Bad Brückenau
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Der "Neue" darf Uniform testen

Die Polizeiinspektion hat wieder einen stellvertretenden Dienststellenleiter. Jürgen Schmitt hat seine Arbeit bereits begonnen.
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Polizeihauptkommissar Jürgen Schmitt darf schon mal die blaue Uniform testen. Foto: Rolf Pralle
Polizeihauptkommissar Jürgen Schmitt darf schon mal die blaue Uniform testen. Foto: Rolf Pralle
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"Für meinen weiteren Werdegang hat mich diese Position gereizt, da nehme ich gern den etwas weiteren Weg zur Arbeit in Kauf", schildert der Polizeihauptkommissar seine Beweggründe für die Versetzung nach Bad Brückenau, die auf eigenen Wunsch erfolgte. Der 47-Jährige wohnt mit seiner Ehefrau und den drei Kindern im Landkreis Rhön-Grabfeld. Die beiden Töchter studieren schon, der Sohn geht noch zur Schule.
Schmitt ist seit Oktober 1985 bei der Polizei. Nach der Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst war er zunächst fünf Jahre beim Unterstützungskommando in Nürnberg und Würzburg tätig. Nach kurzen Stationen als Streifenbeamter in Herzogenaurach und Würzburg erfolgte ab 1995 die Ausbildung für den gehobenen Dienst, der heute 3. Qualifikationsebene genannt wird.


Internetkriminelle verfolgt

Als junger Dienstgruppenleiter in Bad Neustadt sammelte er erste Erfahrungen als Vorgesetzter, ehe er 2000 zur Kriminalpolizei Schweinfurt wechselte. Hier verfolgte er im Kommissariat für Wirtschaftsdelikte über zehn Jahre Betrüger und Internetkriminelle. Noch gut erinnert er sich dabei an ein Verfahren aus dem Altlandkreis Bad Brückenau, das seinerzeit wochenlang Gesprächsthema war. Im Gedächtnis geblieben sind Schmitt auch die Delikte aus den Anfängen des Internets. Ein erstes Phänomen sei damals die widerrechtliche Fremdnutzung von Accounts oder die Dialer-Masche gewesen.
"Heute ist das alles wesentlich komplexer, das kriminelle Karussell im Internet dreht sich sehr schnell", so Schmitts Beobachtung, der Anfang 2011 wieder nach Bad Neustadt wechselte.


Die Chefs kennen sich

Der Bad Brückenauer Polizeichef Herbert Markert und sein aktueller Stellvertreter, der gleichzeitig Verfügungsgruppenleiter ist, kennen sich schon seit geraumer Zeit. "Wir haben damals bei der Kripo mehrere Jahre zusammengearbeitet." Und bei einem größeren dienststellenübergreifenden Einsatz mit den Kollegen aus Bad Neustadt führte ihre Kooperation zum Erfolg.
Neben der Planung von Dienstzeiten und Einsätzen wird sich Schmitt mit der "größeren Gruppe von Leuten, die immer wieder auffallen und sich auch schon einmal gegenseitig auf die Nase hauen", wie es sein Chef formuliert, befassen müssen.


Jugendkriminalität bekämpfen

Denn nach wie vor macht die zunehmende Jugendkriminalität in jeglicher Form den Bad Brückenauer Beamten große Sorgen. Der Respekt vor den Ordnungshütern gehe mehr und mehr verloren. Und häufig sei bei den verschiedenen Delikten Alkohol im Spiel. Hier will man laut Markert ganz konkret "Wege klarmachen, wo man hingeht". Dazu gehört nach Schmitts Vorstellungen unter anderem die kontinuierliche Auswertung des Tagesgeschehens. So könnten nicht nur Schwerpunkte bei der Prävention gesetzt, sondern beispielsweise Täter sogar über die Landesgrenzen hinaus ermittelt werden.
Eines hat der Neue, der auf jeden Fall "länger in Bad Brückenau bleiben" will, den meisten Kollegen zumindest optisch voraus. Als sogenannter Trageversuchsteilnehmer durfte er als Erster in Bad Neustadt die neue blaue Uniform anziehen, die in einigen Jahren Standard bei der Bayerischen Polizei werden soll. Dieses Outfit trägt er natürlich auch in Bad Brückenau.
Neben seinem Beruf engagiert sich Schmitt in der Kommunalpolitik seiner Heimatgemeinde. "Und wenn es die Zeit zulässt, schnüre ich gern die Joggingschuhe oder schwinge mich aufs Fahrrad", sagt der 47-jährige Polizeihauptkommissar.
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