Staatsbad Bad Brückenau
Ferienprogramm

Bayerisches Kammerorchester spielt für Ferienkinder

Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau entführte Ferienkinder auf eine Reise in skurrile und auch oft schräge Welten der Musik. Dabei zeigte sich: Für Verständigung braucht es manchmal überhaupt keine Worte.
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Ganz ohne Worte: Schauspieler Martin Spitzweg "spricht" mit Händen und scheinbar sinnlosen Lauten. Im Hintergrund spielen Flötistin Isabelle Soulas und Klarinettist Oliver Klenk kurze Zwischentöne für die Ferienkinder im Lola-Montez-Saal. Foto: Regina Rinke
Ganz ohne Worte: Schauspieler Martin Spitzweg "spricht" mit Händen und scheinbar sinnlosen Lauten. Im Hintergrund spielen Flötistin Isabelle Soulas und Klarinettist Oliver Klenk kurze Zwischentöne für die Ferienkinder im Lola-Montez-Saal. Foto: Regina Rinke
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Diese 45 Minuten im Lola-Montez-Saal des Staatsbades Bad Brückenau hätten wirklich mehr daheim gebliebene Kinder als Zuschauer und Zuhörer verdient. Die wenigen jedoch, die mit ihren Eltern und Großeltern dabei waren, hatten einen Riesenspaß bei diesem vom Bayerischen Kammerorchester (BKO) angebotenen Ferienprogramm.


Lautloses Spiel

Schon die stumme Begrüßung durch Schauspieler Martin Spitzweg - nur mit weit ausladenden Gesten - ließ "aufhorchen". Und dann erst recht das lautlose Spiel der beiden Solisten, Isabelle Soulas (Flöte) und Oliver Klenk (Bass-Klarinette), die sich, ohne Töne zu erzeugen, mit ihren Instrumenten schwer ins Zeug legten. Glücklicherweise fand der Rezitator seine Stimme rasch wieder, und die beiden Musiker ließen sich von der riesigen gestrickten Note, die mal in die Höhe und dann wieder in die Tiefe gehalten wurde, zu hohen und tiefen Tönen animieren. Das Eis war gebrochen.

Die anschließende Unterhaltung von Nitram (Spitzweg) mit dem Publikum durch völlig sinnlose Silbenkombinationen klappte hervorragend. Mimik und Gesten des Schauspielers rissen die Zuhörer mit, die - zunächst noch kleinlaut - auf das Bibbel Babbel ba ba bim ebenso unsinnig antworteten.


Eine zerstreute Brillenschlange

Es folgten Geschichten, in denen es zum Beispiel um Vogelstimmen ging, untermalt von den beiden Instrumenten, oder um die "Landpartie der Tiere" von Joachim Ringelnatz: Ein Kamel suchte in Bagdad den Bahnhof, wusste jedoch nicht, wo links ist! Ein Polizist erklärte: Links ist da, wo nicht rechts ist. So einfach ist das also, lernten die Kinder.

Es folgte das uralte Spiel "Stille Post", in das alle Teilnehmer eingebunden waren. Es scheint, alle hätten davon gewusst, denn die Ohren waren super gereinigt - die Sätze kamen fast zu 100 Prozent richtig am anderen Ende an! Das Rätsel, wie denn Luftblasen ins Wasser kämen, wurde von den Kindern auch schnell gelöst - die Belohnung, in Form von Schoko-Talern, war rasch abgeholt. Die letzte Geschichte erzählte von der zerstreuten Brillenschlange, die sehr kurzsichtig war, ihre Brille jedoch vergessen hatte und nun etwas zu essen suchte. Sie fand auch etwas, nämlich ihr eigenes Ende, das ihr sehr gut mundete.


Reichlich Spaß und Applaus

Als sie in der Mitte angekommen war, wurde es der Schlange sehr komisch, aber dennoch aß sie weiter, schließlich sogar ihren Kopf und stellte dabei fest, dass es heute doch sehr früh dunkel wurde. Kurz darauf dachte sie schließlich gar nichts mehr, denn der Kopf war nun auch weg. Die Untermalung mit Flöte und Klarinette passte genau zu den einzelnen Stationen des langsamen Verschwindens.

Kinder und Erwachsene spendeten für diesen Spaß reichlich Applaus. Pavol Tkac lobte die Aktion: "Die Stadt organisiert dieses Ferienprogramm, und es ist für das BKO eine Selbstverständlichkeit, sich dort auch einzubringen", sagte der Orchestermanager.

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