gehe, der besonders für die Stadt Bad Brückenau mit all seinen Fußgängern wichtig sein könnte.

Nicht weitere Jahre warten

"Die Diskussion um einen solchen Weg dauert schon Jahre an", sagte die Bürgermeisterin, die nicht noch weitere Jahre warten möchte. Auch die Zukunft des ehemaligen Bad Brückenauer Bahnhofgeländes müsse unbedingt geklärt werden. Doch immer wieder seien Bahnfreunde dazwischen gekommen, die Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Bahnstrecke hatten. "So wurde vieles blockiert", sagte Meyerdierks. "Wir können einen kleinen Schritt nach vorne machen, weil die Verhandlungen über den Pachtvertrag gescheitert sind. Wir haben aber immer noch einige Hürden vor uns", betonte der Zeitlofser Bürgermeister Wilhelm Friedrich. Seit 16 Jahren kämpfe die Region schon um diese Trasse. Es sei ein Marathon. Manchmal gehe es leider nur im Schneckentempo voran. "Wir müssen Geduld aufbringen", sagte Wilhelm Friedrich. Er sei zuversichtlich, dass die alte Bahnlinie "bald verschwinden wird".

Bereits in den Startlöchern

Landratsamt und Straßenbauamt würden bereits in den Startlöchern stehen und nur noch auf eine Freigabe der Trasse warten. Die meisten Finanzierungsfragen seien längst geklärt, es gehe nun vorrangig um eine Entwidmung der Bahnstrecke.


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