Aschach bei Bad Kissingen
Natur

Bestätigung für die Arbeit der Jäger

In der Hegeschau waren nicht nur viele Trophäen zu bewundern. Die Teilnehmer befassten sich auch mit den Abschussplan und der Wildschweinpopulation im Landkreis.
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So manches prächtige Geweih konnte bei der Hegeschau begutachtet werden.  Fotos: Björn Hein
So manches prächtige Geweih konnte bei der Hegeschau begutachtet werden. Fotos: Björn Hein
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"Die Hegeschau zeigt spiegelbildlich den Gesundheitszustand unseres Wildbestands." Dies sagte der Vorsitzende des Jägervereins Bad Kissingen, Dr. Helmut Fischer, bei der Hegeschau in Aschach. Das Wild sei aktuell in einem gesunden Zustand. "Dies ist für uns Jäger ein Feedback, dass wir in den vergangenen Jahren gut gearbeitet haben", ergänzte Fischer, der der Vorsitzende des Jägervereins Bad Kissingen 1927 ist. Die eindrucksvollste Trophäe war wohl das Geweih eines Hirsches, der in Premich erlegt worden war.

Die Hegeschau ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben, damit der Zustand des Wildes beurteilt werden kann. "Es zeigt, dass wir Jäger alles richtig gemacht haben", ergänzt Fischer. Denn ein Jäger sei auch Ökologe: Mit Anpflanzungen in den Waldgebieten und Lichtungen sorge er dafür, dass sich für das Wild die Deckung und das Nahrungsangebot verbessern. Unter anderem werden deshalb auf Lichtungen immer wieder Wildäcker und Biotope eingerichtet.

"Wichtig ist es natürlich auch immer, den Freizeittourismus in gewisse Bahnen zu lenken, so dass das Wild nicht unnötig gestört wird", weiß Fischer. Die Jäger sieht er hier als Vermittler, die Erholungssuchenden Tipps geben, wie sie sich der Natur gegenüber verhalten sollen.

Auch die Zusammenarbeit mit den Landwirten werde gesucht. Hier müsse man manchmal Interessensgegensätze überwinden, was meist sehr gut gelinge. "Für viele Arten ist es wichtig, dass zwischen den Äckern sogenannte Blühstreifen sind, wo sich die Tiere geschützt bewegen können", erklärt Fischer.

Durch die Flurbereinigungen seien diese natürlichen Barrieren meist entfernt worden, die seltenen Arten wie Rebhühnern und Fasanen Lebensraum bieten. Die Jäger arbeiten deshalb daran, solche Bereiche wieder zu renaturieren, was nur im engen Schulterschluss mit den Landwirten funktioniere. "Wir verstehen uns als Anwalt der Tiere", sagt Fischer.

Viele Füchse unterwegs

Jäger sorgen nach eigenem Bekunden auch dafür, dass das natürliche Gleichgewicht der Arten ausgewogen bleibt. Aus diesem Grund sei der Abschuss notwendig. Er ist im Abschussplan geregelt, der besagt, wie viel Wild erlegt werden soll. Diesen Plan legt die Untere Jagdbehörde fest. Hans-Peter Donislreiter gab Auskunft über die Bestände der verschiedenen Tierarten: Der Bestand der Füchse bewege sich weiter auf einem hohen Niveau. Verglichen mit den vergangenen Jahren sei die Hasenpopulation recht gering. Wildkatzen gebe es wieder einige mehr. Fasane und Rebhühner sehe man dagegen in freier Wildbahn nur selten. Stark angestiegen sei die Population der Waschbären.

Gute Nahrungsbedingungen

Reinhard Landgraf, der Leiter des Schwarzwildringes Bad Kissingen, schilderte die Situation bei den Wildschweinen im Landkreis. Die Sauenpopulationen sei immer noch sehr hoch, was an den guten Nahrungsbedingungen liege. "Der Schwarzkittelbestand ist in Bayern enorm angestiegen", stellt Landgraf fest.

Wildschweine richteten in der Landwirtschaft große Schäden an und führten zu Verkehrsunfällen. "Insgesamt beläuft sich der durch das Schwarzwild in der Landwirtschaft verursachte Schaden im Landkreis auf rund 37 000 Euro", sagt Landgraf. Die Schadenssumme je erlegtem Stück liege bei 40 Euro. Die Schwarzkittel richten 1,75 Euro Schaden je Hektar Feld an.

Nach 31 Jahren als Schwarzwild ring leiter legte Landgraf sein Amt nieder und gab diese Aufgabe in jüngere Hände. Der von ihm gegründete Schwarzwildring war der erste in ganz Bayern.

In der Versammlung wurde einstimmig der Abschluss einer Versicherung für Hundeführer beschlossen. "Nur durch sie wird eine waidgerechte Jagd ermöglicht", erläuterte Fischer, "gerade bei der Nachsuche kann auf die Tiere nicht verzichtet werden, weshalb die Hundeführer weniger Risiko tragen sollten." Für die Versicherung, die im Falle eines verstorbenen Hundes für bis zu 3000 Euro aufkommt, müssen Mitglieder 5,50 Euro im Jahr bezahlen.

Ehrungen für die Mitgliedschaft im Jägerein

50 Jahre
: Werner Kleinhenz, Edgar Danhauser, Wolfgang Geier, Rudolf Hein, Dieter Kunzmann, Kurt Kunzmann, Oskar Müller, Heinz Riedel, Erich Rölling, Peter Warmuth

40 Jahre: Adolf Henneberger, Dr. Peter Gleissner, Reinhard Landgraf

25 Jahre: Rudolf Bethke, Georg Fronius, Margarethe Fronius, Theodor Körner

10 Jahre: Gregor Lutz

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