Bad Brückenau

Badefrau macht Bad Brückenaus Gäste schlau

Bad Brückenau ist um eine Attraktion reicher. Ab April werden regelmäßig historische Heilquellenführungen angeboten. Der Probelauf fand bereits statt.
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Im Wechsel werden Heike Gögelein (rechts) und Jutta Vogt (links) demnächst interessierte Gäste bei einem historischen Rundgang zu den Heilquellen der Stadt wie dem Georgi-Sprudel führen. Vertreter aus Rat und Verwaltung nahmen vor der offiziellen Premiere im April jetzt schon einmal an einem Probelauf teil.  Foto: Rolf Pralle
Im Wechsel werden Heike Gögelein (rechts) und Jutta Vogt (links) demnächst interessierte Gäste bei einem historischen Rundgang zu den Heilquellen der Stadt wie dem Georgi-Sprudel führen. Vertreter aus Rat und Verwaltung nahmen vor der offiziellen Premiere im April jetzt schon einmal an einem Probelauf teil. Foto: Rolf Pralle
Die Idee zu dem abwechslungsreichen Bummel mit dem Schwerpunkt Wasser hatte Karin Bauer, Leiterin der städtischen Tourist-Info im Alten Rathaus, mit ihrem Team. "Wir sehen darin eine sinnvolle Ergänzung unseres touristischen Angebots, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des aktuell laufenden Heilquellenprojekts", so die Fremdenverkehrsexpertin.


Anekdoten aus alten Zeiten

Mit Jutta Vogt und Heike Gögelein fand sie zwei engagierte Mitstreiterinnen für ihren Plan. Beide sind bei Einheimischen und Gästen in der Region keine Unbekannten. Vogt hat sich durch ihre interessanten Kräuterführungen einen Namen gemacht, Gögelein arbeitete unter anderem im "Haus der Schwarzen Berge". Die 46-Jährige und ihre 39-jährige "Kollegin" werden im Wechsel in die Rolle der städtischen "Badefrau Frieda" schlüpfen und den Teilnehmern am Rundgang nicht nur geschichtliches Wissen vermitteln, sondern auch die eine oder andere Anekdote aus der guten alten Zeit zum Besten geben.

Akribisch und mit viel Liebe zum historischen Detail liefen die Vorbereitungen in der Freizeit, damit bei der Premiere am 1. April alles klappt. Knapp sechs Monate hat diese Phase der Konzeption gedauert. "Sehr geholfen haben uns dabei Dieter Sternecker und Roland Heinlein vom Kulturbüro sowie Dritter Bürgermeister Dieter Seban", loben die beiden Protagonistinnen die erhaltene Unterstützung. Unter anderem galt es, eine Fülle alter Dokumente und Fotos zu sichten, "damit das Thema bei den Teilnehmern an den Rundgängen auch gut rüber kommt". Allein schon diese Recherchen seien "total spannend" gewesen. Nicht zuletzt musste die Kostümfrage geklärt werden, denn auch optisch will man die richtigen Akzente setzen. Heike Gögelein wurde beispielsweise bei ihrer Oma und bei ihrer Mutter fündig: "Die hatten noch alte Klamotten in Schränken und Truhen, die wir für unseren neuen Auftritt hervorragend gebrauchen können". Eine professionelle Schürze macht das Outfit komplett. Dieses Stück hat Jutta Vogt bei einem Spezialversand besorgt und dann zwecks Attraktivität zusätzlich etwas überarbeitet.

Die neuen unterhaltsamen Rundgänge mit "Badefrau Frieda" spielen im Jahr 1928. Zu jener Zeit entwickelte sich nach der Erbohrung der Siebener-Quelle und des Georgi-Sprudels der Kur- und Badebetrieb in der Stadt. Heike Gögelein nennt in diesem Zusammenhang noch zwei andere markante Eckpunkte: "Das Handwerk hat geblüht, die Eisenbahn ist gefahren". Es sei ohnehin eine bewegte Epoche gewesen.

Gögelein und Vogt wollen bei ihrem neuen Angebot nichts dem Zufall überlassen. Deshalb trafen sie sich jetzt schon einmal mit Vertretern des Stadtrates und aus der Verwaltung, um die geplante Strecke bei einem Probelauf Stück für Stück abzugehen. So führt die spätere Route vom Alten Rathaus hinein in den Georgi-Kurpark mit Quelle und Trinkhalle. Danach geht es dann gemächlichen Schrittes in Richtung Siebener Park. Der Weg verläuft als Reminiszenz an das Thema Wasser immer entlang der Sinn und bewusst nicht durch die Straßen der Innenstadt. "Auf diese Weise gibt es viele spannende Ausblicke, die im Laufe der Vergangenheit in Vergessenheit geraten sind", weiß auch Karin Bauer von der Tourist-Info. Sie ist sehr optimistisch, dass die Heilquellenführungen mittelfristig genau so gut angenommen werden wie die historischen Stadtspaziergänge, die bei den Gästen seit vielen Jahren auf sehr große Resonanz stoßen. "Gleichzeitig ist das Ganze natürlich wieder eine gute Werbung für unsere Stadt."

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