Geroda

Einfach das sagen, was man fühlt

Die beiden Kindergartenleiterinnen der Einrichtungen Geroda und Schondra griffen das Thema Trauerarbeit bei Kindern auf. Gabriela Amon kam als Referentin.
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Gabriela Amon hielt am Dienstag einen Vortrag über Trauerarbeit bei Kindern. Foto: Gabriele Sell
Gabriela Amon hielt am Dienstag einen Vortrag über Trauerarbeit bei Kindern. Foto: Gabriele Sell
Ein heikles, aber auch wichtiges Thema, ist das Sterben und der Tod. Mit Kindern über den Tod eines nahe stehenden Menschen zu sprechen, ist zwar besonders schwer, aber sehr wichtig.

So hatten die beiden Kindergartenleiterinnen der Einrichtungen Geroda und Schondra das Thema Trauerarbeit aufgegriffen und in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Geroda und der katholischen Pfarrei Schondra am Dienstag zu einem Vortrag mit Gabriela Amon eingeladen.


Auch in der Notfallseelsorge tätig

Die Referentin ist seit sieben Jahren Klinikseelsorgerin in Bad Kissingen, Gestaltpädagogin, erstberuflich Erzieherin und auch in der Notfallseelsorge tätig. Wie Trauer, Sterben und Tod den Kindern näher gebracht werden kann, zeigte Amon auch anhand von ihren Erlebnissen auf. Zwar möchte man seine Kinder von seelischem Schmerz fernhalten, doch könne das nicht vermieden werden. Vielmehr sollte man sie darauf vorbereiten, dass es "kein Leben ohne Schläge gibt", sagte die Seelsorgerin.


Bilderbücher, Bücher oder Rituale

Amon ging auf das "Todesverständnis" in den verschiedenen Altersklassen ein. Das heißt, wie beispielsweise ein ein- oder zehnjähriges Kind oder ein Jugendlicher über den Tod denkt oder ihn versteht. Sie gab hilfreiche Erklärungen, wie Kinder bei der Verarbeitung unterstützt werden können. Nützlich können dabei auch Bilderbücher, Bücher oder Rituale sein. Auch Erwachsene können sich in Extremsituationen - beispielsweise Suizid des Vaters, Krebstod der Mutter oder plötzlicher Tod des Geschwisterkindes - überfordert fühlen. Gerade wenn Kinder sterben, sind die Pädagogen gefordert. Wenn sich Eltern in ihrer Trauer verlieren, sollten ihnen Hilfeeinrichtungen angeboten werden. Die Anteilnahme von Kindergarten oder Schule sollte sich immer auf der Handlungsebene zeigen. Trauer habe eine wesentliche Aufgabe im Leben, sagte die Seelsorgerin. Die Realität erkennen, den Abschiedsschmerz - wie auch immer - durchleben, verinnerlichen dessen was war, dadurch werde eine neue Identität entwickelt.Der Tod ist endgültig.


Ehrlich und realistisch sagen

Das soll den Kindern auch ehrlich und realistisch gesagt werden, fordert Amon. "Der liebe Gott wollte noch einen Engel oder hat die Mama zu sich genommen", durch solche Aussagen werde Gott instrumentalisiert und "wie wird das Gottesbild sich für ein Kind entwickeln?" Die Seelsorgerin weiß um die Hilflosigkeit und rät: Wenn Worte fehlen, soll man die Augen schließen und einfach sagen, was man fühlt. Ob ein Kind den Verstorbenen noch einmal sehen, auf die Beerdigung mitgehen oder einen Kranken auf der Intensivstation besuchen kann sei altersabhängig und müsse vom Kind selbst entschieden werden. Sehr wichtig sei dabei, das Kind gut darauf vorzubereiten.

Es war ein sehr aufschlussreicher Abend, der bei den Anwesenden "ein Wechselbad der Gefühle" auslöste, wie es Elke Schneider, Leiterin des Gerodaer Kindergartens ausdrückte.
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