Schönderling
Kirmes

Ein Ständchen für das ehemalige Wirtsehepaar

Wo sonst geturnt, gesteppt oder trainiert wird, tummelten sich am Sonntag 18 Kirmespaare. Ort des Geschehens: das Sportheim des Fußballsportvereins (FSV) Schönderling. Bereits am Samstagabend wurde hier kräftig getanzt und gefeiert.
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In seinem Element: Manuel Wießner, der älteste Kirmesbursch, beim Vortragen des Kirmesspruchs. Kuchenträger Erwin Hahn steht ihm zur Seite. Foto: Jürgen Hüfner
In seinem Element: Manuel Wießner, der älteste Kirmesbursch, beim Vortragen des Kirmesspruchs. Kuchenträger Erwin Hahn steht ihm zur Seite. Foto: Jürgen Hüfner
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Der Sonntagmorgen begann mit einem Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche. Nach dem Mittagessen machten sich die Paare auf den Weg. Nur - dieser Weg sollte heuer zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert ein anderer sein. Er ging nicht vom Gasthaus "Zur Traube" aus, sondern eben vom Sportheim. Und - dieser Weg wurde nicht am Kirmes-Montag gegangen, sondern schon am Sonntag.

Norbert Heil hatte als 2. Bürgermeister und Ortsbeauftragter, der Tradition folgend, die jungen Paare zur Kirmes eingeladen. Seine Frau Christiane hatte den Kirmeskuchen gebacken, den die Pärchen bei Familie Heil abholten, um danach "in die Linde", den Dorfmittelpunkt, zu ziehen. Dort wurde unter den Blicken zahlreicher Gäste getanzt, geschunkelt und so manches Missgeschick des vergangenen Jahres im Kirmesspruch trefflich glossiert. Für Christiane Heil war es ein anstrengendes Wochenende. "Das Kirmeskuchen-Backen war noch das Einfachste", lehnte sie sich am Sonntagabend das erste Mal ein bisschen zurück. Denn sie ist nicht nur "Bürgermeisterfrau", sie ist auch 1. Vorsitzende des FSV. Und dieser übernahm heuer zum ersten Mal die Austragung der Kirmes, nachdem das Wirtepaar Marga und Bernd Kiesner aus Altersgründen keine Kirmes mehr ausrichten.

Herausforderung gestemmt

"Es gab viele Diskussionen im Vorfeld", doch nun ist die Vorsitzende froh, dass sie die Herausforderung gestemmt haben. Eine Überraschung hatte der Kirmeszug, geführt von der Musikkapelle Schönderling, parat. Er zog am Gasthaus Traube vorbei, wo Bernd und Marga Kiesner schon bereit standen, um den Zug zu sehen. Wie auf Kommando hielt der komplette Zug hier an, um das Wirtsehepaar mit einem Ständchen zu beehren.
"Wir bekamen viele Tipps von den Kiesners", freut sich Christiane Heil - und so waren sie gut vorbereitet. Unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer standen seit Tagen im Sportheim. Und mitten drin immer die Vorsitzende.

Klar, ein Wermutstropfen ist dabei: Der Kirmesmontag, der Schönderlinger Dorffeiertag, fällt der Neuausrichtung zum Opfer. Dennoch feierten ganz Schönderling und viele Ehemalige ihre Kirmes. Die jungen Pärchen grölten, tanzten und tranken Wein. Am Montag wird das Sportheim erst geputzt und dann benutzt: zum Turnen, Steppen, und Trainieren.



























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