Bad Brückenau
Silvester

Böllertest mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau

Illegale Feuerwerkskörper faszinieren gerade junge Leute. Dabei sind sie kreuzgefährlich. Den Böllertest im Video gibts im Artikel.
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Marius Fischer ist beim Anzünden vorsichtig, denn manchmal explodieren illegale Böller direkt in der Hand. Foto: Ulrike Müller
Marius Fischer ist beim Anzünden vorsichtig, denn manchmal explodieren illegale Böller direkt in der Hand. Foto: Ulrike Müller
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Die vergangene Silvesternacht hatte ihm einen Denkzettel verpasst. Achtlos warf Joscha Reinheimer einen Böller in eine Mülltonne - die zerbarst in unzählige Splitter. Wären er und seine Freunde nicht just um eine Ecke gebogen, es hätte sie erwischt. Nun zündet Joscha noch einmal einen verbotenen Böller. Oder besser, er lässt ihn zünden, "um einfach zu zeigen, wie gefährlich nicht zugelassene Böller sind", sagt der junge Videojournalist für "move36", das Jugendmagazin des Parzeller Verlags.



Auf CE-Kennzeichen achten

Marius Fischer hat Schutzkleidung angelegt. Der Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau ist der Mann, der den Böller zünden wird. Seine Vorsicht scheint übertrieben: Helm, Schutzbrille, ein Streichholz, das an einen langen Stiel gebunden ist. "Manchmal ist die Zündschnur defekt und der Böller explodiert direkt in der Hand", erklärt er. Deshalb warnt die Polizei wie jedes Jahr: Böller und Feuerwerkskörper sollten unbedingt ein CE-Kennzeichen sowie ein Zulassungszeichen aufweisen. Wenn nicht, Finger weg!

Bumm! Die Explosion hallt in Wellen durchs Sinntal. Die Wucht ist um ein Vielfaches heftiger als bei den Böllern, die im Supermarkt zu kaufen sind. Marius Fischer setzt den Helm ab. Wenn ein Feuerwerkskörper mal nicht explodiere, sagt er, dann bitte einfach liegen lassen. Auch bei legalen Böllern könne schnell etwas passieren. Vor zwei Jahren traf ein Knallkörper eine junge Frau so schlimm am Auge, berichtet Thomas Weber vom Bayerischen Roten Kreuz Bad Kissingen, dass sie in die Augenklinik der Universität Würzburg gebracht wurde.


Die Retter im Hintergrund

Insgesamt stehen im Landkreis Bad Kissingen in der Silvesternacht fünf Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge mit 13 ausgebildeten Rotkreuzlern sowie drei Notärzte zur Verfügung. 30 bis 50 Prozent mehr Einsätze fahre das Rote Kreuz landkreisweit an Silvester, sagt Weber. Die Polizeiinspektionen in Bad Kissingen, Hammelburg und Bad Brückenau sind ebenfalls gut gerüstet. Sie haben die Nachtschicht personell aufgestockt.


Michael Krug beobachtet den Böller-Test aus der Entfernung. "Gott sei Dank, selten", sagt der Kommandant der Brückenauer Wehr über Unfälle an Silvester. Dennoch, entspannt ist er nicht. Wie überall in Franken sitzen Feuerwehrler, Rettungssanitäter und Polizisten abrufbereit auf ihren Plätzen und hoffen eines: Dass sie nicht gebraucht werden.
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