Oberbach

Büttenabend: Die Oberbacher zeigen Profil

Der Oberbacher Büttenabend begeisterte: Die ein oder andere Wahlkampf-Spitze blieb nicht aus. Der Trauermarsch für "Die Deprimierte Rhön" erinnerte an die DDR.
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Die etwas anderen "Glocken von Rom" der Sexpistols sorgten für Lachsalven. Die Männerformation feiert heuer ihr 20-jähriges Jubiläum. Fotos: Evelyn Schneider
Die etwas anderen "Glocken von Rom" der Sexpistols sorgten für Lachsalven. Die Männerformation feiert heuer ihr 20-jähriges Jubiläum. Fotos: Evelyn Schneider
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Vier große Themen fanden sich im Programm des Bunten Abends in Oberbach immer wieder und wurden auf jede erdenkliche lustige Art und Weise dargestellt. Der "Scheele Gerd" - zur Info für alle Nicht-Ortskundigen, hier handelt es sich um den Bürgermeisterkandidaten aus Oberbach, Gerd Kleinhenz -, die Kernzone, das Haus der Schwarzen Berge und die Riedenberger im Allgemeinen und auch im Besonderen.

Schließlich haben die freundschaftlichen Kabbeleien zwischen den beiden Nachbardörfern schon Tradition und finden auf den jeweiligen Büttenabenden immer ganz besonderen Raum. Letztendlich laufen sie aber immer darauf hinaus, dass sich beide Dörfer doch eigentlich ganz besonders mögen.

Nachdem Dieter Feller als Sitzungspräsident mit seinem "Elfenrat" eingezogen war, übernahmen allerdings die Kleinsten zunächst das Programm. Neun Mädels und ein Junge wirbelten voller Begeisterung als Heidis und Geißenpeter über die Bühne. Kilian Leibold und Marlon Belz klagten als zwei Dorfbuben ihr Leid über die Konfrontationen mit der Erwachsenenwelt, die in Elternhaus und Schule immer wieder Vorschriften und Verbote bedeuten.

Mit einem Medley aus den vielfältigen Stimmungshits vom Oktoberfest und den Apres Ski Bars begeisterten zehn Buben und Mädchen von der KJG-Ortsgruppe Oberbach. Dann postierten sich zahlreiche Teilnehmer eines "hochrangigen" Orchesters auf der Bühne. Dass die Musiker allerdings weder Blas- noch Holz- oder Streichinstrumente dabei hatten, fiel gleich auf. Doch auch mit Luftpumpen in verschiedenen Größen brachten die "Pneumo-Musiker" den Saal zum Lachen.

Tanzende Kühe

Eine Augenweide waren auch acht tanzende "Kühe". Die Tatsache, dass jede "Kuh" mit einem Bein in der einen Strumpfhose steckte, mit dem anderen jedoch in der des Nachbarn , bewirkte die skurrilsten Bewegungsabläufe. Zwei Waldmänner in der Rhön (Kuno Bühner und Joachim Kirchner) beleuchteten dann eingehend ihre Umgebung, zu der natürlich auch die Nachbargemeinde Riedenberg gehört. Da muss es natürlich sein, dass ordentlich Klamauk und abstruse Visionen über das Tal, das etwas unterhalb Oberbachs liegt, gesponnen werden.

Doch, was sich liebt, das neckt sich schließlich auch. Dass die Oberbacher "ihrem" Bürgermeisterkandidaten ihre vollste Unterstützung zukommen lassen, wurde gar in einem voller Enthusiasmus vorgetragenen Rap deutlich, in dem die beiden "ihrem" Bürgermeisterkandidaten prognostizierten: "Gerd, you can!" Zwei Mal traten die "Sexpistols" in verschiedenen Formationen auf. Die Männerformation feiert heuer ihr 20-jähriges Jubiläum und präsentierte zu diesem Anlass auch Tänze und Darbietungen aus früheren Zeiten.

Den Beginn machte aber die junge Generation, die mit einem Alpenmix-Medley, in Lederhosen gekleidet, mitunter auch ganz akrobatisch aufwartete. Auch die Comedian Harmonists wurden per Playback parodiert. Die Lacher hatten die Darsteller der "Glocken von Rom", auf jeden Fall auf ihrer Seite, da die ehrwürdigen Glocken in Oberbach nur alte Töpfe waren, die zudem noch an sehr "männlichen" Stellen positioniert waren. Fred Rüttiger brillierte dazu als "Sängerin" in sexy Outfit.

Wahrzeichen als Schwerenöter

Willi Wichtel, das Wahrzeichen des "Hauses der Schwarzen Berge", trat in doppelter Ausführung auf und plauderte aus dem Nähkästchen. So erklärte Wichtel eins (Christoph Schmitt), der schon vor Jahren von seinem Platz auf dem Hinweisschild am Ortseingang verschwunden war, seinem Wichtelkompagnon (Frank Lohmüller), wo er sich überall herumgetrieben hatte und welch ein Schwerenöter er eigentlich ist.

Schon fest ins Oberbacher Faschingsreportoire gehören die beiden Schwestern Ellen Hüther und Kerstin Breunig, die in diesem Jahr natürlich auch wieder die Männerwelt auf´s Korn nahmen. Allerdings kam diese nicht so wirklich gut dabei weg.

Eine wahre Augenweide waren die neun "Swinging Sisters", die in kecken Charleston-Kostümen viel Bein und eine exakte Choreographie zeigten. Die Schlussnummer obliegt traditionell den Musikanten der Oberbacher Blaskapelle. Diese setzten sich ausführlich mit so einigen Oberbacher Sorgen auseinander. So hatten sie zunächst die Schließung ihres Gasthauses "Zum Stern" zu beklagen und geleiteten dieses auch würdevoll zur letzten Ruhe. Auch die Kernzone bedeutete für die sieben Darsteller ein riesiges Problem. Das ging sogar so weit, dass eine neue "Grenze" zwischen den Dörfern des Oberen Sinngrundes und der Kernzone eingeweiht werden musste, die optisch an die früheren Grenzen zur DDR erinnerte. Allerdings standen die drei Buchstaben diesmal für "Die Deprimierte Rhön".

So ergab es sich zwangsläufig auch, dass die Einweihung, nicht wie sonst üblich, mit flotter Marschmusik umrahmt werden konnte, sondern den Musikanten nur den Trauermarsch wert war.

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