Bad Brückenau
Fairtrade-Stadt

Bad Brückenauer Engagement zeigt Früchte

Vor einem Jahr richtete die Fairtrade-Stadt Bad Brückenau eine Mini-WM für Kinder aus. Nun traten in Brasilien junge Fußballtalente gegeneinander an - mit Unterstützung der Eine-Welt-Gruppe Bad Brückenau.
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Mala und Dirk Hönerlage (rechts) von der Eine-Welt-Gruppe im Gespräch mit Leuten vom Partnerprojekt in Recife. Foto: Eine-Welt-Gruppe
Mala und Dirk Hönerlage (rechts) von der Eine-Welt-Gruppe im Gespräch mit Leuten vom Partnerprojekt in Recife. Foto: Eine-Welt-Gruppe
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Vor einem Jahr waren Deutschland und Brasilien (zumindest solange, bis das "Aus" erfolgte) im WM-Rausch - und Portugal wurde Weltmeister. Wo? Beim WM-Miniturnier in Bad Brückenau, das die Fairtrade-Stadt Bad Brückenau im Juni vor einem Jahr in Zusammenarbeit mit der Saale-Zeitung ausrichtete. Viele Vereine aus dem Umland beteiligten sich damals an der Aktion, die ein großer Erfolg war.


Finanzielle Unterstützung

Den Veranstaltern ging es neben dem Spaß am aktiven Spiel und der Vorfreude auf die "echte" WM darum, bei den heranwachsenden Sportlern Bewusstsein für globales Fairplay zu wecken. Denn Fußballspiel verbindet. Parallel zum Turnier auf dem FC-Gelände richtete die kleine Hilfsorganisation "Rua" in Recife/Brasilien für Straßenkinder ebenfalls ein Turnier aus, finanziell unterstützt von der Eine-Welt-Gruppe, die schon während der Bad Brückenauer "WM" das Hilfsprojekt in der brasilianischen Millionenstadt vorstellte. Bei einem Treffen in Karlsruhe berichteten jetzt, ein Jahr später, die Verantwortlichen aus Brasilien über den Verlauf und Ergebnis "ihrer" kleinen WM.


Solidarität und Selbstwert

"Auch wir wollen Fußball spielen!" Diese Forderung erhoben im Vorfeld der WM nicht ganz unerwartet Straßenkinder Recifes. Und ihr Wunsch stellte eine Chance dar, so der Leiter der Gruppe Ruas e Praças, Iran Alves. Denn durch spielerische Angebote schaffen die Erzieher ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern, aus dem heraus sich Auswege aus dem Leben auf der Straße ergeben könnten.

Auch lassen sich durch das Spiel fast nebenbei Werte wie Solidarität, Selbstwertgefühl und gegenseitiger Achtung stärken. Deswegen beschlossen die Verantwortlichen mehrere Mannschaften aus zwei Favelas, zwischen denen sonst bisweilen feindselige Aversionen herrschen, zu bilden. Und um die Chancengleichheit für jede Mannschaft zu erhöhen, waren Mädchen und Jungen beziehungsweise jüngere wie ältere Kinder jeweils zu integrieren. Außerdem wurde ein Spiel nicht nur nach dem Torestand entschieden, auch Fairnesspunkte und -abzüge wurden beim Ergebnis mit berücksichtigt.


Deutschland tritt siebenmal an

Bei der Ausrichtung der WM gab es noch eine Besonderheit: Die Kinder wählten dann eine "Nation" für ihre Mannschaft. Im Gegensatz zum Mini-WM in Bad Brückenau, wo die einzelnen "Nationalmannschaften" ausgelost wurden, waren in Recife Doppelungen erlaubt. Das Ergebnis: neben elf Seleção-Mannschaften ging siebenmal Deutschland ins Turnier. Bei den Kindern wirkte der WM-Erfolg der Deutschen wohl noch lange nach. Am Schluss freilich wurde Brasilien Weltmeister - mit freundlicher Unterstützung aus Bad Brückenau.







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