Bad Brückenau
Betroffenheit

Dank für eine "berührende Geste"

Hans-Joachim Bauer, Personalratsvorsitzender im Bad Brückenauer Rathaus, hatte nach den Attentaten von Paris an den französischen Botschafter in Berlin geschrieben. Der hat ihm jetzt persönlich geantwortet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Diese Bilder sind vielen Menschen in Erinnerung geblieben: Am 13. November erschütterten terroristische Anschläge Paris. Foto: dpa/ Yoan Valat
Diese Bilder sind vielen Menschen in Erinnerung geblieben: Am 13. November erschütterten terroristische Anschläge Paris. Foto: dpa/ Yoan Valat
+1 Bild
Post vom französischen Botschafter Philippe Etienne hat dieser Tage der Vorsitzende des Personalrats der Stadtverwaltung, Hans-Joachim Bauer, bekommen. Der hohe Repräsentant des westlichen Nachbarlandes bedankt sich in dem Brief an den Bad Brückenauer Standesbeamten ausdrücklich für die Anteilnahme nach den Terroranschlägen vom 13. November in Paris.

Bauer hatte an jenem Abend wie Millionen anderer Zuschauer die Live-Übertragung des Fußballspiels zwischen Frankreich und Deutschland im "Stade de France" verfolgt. Auch ihm wurde im Laufe des Abends und spätestens nach den wiederholten Knallgeräuschen klar, "dass da etwas nicht stimmen konnte". Er habe dann "betroffen und sprachlos" bis 3.30 Uhr morgens vor dem Fernseher gesessen und sich die aktuelle Berichterstattung zu den tragischen Ereignissen angesehen.


"Anschlag gegen westliche Welt"

"Das war ein Anschlag gegen die westliche Welt, gegen jegliches demokratische System, gegen die Menschlichkeit", rekapituliert Bauer heute seine Gedanken, die ihm vor ein paar Wochen durch den Kopf gegangen sind. Mitte November dieses Jahres sei die Parole der Französischen Revolution von 1789, "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", die auch heute noch als Wahlspruch des Landes gilt, von den Terroristen mit Waffengewalt ad absurdum geführt worden.

Bauer wollte angesichts der dramatischen Eindrücke "einfach irgendwie helfen". Und da das nicht direkt mit Taten ging, mussten eben die passenden Worte her. Spontan verfasste er, auch im Namen der Kollegen im Bad Brückenauer Rathaus, ein paar Zeilen und schickte den Brief an die französische Botschaft in Berlin. "Ich habe in dem Schreiben in erster Linie das Menschliche betont", so der Personalratsvorsitzende. Kurze Erwähnung hätten aber auch die engen Beziehungen der Zweibäderstadt zu Frankreich, nicht zuletzt durch die langjährige Partnerschaft mit Ancenis, gefunden. "Wir wollten auf diese Weise einfach etwas Trost spenden", fasst der Standesbeamte zusammen.


Dank für die Anteilnahme

Nicht schlecht staunte Bauer jetzt beim Blick in die Rathauspost. In dem Stapel der täglichen Briefe befand sich auch ein persönliches Scheiben von Philippe Etienne, der seit August 2014 französischer Botschafter in Deutschland ist. "Ihre Geste hat uns zutiefst berührt", schreibt der Gesandte und bedankt sich für die Anteilnahme, die "infolge der barbarischen Attentate, die Frankreich erschüttert haben", aus Bad Brückenau übermittelt worden war.


"Gelebte Gemeinsamkeit"

"Ihr Beileid ist ein Ausdruck gelebter Gemeinsamkeit und Sympathie im Verhältnis zwischen Frankreich und seinen Partnern", heißt es in dem Brief weiter. Es sei zudem ein Appell, im Kampf gegen die Barbarei zusammenzustehen, die Werte Europas und der offenen Gesellschaften mit Entschlossenheit zu verteidigen und in diesem Sinne gemeinsam zu handeln. "Auf diese Verbundenheit sind wir in diesen schweren Tagen mehr denn je angewiesen", schließt Botschafter Etienne sein Dankschreiben.

"Wir wollten einfach nur unsere Anteilnahme ausdrücken, mit einer Antwort habe ich gar nicht gerechnet", meint Bauer. Umso mehr freut sich der Personalratsvorsitzende natürlich darüber, dass der Botschafter das Signal aus Bad Brückenau entsprechend gewürdigt hat.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren