Geroda
Interview

Geroda: Es gibt viel zu gestalten

155 Tage ist Alexander Schneider als Bürgermeister im Amt und er steckt voller Tatendrang. Als junger Politiker sieht er manches Projekt aus einem anderen Blickwinkel. Auch der neue Gemeinderat hat sich verjüngt.
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Der Platz unterhalb des Rathauses soll neu gestaltet werden. Bürgermeister Alexander Schneider stellt sich eine Aktionsfläche vor. Foto: Ulrike Müller
Der Platz unterhalb des Rathauses soll neu gestaltet werden. Bürgermeister Alexander Schneider stellt sich eine Aktionsfläche vor. Foto: Ulrike Müller
Seit dem 1. Mai 2014 führt Alexander Schneider (UWG) als Bürgermeister den Markt Geroda an. Im Gespräch mit der Saale-Zeitung spricht der 26-Jährige über seine Empörung über die alternative Stromtrasse durch die Schwarzen Berge, seine Ideen in Sachen Internet und den politischen Stammtisch für Bürger, den er im Herbst gründen möchte.

Herr Schneider, seit Mai sind Sie Bürgermeister von Geroda. Sind Sie im Amt angekommen?
Alexander Schneider: Zu großen Teilen ja. Natürlich braucht man etwas Eingewöhnungszeit, aber ich habe von allen Seiten Unterstützung bekommen und bin eigentlich schon in Angriffsstimmung. Ich möchte einfach etwas bewegen. Da habe ich auch schon einiges im Kopf.

Vor einer Woche wurde bekannt, dass eine der Alternativ-Trasse für das Netzausbauprojekt Südlink direkt durch die Schwarzen Berge führt. Wie stehen Sie dazu?
Für mich ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Das geht überhaupt nicht. Geroda ist ja auch Mitglied bei Rhönlink, weil es wichtig ist, dass wir den Protest bündeln und mit einer Stimme sprechen. Deshalb war ich auch nicht dafür, dass wir hier in Geroda eine eigene Bürgerinitiative gründen. Wir arbeiten lieber mit Schondra zusammen. Die BI hat ja auch eine Info-Veranstaltung bei uns organisiert.

Vor einiger Zeit wurde Ihr Facebook-Account geknackt...
Ja, leider. So etwas passiert. Aber trotzdem liegt die Zukunft im Netz. Im Gemeinderat machen wir uns gerade Gedanken, was wir tun können, um da aus der Masse herauszustechen. Auf unserer Internetseite muss einfach Leben sein.

Mitten in Geroda flattert seit Monaten ein Absperrband. Warum geht es mit der Gestaltung des Platzes unterhalb des Rathauses nicht voran?
Das Konzept steht, aber wir haben noch nicht angefangen, weil noch ein paar Feinheiten geklärt werden müssen. Mir fehlt da noch ein bisschen die Moderne. Natürlich muss der Pflegeaufwand gering sein, aber ich stelle mir eher eine Fläche vor, die auch für Aktionen genutzt werden kann. Ich denke aber, dass wir im kommenden Frühjahr mit den Bauarbeiten anfangen.

Ein anderes Projekt, das ansteht, ist das Abwasser. Wie ist da denn der aktuelle Stand?
Ein Teilstück im Kanalnetz von etwa 500 Metern Länge muss erneuert werden. Wir haben den Bereich schon gespült und mit einer Kamera befahren. Der Gemeinderat muss sich jetzt noch für ein Verfahren entscheiden, dann kann im Frühjahr 2015 gebaut werden. Die Maßnahme wird die Gemeinde rund 125.000 Euro kosten.

Und wann wird die Ortsdurchfahrt Platz gemacht?
Das entscheidet das Staatliche Bauamt in Schweinfurt. Da stehen aber gerade andere Projekte im Vordergrund. Heuer passiert da sicher nichts mehr.

Im Gemeinderat sitzen viele neue und auch junge Gesichter. Wie machen sich die neuen Räte?
Es herrscht eine tolle Stimmung. Mir ist es wichtig, dass diskutiert wird. Nur so entstehen neue Ideen.

Eines Ihrer Schlagworte im Wahlkampf war Transparenz...
Das ist es auch immer noch. Im Herbst wollen wir den ersten politischen Stammtisch veranstalten. Das soll nichts Offizielles sein, sondern eine lockere Runde, wo jeder seine Meinung sagen kann.

Ihr Vorgänger Manfred Emmert war 18 Jahre lang Bürgermeister. Wie schwer ist es, da ein eigenes Profil zu entwickeln?
Ich hab' schon ein eigenes Profil. Auch als Bürgermeister bin ich ja noch genau derselbe Mensch wie vorher. Mit mir kann man reden, die Leute können mich jederzeit ansprechen.

Wie würden Sie folgenden Satz beenden: Geroda ist für mich...
...mein Heimatort, in dem ich wahnsinnig gern lebe und auch Bürgermeister bin.

Das Gespräch führte Ulrike Müller.

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